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Archiv vom September, 2012

27. September 2012

Durch Rechner abgelöst • Teil 2/6

by Josef Beda

Was sind Logarithmen und was war ihre Bedeutung bevor uns die Rechner – Taschenrechner, Computer, Handys, … – das Rechnen weitgehend abgenommen haben? Um dies nachvollziehen zu können, mussten einige Definitionen, Sätze und Voraussetzungen gefunden werden.

Geht man vom Potenzieren aus, weiss man – als Beispiele -, dass 4² = 16 und 5³ = 125 ist. Allgemein kann man eine Gleichung der Form:

ba = x

schreiben. Das Logarithmieren ist die Umkeroperation des Potenzierens. Dies meint: gesucht ist der Exponent a zu einer Basis b, dessen Resultat ein vorgegebenes x ergibt. Nehmen wir ein kleines Beispiel: Die Basis b sei 10 und das vorgegebene x sei 1000. Wie lautet nun der Exponent a damit 10a= 1000 ist? Klar doch, das Resultat lautet 3, denn 103 = 10 ·10 · 10 = 1000; damit haben wir das Grundprinzip verstanden.

Logarithmen sind formal alle x, die der Gleichung a = bx genügen. Nur dann, wenn x eine eindeutige Lösung ist, wird diese als Logarithmus von a zur Basis b bezeichnet. Die allgemeine Gleichung des Logarithmierens lautet:

x = logb a

Diese Gleichung fordert den Logarithmus von a zur Basis b zu berechnen. Ein Beispiel: Die Basis b sei 2 und a sei 16, die zu lösende Gleichung lautet somit x = log2 16, das Resultat ist 4, denn 24 = 2 · 2 · 2 · 2  = 16.

In Technik und Wissenschaft kommen insbesondere drei Basen zur Anwendung: 2 – der Binäre Logarithmus; 10 – der Dekadische Logarithmus; – e – der Natürliche Logarithmus. Die allgemeine Formel x = logb a wird bei diesen Basen ersetzt durch:

x = log2 a = lb a

x = log10 a = lg a

x = loge a = ln a

Der deutsche Mathematiker Michael Stifel hat im Jahr 1544 die Erkenntnis gewonnen, dass folgende Beziehungen, die den Ausschlag für das Rechnen mit Logarithmen gegeben haben, Gültigkeit haben:

qm · q m = qm+n

und

qm : qn = qm-n

Michael Stifel rechnete allerdings ausschliesslich mit ganzzahligen Exponenten, doch John Napiers erweiterte dies durch einen stetigen Wertebereich. Der Logarithmus jedoch nur für positive reelle Zahlen – ohne die Null, welche oft zu den positiven Zahlen gezählt wird – definiert.

 

 

 

26. September 2012

Durch Rechner abgelöst • Teil 1/6

by Josef Beda

Noch in den 1970-er Jahren waren sie kaum von einem Studienplatz oder einem Arbeitsplatz für Ingenieure, Mathematiker, Physker, …, allgemein für Wissenschaftler wegzudenken: Die Logarithmentafel und der Rechenschieber.

 

Der Rechenschieber ist ein Gerät mit dem sich Multiplikationen und Divisionen durch Addieren bzw. Subtrahieren berechnen lassen. »Grössere« – umfassender aufgebaute – Rechenschieber bieten jedoch auch die Möglichkeit weit mehr Rechenoperationen durch manuelle Verschiebungen einzelner Geräte-Teile durchzuführen. Die Rechenschieber waren ein unerlässliches Hilfsmittel in Schule, Technik und Wissenschaft, so lange, bis sie durch die Taschenrechner, welche Ende der 1960-er anfangs der 1970-er Jahren erfunden und auf den Markt gekommen sind, abgelöst wurden. Heute gehört das Gerät in »Vergangene Zeiten«; junge Menschen können mit diesem Rechengerät kaum mehr umgehen. Mehr über das analoge Rechenhilfsmittel ist unter http://de.wikipedia.org/wiki/Rechenschieber zu erfahren.

Am 26. September 1802 ist Georg Freiherr von Vega in seinem 49. Lebensjahr bei Nussdorf in der Donau tot aufgefunden worden. Erst viele Jahre später stellte sich heraus, dass Georg Freiherr von Vega in Spitz an der Donau ermordet und in die Donau geworfen wurde.

