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Archiv vom Oktober, 2012

30. Oktober 2012

Wer hätte sonst noch gewählt werden können?

by Strichli

Letzten Samstag-Abend – 27. Oktober 2012 – strahlte das Schweizer Fernsehen – SF1 – die dritte Sendung der vierteiligen Samstagabend-Show »Gipfelstürmer« aus. In dieser Sendung wurden die dreissig grössten Schweizer-Legenden präsentiert. Den dreissigsten Platz belegte dabei der grosse Entertainer Vico Torriani, es folgten Künstler, Sportler, der Architekt Le Corbusier, Figuren – Heidi und der Geissenpeter, Globi -, und ihre Schöpfer, der Clown Dimitri, Unternehmer und Pioniere. General Henri Guisan – der Oberbefehlshaber der Schweizer Armee im Zweiten Weltkrieg – belegte den zehnten Rang. Nach all den vielen Persönlichkeiten war ich gespannt auf die drei Erstrangierten. Platz drei ging an Willhelm Tell, Platz zwei an die lebende Tennis-Legende Roger Federer und den ersten Platz erhielt Albert Einstein, der einstige Patentanwalt, der mit seiner Formel E = mc² die Welt der Physik revolutionierte.

 

»Der private Albert Einstein – Gespräche über Gott, die Menschen und die Bombe«; ein Buch geschrieben von Peter A. Bucky, Sohn von Gustav Peter Bucky und Frida Bucky-Sarasohn. Gustav Peter Bucky, ein bedeutender Radiologe und Erfinder der nach ihm benannten, für die Ausfilterung von unerwünschten Nebenstrahlen bei Röntgengeräten eingesetzte Bucky-Blende, war ein Freund und der Arzt von Albert Einstein. Peter A. Bucky, ebenfalls Radiologe, wurde vor allem durch das Buch, worin er die Freundschaft seines Vaters mit der Familie Einstein beschrieb, bekannt.

Alle diese Menschen haben mit Sicherheit den Titel »Top-Legende« verdient. Nicht vergessen sollten wir, dass es davon weit mehr als dreissig gibt, solche die noch leben, andere, die schon gestorben sind, vielleicht schon so lange, dass man sich nicht mehr an ihre Leistungen, ihren Mut und ihren Pioniergeist erinnert – oder doch?

Den Grundstein unserer Schweizerischen Eidgenossenschaft legten die Vertreter von Uri – Walter Fürst, von Schwyz – Werner Stauffacher, von Unterwalden – Arnold von Melchtal mit dem Rütlischwur im Jahr 1291; Bruder Klaus, unser National-Heilliger hielt das Bündnis anlässlich des Stanser-Verkommnis zusammen; Arnold Winkelried opferte sein Leben für den Sieg in der Schlacht bei Sempach; Leonard Euler, einer der bedeutensten Mathematiker überhaupt, ebnete mit seinen Entwicklungen – Begründung der Analysis und Erweiterungen zur Zahlentheorie – die Lösungen für mathematische Probleme; Pfarrer Ernst Sieber bahnte mit seinem unermüdlichen Einsatz für viele Menschen den Weg aus der »Hölle« zurück in die Gesellschaft – nachhaltig; Gottfried Egg beendete mit seinen offiziellen Jass-Regeln die Streitkultur in diesem Sport – er war der »Jasskönig«, der »Jasspapst« sogar; Heinrich Pestalozzi, der grosse Pädagoge, Philanthrop, Philosoph, Politiker und Reformer des Schul- und Sozialwesens; der charismatische Staatsmann Kurt Furgler, der mit seiner geradlinigien und dennoch visionären Politik als Bundesrat für die Gründung des Kanton Jura kämpfte; der unermüdliche Pionier Johann Heinrich Alfred Escher, der Politiker mit unternehmerischem Denken, Gründer der Eidgenössischen Technischen Hochschule, der Schweizerischen Kreditanstalt und der Gotthardbahn; Jürg Janetsch, Benedikt Fontana, Charles-Ferdinand Ramuz, die grossen Frauen, wie Emilie Lieberherr, die führende Persönlichkeit im Kampf um das Stimm- und Wahlrecht für die Frauen; Elisabeth Kopp, unsere erste Bundesrätin; …

