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Mauritius – Der Bordeaux-Brief

von Josef Beda

Mauritius, zu der Inselgruppe der Maskarenen gehörend, wurde von Europa durch den Portugiesen Pedro Mascaenhas im Jahr 1505 entdeckt. Die Portugiesen kolonisierten die gut 2000 km grosse Insel nicht, sondern sie nutzten sie als Stützpunkt. Ab 1598 war die Insel im Besitz der Niederlanden, bis diese den Besitz infolge verschiedener Katastrophen 1710 aufgab. In den folgenden fünf Jahren war die Insel ein Stützpunkt der Piraten, welche nicht nur der Schifffahrt erhebliche Schwierigkeiten boten, sondern auch der Natur der Insel rücksichtslos schadeten. Die Handelsmacht Frankreich hatte genug von dem Piraten-Treiben und eroberte Mauritius im Jahr 1715 und gaben der Insel fortan den Namen Île de France. Im Jahr 1810 besetzten die Briten die Insel und nannten sie wieder Mauritius. Im Jahr 1814 wurde die Insel zur britischen Kronkolonie und gehörte zum britischen Weltreich.

 

Grossbritanien bereitete die Bevölkerung der Inseln Mauritius und Rodrigues zehn Jahre lang auf ihre Selbstständigkeit vor; sie räumten ihnen das allgemeine Wahlrecht und die Politische Autonomie ein. Am 12. März 1968 wurde Mauritius vom Vereinigten Königreich unabängig trat dem Commonwealth bei. 24 Jahre später führte sich Mauritius eine neue Verfassung ein und wurde zu einer Republik, welche die Inseln Mauritius und Rodrigues soiei zahlreiche kleinere Inseln einschliesst.

 

Unter der Herrschaft der Briten wurde 1935 die Sklaverei auf den beiden Inseln verboten. Die Folge des Verbotes führte zu einer Masseneinwanderung, welche ab 1871 durch einen Einwanderungsstopp angehalten wrden konnte. Weil die Bewohner auf Monokultur – Anbau von Zuckerrohr – gesetzt haben, die Produktion die Nachfrage jedoch überstieg, fiel diese Industrie in die Krise, woraufhin ein grosse Teile der Bewohner die Inseln verliessen. Doch in der 150-jährigen Besatzung durch die Briten brachte Mauritius als siebtes Postgebiet der Welt seine ersten beiden Briefmarken mit einer Auflage von jeweils 500 Stück heraus: Die »Rote Mauritius« und die »Blaue Mauritius«.

 

Diese beiden Marken zählen, obwohl sie weder die seltesten noch die teuersten sind, zu den bekanntesten Brief-Marken der Welt. Der sogenannte »Bordeaux-Brief«, auf dem oben rechts, links eine blaue One-Penny und rechts daneben eine rote Two-Penny-Marke aufgeklebt sind, ist das teuerste philatelistische Sammlesrstück der Welt. Die unglaubliche Kostbarkeit – 1993 wechselte der Brief für über 6 Millionen Franken den Besitzer – ist damit fundiert, dass er der einzigstee der Welt ist, der beide Mauritius-Briefmarken der ersten Serie trägt.

 

Bild-Quellen:
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