 

 

Geboren wurde Georg Vega am 23. März 1754 in Sagoritza im damaligen Herzogtum Krain, welches zu Österreich gehörte. In Laibach studierte Vega Philosophie, im Jahr 1780 begann er die Offiziersausbildung und wurde als Mathematiklehrer in der Artellerie zum Hauptmanns und zum Professor befördert. Seine militärische Karriere hielt weiter an; im Jahr 1800 wurde Vega zum Oberstleutnant ernannt und für seine Verdienste in den Adelsstand erhoben.

Georg Vega war zwar nicht der erste Gelehrte, der sich mit Logarithmen befasste, aber er war jener, der sie in seinem Werk auf sieben Stellen genau errechnet hat; dies zusammen mit seinen Artellerie-Studenten. Bereits viel früher entwickelten voneinander unabhängig der schottische Mathematiker John Napier und der Schweizer Uhrmacher Jost Bürgi aus dem Städtchen Lichtensteig die ersten Logarithmenberechnung und erstellten die Logarithmentafeln. Henry Briggs, ein englischer Mathematiker entwickelte diese Tafeln weiter und errechnete die Logarithmen in gewählten Zahlen-Bereichen bis auf 14 Stellen genau. Doch noch vor Christi Geburt rechneten indische Mathematiker mit Logarithmen und im 8. Jahrhundert berechneten ebenfalls indische Mathematiker logarithmische Tabellenwerke.

 

Bild-Quellen:
Bild A: www.travelnotes.de
Bild B: Wikipedia

 

 

25. September 2012

Gedenktag unseres Schutzpatrons

by Josef Beda

Geboren wurde Niklaus von Flüe im Jahr 1417 in Flüeli bei Sachseln wo er zusammen mit seinem Bruder auf dem elterlichen Bauernhof aufwuchs. Der junge Niklaus von Flüe nahm, wie damals üblich, an militärischen Auszügen teil, dies, obwohl er das Kriegshandwerk überhaupt nicht schätzte. Im Jahr 1465 legte Niklaus von Flüe alle seine politischen Ämter, die er in Sachseln und im Stand Obwalden innehatte, nieder. Am 16. Oktober 1467 verliess er mit der Absicht als Pilgerer zu wallfahren seine Frau Dorothea Wyss, die mit seinem Vorhaben einverstanden war, und die zehn ehelichen Kinder, darunter zwei erwachsene Söhne, die fortan als Bauern für die Familie sorgen konnten. Doch bald zog es Niklaus von Flüe – in Liestal von Visionen geleitet – wieder in seine Heimat zurück und er liess sich in der Nähe seines Hofes, nur wenige Minuten von seiner Familie entfernt – in der Ranftschlucht – als Einsiedler nieder. Dort im Ranft bauten ihm Freunde eine Kapelle und eine Klause.

 

Obenstehende Fotografie zeigt rechts die »Obere Ranftkapelle« mit der links angebauten kleinen Klause des Bruder Klaus. Die Ausstattung der Klause war äusserst bescheiden; als Bett diente ein Brett, als Kissen ein Stein. Durch eine Lucke ist von der Klause direkt in die Kapelle zu sehen.

In seiner Klause strebte Bruder Klaus, der auch innig die Mutter Gottes verehrte, nach dem Einswerden mit Gott und betete intensiv zu ihm. Eines seiner Gebete die er täglich gebetet haben soll wurde wie folgt überliefert:

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir,
was mich führte zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen dir.

 

Anlässlich der Tagsatzung im Dezember 1481 in Stans entbrannte ein schwerer Konflikt zwischen den Stadt- und Landorten welcher beinahe zum Zerfall der Eidgenossenschaft geführt hat. Der Pfarrer von Stans, Heimo Amgrund suchte infolge den Einsiedler im Ranft auf und bat ihn um Rat. Niklaus von Flüe gab seinem Freund, Pfarrer Amgrund einen geheimen Rat – der bis heute unbekannt ist, zu Handen der Tagsatzung mit auf den Weg. Pfarrer Amgrund veranlasste dann die Ratsherren nochmals zusammenzutreten und richtete ihnen die Botschaft des Bruder Klaus aus; daraufhin einigten sich die Ratsherren innerhalb von nur zwei Stunden auf eine Kompromiss-Lösung. Der Bund der Eidgenossen wurde an dieser Tagsatzung um die beiden Kantone Freiburg und Solothurn erweitert; der Bund wurde erneueret und unter anderem wurden gewaltsame Überfälle auf Miteidgenossen verboten.