 

In ihrem Buch »Kopp & Kopp – Aufstieg und Fall der ersten Bundesrätin« schildert Catherine Duttweiler die Geschichte von Elisabeth Iklé und Hans Kopp; der Kampf gegen den Kommunismus führte die beiden zusammen – im Jahr 1960 heirateten sie. Der Vater von Elisabeth Iklé war Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung und Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank. Unmittelbar nach der Einführung des Frauenstimmrechtes im Kanton Zürich wurde Elisabeth Kopp zur Gemeindepräsidentin der Stadt Zumikon gewählt. Nach dem gesundheitsbedingten Rücktritt von Bundesrat Rudolf Friedrich wurde sie am 2. Oktober 1984 von der Vereinigten Bundesversammlung als erste Frau in den Bundesrat gewählt. Kopp war eine starke Bundesrätin, umsichtig, intelligent und besonnen. In einer Parlamentsrede zur Asylgesetzrevision sagte sie: «Mit Hass, Intoleranz und Fanatismus wurden auf dieser Welt noch nie Probleme gelöst, nur unzählige neue geschaffen. Erforderlich sind Besonnenheit, Festigkeit, gepaart mit Menschlichkeit sowie Mut und Phantasie für neue Lösungen.» (Zitat aus Wikipedia)

Ein kleines Land – unsere Schweiz – hat Söhne und Töchter hervorgebracht, die mit ihren Leistungen, ihren umgesetzten Visionen in mancherlei Hinsicht die Schweiz in das allerbeste Licht rückten. – Eine wirklich tolle von Nik Hartmann moderierte Sendung; unterhaltsam, äusserst spannend, lehrreich, und sie regt auf positive Weise auch zum Nachdenken an.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel
Bild B: Buchdeckel

 

 

29. Oktober 2012

Die Veränderung unserer Umgebung

by Sara Grob

Im heutigen Blogeintrag möchte ich Ihnen den Schweizer Illustrator Jörg Müller und sein Werk genauer vorstellen. Jörg Müller wurde am 11.Oktober 1942 geboren und ist in Küsnacht aufgewachsen. 1959 besuchte er den Vorkurs an der Kunstgewerbeschule in Zürich und machte dann eine Ausbildung zum Werbegrafiker an der Kunstgewerbeschule in Biel.
Seine erste Bildermappe „Alle Jahre wieder saust der Presslufthammer nieder oder Die Veränderung der Landschaft“ machte ihn 1973 schlagartig bekannt. Auf sieben grossformatigen Bildern zeigt er den immer gleichen Ausschnitt einer Landschaft, die sich immer wieder verändert.
Auf dem ersten Bild (Mittwoch, 6.Mai 1953) sieht man eine rosarote Villa umgeben von Wiesen und Hügeln und mit einem kleinen Bahnhof im Hintergrund. Es wirkt sehr idyllisch.
Auf dem letzten Bild (Dienstag, 3.Oktober 1972) ist die Villa wie auch der kleine Bahnhof verschwunden. Dafür hat es eine Autobahn und viele graue Betonklötze.
Im Jahr 1974 erhielt Jörg Müller den Deutschen Jugendliteraturpreis für oben genannte Bildermappe. Ich denke, dass ein Kind mit diesem Bilderzyklus das Beobachten und Vergleichen sehr gut (unbewusst) trainieren kann. Die Bildermappe ist einmal in unserem Onlineshop verfügbar: Link

Jörg Müller malte nochmals eine Bildermappe, die 1976 herausgegeben worden ist, mit dem Titel „Hier fällt ein Haus, dort steht ein Kran und ewig droht der Baggerzahn oder Die Veränderung der Stadt“.  In acht grossformatigen Bildern wird die Wandlung eines härzigen kleinen Städtchens zu einer grossen, anonymen Betonwüste dargestellt. Auch dies ist ein schöner und zugleich auch brutalter Bilderzyklus.
Die Bildermappe ist einmal in unserem Onlineshop verfügbar: Link

 

Alle Jahre wieder saust der Presslufthammer nieder…

 

Hier fällt ein Haus, dort steht ein Kran und ewig droht der Baggerzahn…

 

23. Oktober 2012

Die Rheinbrücke N4

by Strichli

Der Kanton Schaffhausen – der nördlichste Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft – mit eine Grenzlänge von 185,4 Kilometern – ist beinahe ganz von der Bundesrepublik Deutschland umgeben; auf einer Länge von 33,6 Kilometern grenzt er durch den Rhein getrennt an die beiden Kantone Zürich und Thurgau.

  

 

Es ist daher klar, dass alle Landwege von den Nachbarkantonen nach dem Kanton Schaffhausen über Rheinbrücken führen. Eigentlich war ich selten in diesem Kanton, der nicht nur eine wunderschöne Landschaft, Rebberge, malerische Ortschaften, sondern mit der Rundfestung Munot und dem grössten romanischen Sakralbau der Schweiz, dem Münster Allerheiligen, auch eine sehr attraktive Hauptstadt vorweiesen kann. Doch einmal, als etwa dreissigjähriger Soldat, verbrachte die Einheit – der Gz Uem KP II/7 – in der ich damals als Fach-Uof diente, einen dreiwöchigen Wiederholungskurs in Thayngen. Es war das erste Mal, als ich den Rhein auf der im Jahr 1995 soeben fertig gebauten Brücke der damaligen N4 – heute als A4 bezeichnet – mehrmals als Beifahrer eines Pinzgauers überqueren konnte. Von der Schrägseilbrücke mit einem um 70 Winkelgrad gegen den Fluss geneigten Pylon war ich sofort begeistert.

 

 

Zwar gab die Linienführung der Autobahn bekanntlicherweise sehr viel zu reden – Projekte wurden aufgegleist und auch wieder begraben. Mit der realisierten Lösung bekamen die Kantone Zürich und Schaffhausen jedoch ein faszinierendes und einzigartiges Brückenbauwerk des Schweizerischen Nationalstrassennetzes. In Erinnerung gerufen wurde mir das schon weit zurückliegende Erlebnis durch ein Buch, welches ich heute morgen auf meinem Tisch vorfand. Es trägt den Titel »Rheinbrücke N 4«. In diesem Buch, welches vom Nationalstrassenbüro des Kantons Schaffhausen im Jahr 1995 herausgegeben wurde, werden von verschiedenen Autoren die Vorgeschichte, die Debatten, die Projektierungsphase, die Konstruktion und der Bau der beinahe 152 Meter langen Brücke ausführlich – in Text und Bild, mit vielen Skizzen und Plänen – geschildert.

 

 

Im Vorwort schrieb Adolf Ogi, damaliger Vorsteher des Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftdepartemens: «Bei der neuen Rheinbrücke zwischen Schaffhausen und Flurlingen handelt es sich um ein faszinierendes Zeugnis modernster Baukunde. Ob man die neue Schrägseilbrücke in Superlativen rühmt oder eher ablehnt, ist von untergeordneter Bedeutung und wohl eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wesentlich ist, dass mit der Vollendung dieses prägnanten Bauwerkes eine weitere wichtige Lücke im Schweizerischen Nationalstrassennetz geschlossen werden kann und dass eine weitere gute Verbindung zum nördlichsten Teil unseres Landes entstanden ist. Wesentlich ist vor allem auch, dass die neue Brücke über den Rhein nicht nur beschränkt auf die Verkehrswege Wirkung zeigen wird, sondern auch als Brücke der symbolischen Art, als wichtige neue zusätzliche Brücke in die Zukunft.»