 

Zum 500 Geburtstag der beiden Kantone Freiburg und Solothurn im Bund der Eidgenossen wurden im Jahr 1981 von den Schweizerischen PTT-Betrieben zwei 40-Rappen-Briefmarken herausgegeben. Die links abgebildete Marke trägt das Stadtsiegel von Freiburg und die Marke rechts das Stadtsiegel von Solothurn.

Niklaus von Flüe, unser Bruder Klaus, starb am 21. März 1487 nach einem schweren Todeskampf und wurde in der alten Pfarrkirche Sachseln beigesetzt. Noch während des Baues der neuen Pfarr- und Wallfahrtskirche wurde der Eichensarg mit den Gebeinen von Bruder Klaus am 28. August 1679 an seinen neuen Ort überführt.

 

Mit dem Bau der Pfarr- und Wallfahrtskirche Sachseln wurde mit der Grundsteinlegung durch den päpstlichen Nuntius Odoardo Cybo am 12. Juni 1672 begonnen. Im Juli 1679 war das Kirchenschiff fertiggebaut und so konnte der Eichensarg mit den Gebeinen des Heiligen Bruder Klaus Ende August 1679 in die neue Kirche überführt werden. Nach zwölfjähriger Bauzeit wurde die Kirche von Weihbischof Georg Sigismund Müller von Konstanz am 7. Oktober 1684 geweiht. Die Kirche ist eines der 3200 Objekte, die zum Kulturgut von nationaler Bedeutung zählen.

Am 13. Mai 1940 geschah das »Wunder von Waldenburg«. Die Schweiz befürchtete aufgrund der in der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 1940 von der Deutschen Wehrmacht auf die neutralen Benelux-Staaten und Frankreich ohne Vorwarnung getätigten Überfälle ebenfalls mit einem Angriff. Der Bundesrat befahl sodann die vom Oberbefehlshaber der Schweizer Armee General Henri Guisan beantragte Generalmobilmachung mit Wirkung per Samstag, 11. Mai 1940, 09.00 Uhr; sie war nach der ersten Kriegsmobilmachung, die am 2. September 1939 erfolgte die zweite Allgemeine Mobilmachung im Zweiten Weltkrieg.

 

Die Kriegsmobilmachung vom 2. September 1939 folgte dem Aufgebot der gesamten Grenztruppen und einzelner Deckungsgruppen, welches am 28. April 1939 vom Bundesrat ausgesprochen wurde. Die vereinigte Bundesversammlung wählte am 30. August 1939 Oberstkorpskommandant Henri Guisan zum General.

Einen Tag darauf verkündete der deutsche Propogandaminister Josef Goebbels: «Innert 48 Stunden wird es in Europa keine neutralen Staaten mehr geben!» Doch am nächtlichen Himmel erschien über dem Städtchen Waldenburg in der Nähe von Liestal einen Tag später, am 13. Mai eine grosse, hell leuchtende Hand – es war die schützende Hand von Bruder Klaus. Die Schweiz blieb vom Krieg verschont. Bruder Klaus wurde am 15. Mai 1947 von Papst Pius XII. heiliggesprochen. Der Papst legte als offiziellen Gedenktag den 25. September fest.

 

 

Das obenstehende Bild zeigt die Freske »Ereignis von Waldenburg, 13.05.1940«, welche in der Wallfahrtskirche Melchtal im Kanton Obwalden anzutreffen ist.

Der heilige Bruder Klaus ist der Schutzpatron der Schweizerischen Eidgenossenschaft sowie auch des Kantons Obwalden, der Katholischen Landjugendbewegung, der Katholischen Landvolkbewegung, des Schweizerischen Studentenvereins und der Päpstlichen Schweizergarde.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: www.h-u-m-rueegg.li
Bild C: www.kathpedia.com
Bild D: Seite aus dem Buch »Dokumente des Aktivdienstes«
Bild E: www.bruderklausgedenktag.ch

 

 

24. September 2012

Die Schweizer Armee von heute

by Josef Beda

Nicht über dieses Thema wollen wir heute nachdenken – die Armee analysieren, sie beurteilen, nach ihrem Sinn und Zweck urteilen, über ihre Aufgaben debattieren, die Organisation kritisch beleuchten, … -, nein »Die Schweizer Armee von heute« ist der Titel eines im Jahr 1952 im »Vaterländischen Verlag AG Murten« erschienen Buches.