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buch
Bild B: Buch
Bild C: Buch

 

 

22. Oktober 2012

Der kleine Mann und die kleine Miss

by Sara Grob

Als Kind habe ich die Bücher von Erich Kästner buchstäblich verschlungen (einzig „Der 35. Mai“ gefiel mir nicht so gut). Ich möchte Ihnen deshalb heute ein Buch von Erich Kästner vorstellen, welches Sie auch einmal in unserem Onlineshop für gebrauchte Bücher käuflich erwerben können.

1963 schrieb Erich Kästner das Kinderbuch „Der kleine Mann“: Mäxchen Pichelsteiner stammt aus dem Dorf Pichelstein. Die Einwohner dieses Dorfes werden maximal 51 Zentimeter gross, Mäxchen ist jedoch gerade einmal 5 Zentimeter gross und wiegt nur 60 Gramm. Eine Streichholzschachtel ist für Mäxchen ein bequemes Bett. Mit dem Zauberkünstler Professor Jokus von Pokus, den beiden Tauben Minna und Emma und dem weissen Kaninchen Alba zieht der kleine Mann von Ort zu Ort. Als Zirkus Stilke treten Sie in den verschiedenen Dörfern auf. Und schliesslich wird der kleine Mann weltberühmt.
Doch Ruhm bringt einem auch Feinde und eines Tages wird Mäxchen von Banditen entführt. Mit List und Tücke befreit sich Mäxchen und die Entführer werden festgenommen.

1967 folgte der zweite Band mit dem Titel „Der kleine Mann und die kleine Miss“. Ohne Lektüre des ersten Bandes ist manches schwierig zum Verstehen, doch Erich Kästner hat vorgesorgt.Von der Seite 5 bis 26 wird die Geschichte des ersten Bandes mit neun Bildern und kurzen Texten nochmals erzählt.

Die Geschichte aus dem ersten Band in Kurzfassung

Wie es der Titel bereits verrät lernt Mäxchen in diesem Band eine bezaubernde kleine Miss kennen. Der kleine Mann ist nun so berühmt geworden, dass Mister Drinkwater extra aus Amerika anreist um seine Lebensgeschichte zu verfilmen. Doch die Gauner lassen Mäxchen auch in diesem Buch nicht in Ruhe…

Ich hoffe, dass ich nun Ihr Interesse für „Der kleine Mann und die kleine Miss“ wecken konnte. Das Buch ist einmal in unserem Onlineshop erhältlich: Zum Buch

20. Oktober 2012

Durch Rechner abgelöst • Teil 6/6

by Josef Beda

Für den von Leonard Euler gefundenen Zusammenhang zwischen den beiden Zahlen e und π ist festzustellen, dass es bis heute nicht gelungen ist, eine entsprechende Beziehung in der Menge der reellen Zahlen herzustellen. Man muss zuerst die Zahlenmenge erweitern, indem man die Lösung der Gleichung x² + 1 = 0 sucht. In der Menge der reellen Zahlen ist im Gegensatz für die Gleichung x² – 1 = 0, welche die beiden Lösungen x1 = 1 und x2 = -1 hat, kein x zu finden. Bereits im 16. Jahrhundert haben sich Mathematiker mit dem Problem beschäftigt für die Gleichung x² + 1 = 0 beziehungsweise für das Äquivalent x = √(-1) eine Lösung zu finden. Leonard Euler führte die imaginäre Einheit j ein und setzte diese als Lösung für das gesuchte x ein:

x² + 1 = 0     =>     x² = -1     =>    x = j

Die imaginäre Einheit j wird, ausser in der Elektrotechnik, um Verwechslungen mit i(t) – dem Momentanwert der Stromstärke – zu vermeiden, mit i bezeichnet. Carl Friedrich Gauss führte einen zweidimensionalen Vektorraum, die dann nach ihm benannte Gausssche Zahlenebene, auch als komplexe Zahlenebene bezeichnet, ein. Wird in diese Zahlenebene ein kartesisches Koordinatensystem, in dem die Abszisse den Realteil (Re) und die Ordinate den Imaginärteil (Im) trägt, eingefügt, kann jeder komplexen Zahl z = a + jb ein eindeutiger Punkt (a ; jb) mit den Koordinaten a = Re [z] und b = Im [z] zugeordnet werden. Die Schreibweise z = a + jb wird als Arithmetische Form bezeichnet.

Ebenfalls kann jede komplexe Zahl in Trigonometrischer Polarform z = |z| (cos φ + j sin φ) geschrieben werden. Dabei ist |z| = √(a² + b²) = r der Betrag der komplexen Zahl z und entspricht deren euklidschen Vektorlänge, also dem Abstand des Punktes (a ; jb) vom Schnittpunt der reellen mit der imaginären Achse; 0.  Der Winkel φ, welcher zwischen der reellen Achse – der Abzisse – und dem Vektor z zu messen ist, wird als Argument φ= arg(z) oder als Phase bezeichnet. Die trigonometrische Polarform z = |z| (cos φ + j sin φ) wird auch als z = r (cos φ + j sin φ) oder z = r · cis φ geschrieben.

 

Es kann festgestellt werden, dass wenn φ = 0 folgt, dass z = r (cos 0 + j sin 0) = r (1 + j 0), z eine komplexe Zahl ohne Imaginärteil, endlich gesehen eine reelle Zahl ist. Daraus ist zu schliessen, dass in der Trigonometrischen Polarform der Winkel mit dem der Vektor z gegen die Abszisse gedreht ist der einzige Hinweis auf den Imaginär- und den Realteil einer komplexen Zahl gibt.

Es war auch Leonard Euler, der den Zusammenhang zwischen der Zahl e, den trigonometrischen Funktionen und der imaginären Einheit j entwickelte und die nachstehende Gleichung, welche den Namen Eulersche Relation trägt aufstellte:

e = cos φ + j sin φ

Der Term ewird als Eulersche Polarform einer komplexen Zahl z bezeichnet. Dieser Zusammenhang ist kaum mehr zu fassen und auch nicht einfach zu beweisen. Der Beweis kann mit Hilfe der Taylorreihen erbracht werden, wenn man weiss, dass diese existieren oder diese entwickeln kann.

Wählt man φ = π, vereinfacht sich die Eulersche Relation und gelangt zu einem äusserst verblüffenden – wahrscheinlich nur noch philosophisch nachzuvollziehbarem – Zusammenhang zwischen fünf grundlegenden Zahlen der Mathematik.

ejπ = cos π + j sin π       =>       ejπ = -1       =>        ejπ + 1 = 0

Die Gleichung ejπ + 1 = 0 wird als Eulersche Identität bezeichnet; sie zeigt die Beziehung zwischen der reellen Einheit 1, der imaginären Einheit j, der neutralen – weder positiven noch negativen – Zahl 0 und den beiden wichtigsten mathematischen Konstanten e und π. Dass die Erkenntnisse – von denen es eine Fülle gibt -, welche Leonard Euler erarbeitet hat, in Natur und in Technik tagein-tagaus überall anzutreffen sind, ist uns vielleicht nicht bewusst.

Stellen Sie sich an ein Seeufer und schauen Sie, wie ein Matrose eine in den Hafen eingelaufene tonnenschwere Yacht mit einer Leine ohne grosse Anstrengung abbremst und an das Ufer zieht. Wie funktioniert das? Auch für diese Frage hat Leonard Euler, zusammen mit dem deutschen Ingenieur Johann Albert Eytelwein, die passende Gleichung gefunden.