 

Für die damalige Zeit trägt es zurecht den Untertitel »Das aktuelle Standardwerk über die Schweiz in Wehr und Waffe«. Herausgegeben wurde es – so steht es: in Zusammenarbeit mit den berufensten militärischen und zivilen Fachleuten und Künstlern. In seinem Vorwort schrieb der damalige Chef des Eidgenössischen Militärdepartements und im Jahr 1952 auch Bundespräsident Dr. Karl Kobelt: «Der Marschhalt, den unsere Armee nach den Anstrengungen der Kriegsjahre 1939 his 1945 glaubte einschalten zu dürfen, ist nur von kurzer Dauer gewesen. Viel früher, als wir alle im stillen gehofft haben, ist wieder die bange Schicksalsfrage an unser Volk und unsere Armee herangetreten, wie wir in einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den Grossmächten, die sich drohend gegenüberliegen, zu bestehen vermöchten. Die Welt ist heute weit entfernt von einem dauerhaften Frieden. Alle stehen im Banne des kalten Krieges, und in Korea wütet bereits wieder ein grausamer Krieg der Waffen, dessen Ende noch nicht abgesehen werden kann. … Dieses Buch möchte unserem Volk zeigen, welches das Gesicht unserer heutigen Armee ist und welches die Entwicklungen sind, die unser Wehrwesen in der Nachkriegszeit durchgemacht hat. Möge dieses Volksbuch Eingang finden in viele Stuben unseres Landes und Zeugnis ablegen von dem heissen Bemühen zur Erhaltung unserer Wehrbereitschaft!»

 

Karl Kobelt (* 1. August 1891in St. Gallen; † 5. Januar 1968 in Bern) studierte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) Bauingenieur und erhielt im Jahr 1917 den Titel Dr. sc. techn. ETH. In seinem Heimatkanton St. Gallen leitete er als Regierungsrat ab 1933 das Baudepartement, bis er am 10. Dezember 1940 als Nachfolger von in den Bundesrat gewählt wurde. Am 1. Januar 1941 übernahm er das Eidgenössische Militärdepartement, dem er bis zu seinem Rücktritt am 31. Dezember 1954 vorstand. In den Jahren 1946 und 1952 war Dr. Karl Kobelt Bundespräsident.

Sieben Hauptkapitel umfasst das 371-seitige Werk in dem verschiedene Autoren detailliert auf das unter dem jeweiligen Titel zusammengefasste Thema eingehen. Im allerersten Abschnitt »Der Tag der Fahnenehrung« unter dem Kapitel-Titel »Die Armee in den Nachkriegsjahren« ermahnt General Henri Guisan ganz am Schluss seiner Ausführungen: «Glanz, Ehrfurcht und Stolz hielten dort Einkehr. Beim Anblick all‘ dieser treuen Begleiter unserer Soldaten hat sich allen der Eindruck aufgedrängt, dass dieses weisse Kreuz im roten Feld, dieses Symbol eidgenössischer Treue und Bruderliebe, dieses Wahrzeichen schweizerischer Freiheit, uns immer wieder zurufen möchte: seid auch fürderhin einig, wachsam und stark!

 

Das in Leinen gebundene Buch im Format weist zahlreiche Schwarzweiss-Fotografien und auch mehrfarbige Kunsttafeln auf. Es ist im Online Shop für Gebrauchte Bücher – buchplanet.ch – für CHF 10.00 erhältlich.

21. September 2012

Mauritius – Der Bordeaux-Brief

by Josef Beda

Mauritius, zu der Inselgruppe der Maskarenen gehörend, wurde von Europa durch den Portugiesen Pedro Mascaenhas im Jahr 1505 entdeckt. Die Portugiesen kolonisierten die gut 2000 km grosse Insel nicht, sondern sie nutzten sie als Stützpunkt. Ab 1598 war die Insel im Besitz der Niederlanden, bis diese den Besitz infolge verschiedener Katastrophen 1710 aufgab. In den folgenden fünf Jahren war die Insel ein Stützpunkt der Piraten, welche nicht nur der Schifffahrt erhebliche Schwierigkeiten boten, sondern auch der Natur der Insel rücksichtslos schadeten. Die Handelsmacht Frankreich hatte genug von dem Piraten-Treiben und eroberte Mauritius im Jahr 1715 und gaben der Insel fortan den Namen Île de France. Im Jahr 1810 besetzten die Briten die Insel und nannten sie wieder Mauritius. Im Jahr 1814 wurde die Insel zur britischen Kronkolonie und gehörte zum britischen Weltreich.

 

Grossbritanien bereitete die Bevölkerung der Inseln Mauritius und Rodrigues zehn Jahre lang auf ihre Selbstständigkeit vor; sie räumten ihnen das allgemeine Wahlrecht und die Politische Autonomie ein. Am 12. März 1968 wurde Mauritius vom Vereinigten Königreich unabängig trat dem Commonwealth bei. 24 Jahre später führte sich Mauritius eine neue Verfassung ein und wurde zu einer Republik, welche die Inseln Mauritius und Rodrigues soiei zahlreiche kleinere Inseln einschliesst.

 

Unter der Herrschaft der Briten wurde 1935 die Sklaverei auf den beiden Inseln verboten. Die Folge des Verbotes führte zu einer Masseneinwanderung, welche ab 1871 durch einen Einwanderungsstopp angehalten wrden konnte. Weil die Bewohner auf Monokultur – Anbau von Zuckerrohr – gesetzt haben, die Produktion die Nachfrage jedoch überstieg, fiel diese Industrie in die Krise, woraufhin ein grosse Teile der Bewohner die Inseln verliessen. Doch in der 150-jährigen Besatzung durch die Briten brachte Mauritius als siebtes Postgebiet der Welt seine ersten beiden Briefmarken mit einer Auflage von jeweils 500 Stück heraus: Die »Rote Mauritius« und die »Blaue Mauritius«.

 

Diese beiden Marken zählen, obwohl sie weder die seltesten noch die teuersten sind, zu den bekanntesten Brief-Marken der Welt. Der sogenannte »Bordeaux-Brief«, auf dem oben rechts, links eine blaue One-Penny und rechts daneben eine rote Two-Penny-Marke aufgeklebt sind, ist das teuerste philatelistische Sammlesrstück der Welt. Die unglaubliche Kostbarkeit – 1993 wechselte der Brief für über 6 Millionen Franken den Besitzer – ist damit fundiert, dass er der einzigstee der Welt ist, der beide Mauritius-Briefmarken der ersten Serie trägt.

 

Bild-Quellen:
Bild A:
Bild B:
Bild C:
Bild D:

 

20. September 2012

Hirnwurm-22

by Josef Beda

Unser Eidgenossen Bundeshaus in Bern – am 28. November 1848 von der Bundesversammlung zur Bundesstadt und damit zum Sitz der Bundesbehörden bestimmt – hat eine lange Baugeschichte. Der älteste Teil des Gebäudes ist das zwischen 1852 und 1857 erbaute »Bundes-Rathaus« – heute das »Bundeshaus West«. In diesem Gebäude waren die Bundesverwaltung, die Regierung und das Parlament untergebracht. Infolge Platzmangels musste eine Erweiterung erstellt werden und so entstand in den Jahren 1888 bis 1892 an Stelle des 1884 abgebrochenen Inselspitals das heutige »Bundeshaus Ost«. Als Abschluss der Bauten wurde zwischen den Jahren 1894 und 1902 das Parlamentsgebäude, der monumentale Repräsentationsbau, als Ersatz des abgebrochenen »Casino« erstellt. Das Parlamentsgebäude mit der Hauptkuppel kostete damals sieben Millionen Franken – dies entspricht einem derzeitigen Betrag von etwa 700 Millionen Franken.

 

 

Den architektonischen Mittelpunkt des Parlamentsgebäudes bildet die Kuppelhalle mit der Glaskuppel im imposanten Kuppelgewölbe. In der Mitte der Glaskuppel befindet sich das als Mosaik ausgeführte Schweizerwappen. Dieses ist von Eichenlaub umrankt und wird von zwei weiblichen Freiheitsfiguren getragen. Radial zum Mittelpunkt gruppieren sich die Wappen der bei der Errichtung des Gebäudes bestandenen zweiundzwanzig Kantone; die sechs Halbkantone (Appenzell Ausserrhoden & Appenzell Innerrhoden, Basel-Land, & Basel-Stadt, Nidwalden & Obwalden) teilen sich dabei jeweils ein Wappenfeld.

 

 

Zur Zeit der Erstellung des damaligen Neubaus, hätte natürlich niemand daran gedacht oder geglaubt, dass am 1. Januar 1979 ein neuer Kanton in die Eidgenossenschaft eintreten bzw. durch Abspaltung gegründet wird. 

 

Das Wappen und die Flagge de la »République et Canton du Jura« zeigen auf der rechten Seite sieben Balken in den zwei sich abwechselnden Farben Rot und Weiss. Die Balken symbolisieren die sieben Amtsbezirke, welche bei der Gründung des Kantons zur Diskussion standen und den Kanton Jura ausmachen sollten. Heute besteht der Kanton Jura jedoch aus drei Bezirken, nämlich den Bezirken Delsberg, Freiberge und Pruntrut. Auf der linken Seite befindet sich ein Bischofsstab, der an die einstige Zugehörigkeit des Gebietes – der sieben Bezirke – zum Fürstbistum Basel erinnert.