 

Nimmt man einen durch Flächen begrenzeten Körper in die Hand, zählt die Flächen (F), die Kanten (K) und die Ecken (E), setzt die gezählten Werte in die Gleichung x = E – K + F ein so erhält man für x die Zahl 2; immer! unabhängig von der Form des Körpers. Dieser Zusammenhang ist unter der Polyederformel bekannt. Es war auch Leonard Euler vorbehalten zu beweisen, dass in jedem Dreieck der Schnittpunkt der Höhen, der Schwerpunkt (Schnittpunkt der Seitenhalbierenden) und der Mittelpunkt des Umkreises (Schnittpunkt der Mittelsenkrechten) immer auf einer Geraden liegen. Diese Gerade wird, ausser bei einem gleichseitigen Dreieck, in dem die drei Punkte im selben Punkt zusammenfallen, als Eulersche Gerade bezeichnet.

 

Bild-Quellen:
Bild A: JBS (buchplanet.ch)

 

 

17. Oktober 2012

Durch Rechner abgelöst • 5/6

by Josef Beda

Die Steigung einer Kurve in einem bestimmten Punkt (x0 ; y0) entspricht der Steigung der Tangente in diesem Punkt. Unter der Tangentensteigung ist der Winkel zwischen der x-Achse und der Tangente zu verstehen, der gemäss den Regeln der Trigonometrie berechnet wird. Um die Tangentesteigung einer allgemeinen Funktion f(x) in einem Punkt (x0 ; y0) zu bestimmen, ist mit Grenzwerten zu arbeiten.

Aus nachstehender Zeichnung ist zu sehen, dass die Steigung der Geraden g durch die beiden Punkte (x0 ; y0) und (x ; y) – also der Winkel zwischen der x-Achse und der Geraden – gleich dem Arcustangens Gegenkathete geteilt durch Ankathete im Dreieck (P0CP) ist, also: tan α = (y – y0) / (x –  x0) = Δy / Δx. Der Ausdruck Δy / Δx wird als Differenzenquotient bezeichnet.Wählt man nun den Abstand zwischen x0 und x gegen 0 gehend unendlich klein, also Δx = x – x0 → 0, so wird, wenn die Funktion in diesem Punkt differenzierbar ist, auch die Differenz zwischen den Funktionswerten f(x0) = y0 und f(x) = y gegen 0 gehen. Der Übergang vom Differenzenquotient zum Differentialquotient ist Thema der Infinitesimalrechnung.

Im Zusammenhang mit der e-Funktion ist es nun äusserst interessant festzustellen, dass die Tangentensteigung in einem Punkt (x0 ; y0) gleich dem Funktionswert von f(x0) ist. Betrachten wir die Tangensteigung im Punkt (x0 ; y0) = (0,5 ; e0,5) kann in nachstehender Zeichnung gemessen (abgeschätzt) werden, dass der Winkel α ≈ 58,5° misst. Dies entspricht einem Tangens von etwa 1,63, etwa dem Funktionswert von y = f(e0,5) ≈1,6487213.

Mit der Differentialrechnung kann bewiesen werden, dass f(ex) = f'(ex) ist. Setzen wir den Differentialquotienten dy / dx ein, folgt für Δx ≠ 0:

dy / dx = limx→0 {[f(x + Δx) – f(x)] / Δx} =limx→0 {[(ex + Δx) – (ex)] / Δx} = limx→0 {ex [(eΔx – 1) / Δx]} = ex

Mathematiscisch betrachtet muss nicht evaluiert werden, dass wenn f'(ex) = f(ex), auch das unbestimmte Integral ∫ exdx, welches geometrisch als Fläche gesehen werden kann, ebenfalls dem Funktionswert f(ex) entspricht.

 

Es ist vielleicht eine Spielerei, doch es ist eben interessant, um dies in einem für ein bestimmtes  x0 durch »Zählen« der durch die in obiger Zeichnung vorhandenen Gitternetzlinien begrenzten Quadrate abzuschätzen. Wählen wir x0 = 0,5 und zählen (schätzen) die Anzahl Quadrate, so ist das Ergebnis etwa auf 6,5 Quadrate. Diese Schätzung muss durch 4 geteilt werden, denn die Einteilung der beiden Achsen erfolgte in obiger Zeichnung in 0,5-Schritten, und gelangen zum Ergebnis von zirka 1,625. Die Annahme, dass bei der e-Funktion f(x) = f'(x) = ∫ f(x) dx ist, haben wir nachvollzogen; auf diese Zahl e, welche eben dieser Voraussetzung genügt zu gelangen, ist wohl eine ganz andere Sache!