Das Wappen des neuen Kantons Jura, der durch Abspaltung vom Kanton Bern durch die Änderung der Bundesverfassung am 24. September 1978 bei einer Stimmbeteiligung von gut 42% mit einer Volksmehrheit von 82,3% und allen 19 6/2 Ständen angenommen wurde, fand in der Glaskuppel kein Platz mehr, und es musste etwas abseits montiert werden.

 

 

Unsere Frage: In welchem Plan-Quadrat der obenstehenden Abbildung befindet sich das Wappen des jüngsten Kantons der Eidgenossenschaft – des Kantons Jura?

Wettbewerbsbestimmungen:

Am Wettbewerb «Hirnwurm-22» können unsere Blog-Leserinnen und -Leser teilnehmen, ausgeschlossen sind das Personal und die Mitarbeitenden der Stiftung Tosam.
Die Antworten können uns per e-mail: info@buchplanet.ch zugestellt werden. Bei mehreren richtig eingehenden Lösungen, wird der Preis ein Gutschein im Wert von CHF 18.00 ausgelost.
Der Gewinner wird von uns per e-mail benachrichtigt und den Gutschein-Code erhalten. Dieser Code kann bei der nächsten Bestellung in das entsprechende Feld eingegeben werden.
Der Betrag von CHF 18.00 wird vom Rechnungsbetrag, zusammengesetzt aus den Preisen der bestellten Bücher und den Versandkosten, in Abzug gebracht. Eine teilweise Einlösung des Gutscheins ist nicht möglich – beim Gebrauch verfällt ein allfälliger Restbetrag.
Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Die Teilnehmer dieses Wettbewerbs erklären sich mit den Bestimmungen einverstanden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen (OR 513).

Einsendeschluss: Freitag, 5. Oktober 2012

 

Bild-Quellen:
Bild A: www.evpzh.ch
Bild B: Aus dem Buch »1991, das Jahr der Schweiz«
Bild C:
Bild D: Wikipedia (modifiziert by buchplanet (JBS))

 

 

19. September 2012

Sprachen in der Schweiz

by Sara Grob

Wie man weiss, verfügt die Schweiz über vier Landessprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Rumantsch). Einerseits ist das spannend und auch speziell, andererseits kann es auch zu Verwechslungen und Missverständnissen führen.

Für Ihre nächsten Ferien in der Schweiz haben wir im buchplanet.ch das perfekte Buch im Angebot. Ein Sprachführer in allen vier Landessprachen, der praktischerweise in jeder Hosentasche Platz findet.

Einige Sätze aus diesem Buch werde ich nun in diesem Blogeintrag veröffentlichen um Ihnen einen guten Einblick in das kleine Büchlein zu verschaffen.

Studenten reisen bekanntlich mit einem kleinen Budget. Die Frage „Gibt es Studentenrabatt?“ ist deshalb sehr wichtig.
Y a-t-il des prix spéciaux pour les étudiants?
Ci sono prezzi speciali per studenti?
Datti petschs spezials per students?

Bevor man irgendwo ein Feuer anzündet, sollte man fragen, ob das auch erlaubt ist. Doch wie fragt man „Darf man hier Feuer machen?“?
Peut-on faire un feu ici?
Qui si può accendere un fuoco?
Pudain nus far qua in fieu?

Ein zu hartes Bett ist nicht angenehm. Wie sagt man also „Das Bett ist zu hart?“
Le lit est trop dur.
Il letto è troppo duro.
Ill letg è memia dir.

Kurz und bündig „Die Rechnung, bitte!“, wie sagt man das?
L’addition, s’il vous plaît.
Il conto, per favore!
Il quint, per plaschair.

Das Buch finden Sie unter diesem Link: http://www.buchplanet.ch/pi/Schweizer-Sprachen-Langues.html

Auf Wiedersehen!
Au revoir!
Arrivederci!
A revair!

 

18. September 2012

Ausreise ohne Rückkehr

by Josef Beda

Der »Wilhelm Heyne Verlag«, der vor allem moderne Taschenbücher herausgab und ihren Sitz in München hat, verlor am 1. Januar 2001, kurz nach dem Tod von Rolf Heyne, seine Eigenständigkeit und wurde von der »Axel Springer AG« in die von ihr erstellte Verlagsgruppe »Ullstein-Heyne-List« integriert. Zwei Jahre später übernahm die »Random House«, eine Tochter der »Bertelsmann AG«, den Grossteil dieser Verlagsgruppe, so auch den »Wilhelm Heyne Verlag«.

 

 

Sehr bekannt wurde der »Wilhelm Heyne Verlag« mit der Taschenbuch-Reihe »Heyne Filmbibliothek«, die 276 Bände umfasst und in den Jahren 1979 bis 2000 verlegt wurde. In dieser Taschenbuch-Edition werden im Kern die grossen und unvergesslichen Film- und Fernsehstars sowie Regiesseure vorgestellt. Der Band mit der Nummer 34 wurde vom deutschen Filmkritiker, Filmhistoriker, Drehbuchautor und Filmdarsteller, Joe Hembus (* 11. Mai 1953; † 21. April 1985) verfasst; es widmet sich dem mit Preisen, Ehrungen und Auszeichnungen übersähten britischen Komiker, Schauspieler, Regisseur, Komponisten und Produzenten Sir Charles Spencer Chapolin, KBE, bekannt als Charlie Chaplin.

 

 

Die Lebensgeschichte vom grossen Künstler Charlie Chaplin ist im erwähnten Taschenbuch bestens beschrieben; so viel sei jedoch verraten: In den USA, in der Charlie Chaplin zuerst mit Tourneen und später als Angestellter amerikanischer Unternehmungen des Entertainment seine grössten Erfolge verbuchen konnte, besass er die Gunst der Bevölkerung; der Staatsapparat jedoch – vor allem der FBI-Chef Hoover war ihm nicht gut gesinnt; sie warfen ihm subversive Tätigkeiten vor. Am 18. September 1952 verliess Chaplin, der seine britische Staatsangehörigkeit behielt die USA, um in seiner Heimat – England – der Weltpremiere des Films Rampenlicht beizuwohnen. Als Hovver von der Ausreise Chaplins erfuhr verhinderte er die Wiedereinreise; Chaplin bechloss in Europa zu bleiben und kaufte die »Villa Manoir de Ban« in der waadtländischen Gemeinde Corsier-sur-Vevey am Genfersee.

 

 

 

Charlie Chaplin lebte bis zu seinem Tod am 25. Dezember 1977 in seiner Schweizer Wahl-Gemeinde und kehrte nicht wieder in die USA zurück. Im Jahr 1953 schrieb Charlie Chaplin in der New Yorker Zeitung »National Guardian«: «Ich bin nicht länger nützlich für Amerika. Ich werde niemals mehr dorthin zurückkehren, auch dann nicht, wenn Jesus Christus Präsident der USA werden würde.»

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Buchdeckel
Bild C: www.corsier-sur-vevey.ch

 

 

17. September 2012

Hirnwurm-21 – Die Lösung

by Josef Beda

Wir erinnern uns an die kleine Geschichte im Restaurant; Robert fragte seinen Tischnachbarn Norbert: «Siehst du die sieben Männer, die am hinteren Tisch sitzen?», und er ergänzte: «Die sind alle miteinander verwandt.» Norbert fragte – noch nichts ahnend: «Wie sind sie denn miteinander verwandt?»

 

«Die Sache ist so», begann Robert, «diese Herren heissen Alex, Beda, Cédric, David, Elmar, Fredy und Georg. Einer von ihnen ist Hotelier, der andere Ingenieur, der dritte Jurist, einer ist Orgelbauer, einer Lehrer, einer Bildhauer und einer ist der Präsident unserer Gemeinde.» Nach einer kurzen Verschnaufpause und einem Schluck Wein fuhr er fort: «Der Vater von Alex ist der Lehrer, der Bruder von Cédrics Vater ist der Schwiegervater von Elmars Schwester. Der Schwager von David ist der Bildhauer, der Sohn von Fredy ist der Hotelier. Der Bruder von Cédric ist der Ingenieur, und Beda ist der Onkel des Hoteliers. Der Bruder von Alex ist der Jurist. Der Vater von Fredy ist der Präsident der Gemeinde und Cédric ist der Cousin vom Hotelier. – So jetzt weisst du, wie die sieben Herren miteinander verwandt sind.»