Die Zahl e hat eine weitere verblüffende Eigenschaft, denn selbst wenn ein ganz anderes Zahlensystem für unser Rechnen als Grundlage dienen würde, es gäbe auch in jenem Zahlensystem nur e, welche alle die Eigenschaften aufweist, die sie einzigartig macht. Im letzten Teil dieses kleinen mathematischen Exkurses zu den Logarithmen versuchen wir dem von Leonard Euler entwickelten Zusammenhang zwischen der Eulerschen Zahl e und der Kreiszahl π etwas näher zu kommen.

 

Bild-Quellen:
Bild A: JBS (buchplanet.ch)
Bild B: JBS (buchplanet.ch)
Bild C: JBS (buchplanet.ch)
bild D: JBS (buchplanet.ch)
Bild E: JBS (buchplanet.ch)

 

 

16. Oktober 2012

Erinnerungen an Besuche in Einsiedeln

by Josef Beda

Als kleiner Junge, im Alter von etwa neun Jahren, reiste ich, natürlich zusammen mit meinen Eltern und mit der um zwei Jahre jüngeren Schwester per Eisenbahn nach Einsiedeln. Als katholische Christen war es klar, dass wir zuerst die Klosterkirche besuchten. Vor allem hat mich die schwarze Madonna fasziniert, denn damals kannte man Menschen mit schwarzer Haut eigentlich nur vom Abbild eines herzigen Kindes auf dem Spendekässeli, welches für einen eingeworfenen Batzen dankbar nickte. Nach einem Rundgang durch die Kirche und einem kurzen Gebet verliessen wir das Gotteshaus und begaben uns in das Panorama  »Jerusalem Kreuzigung Christi«, welches sich nur wenige Geh-Minuten vom Klosterplatz entfernt befindet.

 

Das Panorama wurde ein Jahr vor meinem ersten Besuch durch den damaligen Abt des Klosters Einsiedeln – Abt Raimund wiedereröffnet. Das in einem Zylinder angebrachten 100 Meter lange und 10 Meter hohen Ölgemälde wie auch der diesem vorgelagerten plastischen Vorbauten wurden ab 1960 nach Fotografien wiedererstellt.

 

Es war ein unermesslicher Eindruck den ich von diesem überdimensionalen Rundgemälde gewonnen habe. Mitten in der Landschaft um Jrusalem; da die drei Kreuze mit Jesus Christus in der Mitte, die Zelte, die Menschen, alles real wirkend; eine Illusion selber im Bild zu sein.

 

Zum Abschluss meines ersten Aufenthaltes in Einsiedeln besuchten wir die Brauerei »Einsiedeln«, die damals von einem Militär-Kamaraden meines Vaters geführt wurde.

15. Oktober 2012

Einfälle von Georg Christoph Lichtenberg

by Sara Grob


Ich habe heute ein kleines Büchlein mit Sprüchen und Aphorismen von Georg Christoph Lichtenberg in unseren Onlineshop gestellt. Das Büchlein mit dem Titel „Im Zaubergarten der Gedanken“ finden Sie in unserem Onlineshop buchplanet.ch.
Die Sprüche von Lichtenberg passen sehr, sehr gut auf die heutige Zeit. Jedoch hat Lichtenberg von 1742 bis 1799 gelebt.
Einige Einfälle von Georg Christoph Lichtenberg, die mir sehr zusagen, möchte ich gerne mit Ihnen teilen. Ich habe sie alle aus dem kleinen Büchlein „Im Zaubergarten der Gedanken“.

Die Menschen können nicht sagen, wie sich eine Sache zugetragen, sondern nur, wie sie meinen, dass sie sich zugetragen hätte.

Es ist heutzutage Mode geworden, das Bücherschreiben als den Endzweck des Studierens anzusehen. Daher studieren so viele, um zu schreiben, anstatt dass sie studieren sollten, um zu wissen. Was man nur ankauft, um es bei der ersten Gelegenheit wieder anzubringen, vermischt sich nie mit uns und war nie recht unser.

Es gibt wirklich sehr viele Menschen, die bloss lesen, damit sie nicht denken dürfen.

Der oft unüberlegten Hochachtung gegen alte Gesetze, alte Gebräuche und alte Religion hat man alles Übel in der Welt zu danken.

Vom Wahrsagen lässt sich’s wohl leben in der Welt, aber nicht vom Wahrheitsagen.

Mir tut es allemal weh, wenn ein Mann von Talent stirbt, denn die Welt hat dergleichen nötiger als der Himmel.

Er schliff immer an sich und wurde am Ende stumpf, ehe er scharf war.

10. Oktober 2012

Der Hof Baldenwil lädt ein zu Augenschmaus & Gaumenfreude

by Sara Grob

Der Hof Baldenwil in Schachen bei Herisau lädt zu drei genussvollen Abendanlässen ein. Die Anlässe beginnen jeweils ab 19:00 Uhr, eine Reservation unter der Telefonnummer: 071 370 04 11 ist erforderlich.

 

Die Aussicht, die man vom Hof Baldenwil aus geniessen kann

 

Freitag, 19. Oktober 2012 – Metzgete auf dem Hof Baldenwil. Die Teilnahme kostet zwischen CHF 30.00 und CHF 35.00 pro Person (exkl. Getränke)

Der Gemüsegarten des Hof Baldenwil

Freitag, 16. November 2012 – Wine & Dine auf dem Hof Baldenwil. Ein deliziöses Mahl mit exquisiten Weinen, dieser Anlass kostet CHF 80.00 pro Person.

Im Kräutergarten

Donnerstag, 17. Januar und Samstag, 19. Januar 2013 – Raclette-Plausch auf dem Hof Baldenwil. Die Teilnahme kostet zwischen CHF 30.00 und CHF 35.00 pro Person (exkl. Getränke)

 

Die Anfahrt zum Hof Baldenwil

 

9. Oktober 2012

»Strichli«, das gwundrig-kritische Männlein

by Josef Beda

Infolge interner Reorganisation, welche auch das Schreiben von Blog-Einträgen betrifft, wird das Team unserer Chefin, Frau Sara Grob, noch effizienter für unsere geschätzen Kundinnen und Kundinen arbeiten können. Zwar werden die erwähnten Blog-Einträge meist kürzer und einfacher ausfallen, wir versprechen Ihnen aber, dass unsere Mühewaltung auch in diesem Bereich nicht nachlassen wird; die dritte Staffel der Hirnwurm-Serie wird ebenfalls weitergeführt. Ab nächster Woche wird Euch jeden Dienstag »Strichli« etwas erzählen oder berichten. Er wird schreiben, wenn er auf Reisen geht, Beobachtungen macht, Recherchen durchführt, etwas emtdeckt oder findet und über Solches was ihn sonst noch beschäftigt.

 

Ich heisse »Strichli«; bin ein kleines Männlein, dass sich überall verstecken kann und auch an die meisten Orte ungestört und wenn gewollt, eventuell sogar unbemerkt hinkommt.

»Strichli« ist ein gwundriges, aber auch ein kritisches Männlein. Nicht alles was er von sich gibt darf auf die Goldwaage gelegt werden und soll viel eher einen Gedankengang auslösen oder einfach einen Einblick in sein Umfeld geben. Er auf jeden Fall freut sich, wenn seine Geschichten und Erzählungen von vielen Leserinnen und Lesern, allenfalls auch kritisch, wahrgenommen werden.

 

Bild-Quelle:
buchplanet.ch (JBS)