 

 

Für die Lösungsfindung unserer beiden Fragen erstellt man am einfachsten zweimal sieben Zettel und notiert auf den ersten sieben die Vornamen der Herren und auf weiteren sieben Zettel die sieben Berufe. Dann versucht man ein Organigramm zu erstellen und kommt auf folgendes Ergebnis:

 

 

Auf unseren »Hirnwurm-21« haben wir einige richtige und keine falschen Lösungen erhalten. Wie angekündigt, musste bei mehreren richtigen Einsendungen das Los entscheiden. Die Gewinnerin bzw. der Gewinner wird von uns per e-mail persönlich benachrichtigt und erhält den Gutscheincode für eine Gutschrift von CHF 18.00 auf die nächste Rechnung des »buchplanet.ch«. Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das Interesse und hoffen, dass viele Personen auch am »Hirnwurm-22«, welcher am nächsten Donnerstag, 20. September erscheinen wird, mitmachen werden.

 

Bild-Quellen:
Bild A:
Bild B: www.knobelforum.de
Bild C: buchplanet.ch (JBS)

 

 

13. September 2012

Zum 10. Todestag von Dr. jur. Dr. h.c. Karl Huber

by Josef Beda

Am kommenden Sonntag, 16. September 2012 gedenken wir Karl Huber, der am Montag, 16. September 2002 im 87. Altersjahr verstorben ist. Karl Huber wurde am 18. Oktober 1915 in St. Gallen geboren und besuchte ebenda die Schulen bis zur Maturität. Nachher studierte er an der Universität Bern Rechtswissenschaft und erlangte 1939 den Doktortitel in Jura. Nach dem Aktivdienst, der Karl Huber daran hinderte Anwalt zu werden, zog er 1941 als juristischer Mitarbeiter im Volkswirtschaftsdepartement, welchem von 1940 bis 1947 Bundesrat Walther Stampfli vorstand, in das Bundeshaus ein. Von 1954 bis 1967 leitet Karl Huber das Departement als Generalsekretär. In diese Zeit fielen auch die Verhandlungen zur Schaffung der »Europäischen Freihandelszone« EFTA, welche am 4. Januar durch die Unterzeichnung der »Stockholmer Konvention« gegründet und deren Verträge und am 3. Mai gleichen Jahres in Kraft gesetzt wurden.

 

Obenstehende Karte zeigt den Raum der »European Free Trade Assoziation« (EFTA). Die Gründungsmitglieder waren Dänemark, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Später kamen Finnland, Island und das Fürstentum Liechtenstein dazu. Nach den Beitritten verschiedener Länder zur EU verbleben – dunkelgrün eingefärbt –  Finnland, Island das Fürstentum Liechtenstein die Schweiz in dieser Organisation.

Im Jahr 1967 wurde Dr. jur. Karl Huber von der Vereinigten Bundesversammlung bereits im ersten Wahlgang – als kanzleiexterner Kandidat – zum Bundeskanzler gewählt. In seiner Amtszeit als Magistrat – in der Schweiz die Bezeichnung für die höchsten Staatsfunktionäre – rationalisierte die Entscheidungsverfahren des Bundesrates, schuf Regeln für das Vernehmlassungsverfahren, arbeitete Regierungsrichtlinien des Bundesrates aus und führte die  Von-Wattenwyler-Gespräche ein, an denen Bundesrat, Bundskanzler und die Spitzen der Bundesratsparteien wichtige Themen besprechen und Konsens-Lösungen erarbeiten. Im Jahr 1964 wurde unter der Führung von Karl Huber die Bundeskanzlei aufgewertet und der Bundeskanzler bekam im Bundesrat ein eigenes Antragsrecht. Während seiner Amtszeit wurden die Parlamentsdienste organisatorisch von der Bundeskanzlei losgelöst.

 

Zu seinem 65. Geburtstag erschien das Buch »Staatsreform wohin?«, welches von Hans Peter Fagagnini und Hans Wili herausgegeben wurde. In zehn von einzelnen Autoren verfassten Kapiteln werden Themen wie Struktur der Regierung, Aufgaben und Führung der Regierung, Planung und Koordination im Bund, … und nicht zuletzt auch die Stellung des Bundeskanzlers der Schweizerischen Eidgenossenschaft behandelt.

 

Die Fotografie zeigt Dr. jur. Dr. h.c. Karl Huber im Jahr 1981 – dieses Bild ist eine Kopie des im Buch »Staaatsreform wohin?« im Frontispiz montierten Porträts.

Die Festgabe zum 65. Geburtstag von Bundeskanzler Dr. jur. Dr. h.c. Karl Huber umfasst 98 Seiten und ist im Online Shop für Gebrauchte Bücher – buchplanet. ch – erhältlich.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B:
Bild C: Buchauszug