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»Der Erste Schock« – »Der Zweite« folgte gleich

von Josef Beda

Am 21. August1957 – also vor 55 Jahren – brachte es die dmalige UdSSR fertig, den weltweit ersten erfolgreichen Testflug einer Interkontinentalrakete durchzuführen. Die R-7 wurde unter der Leitung von Sergei Pawlowitsch Koroljow in der Sowjetunion entwickelt und gebaut.

 

Sergei Pawlowitsch Koroljow (* 30. Dezember 1906 ; † 14. Januar 1966) war ein sowjetischer Konstrukteur von Raketen und Satelliten. Seine Ideen und sein Führungsstil kann vielleicht mit zwei Zitaten zusammengefasst werden: «Je einfacher eine Konstruktion ist, desto genialer ist sie. Kompliziert bauen kann jeder.» und «Finden wir eine Kompromisslösung – machen wir es so, wie ich es sage.» Der  Weltraumpionier spielte in der Geschichte der Raumfahrt eine sehr wichtige Rolle. Seine Urne wurde in der Kremelmauer beigesetzt – eine sehr hohe Ehre. In der nach ihm benannten Stadt Koroljow erhielt Sergei Pawlowitsch Koroljow ein Denkmal.

Die erste »Sapwood«, dies war der NATO-Codename für die Rakete, hatte eine Höhe von 34 m, einen Durchmesser von 3 m und wog 280 Tonnen. Beim ersten erfolgreichen Testflug auf einer ballistischen Flugbahn legte die R-7 eine Entfernung von 6000 km zurück. Alarm! – Interkontinentalraketen werden vor allem als militärische Raketen eingestzt, können mit Atomboben als »Nutzlast« bestückt werden, und, eine mögliche Flugweite von 6000 km genügt, um von der UdSSR in die USA zu gelangen. Für die westliche Welt war der Erfolg der Sowjetunion – ein Meilenstein im Wettrüsten während des Kalten Krieges – ein Grund zur Sorge, denn in den Vorjahren hatte sich das politische Klima zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR zunehmend verschlechtert.

 

Das obenstehede Bild zeigt eine R-7, eine Trägerrakete, die in den UdSSR entwickelt und gebaut wurde. Die heutigen im Einsatz stehenden Sojus-Raketen entsprechen im Wesentlichen unverändert der R-7. Sie gilt als die zuverlässigste Rakete.

Nachdem die sowjetische Nachrichtenagentur TASS den Testflug am 26. August offiziell bekannt gegeben hat, wurde nur neunzig Tage später, am 4. Oktober 1957, der erste künstliche Erdsatellit ins All gebracht. Und wieder waren es die UdSSR, welchen es gelang einen neuen Höhepunkt in der Vorwärtsstrategie zwischen Ost und West, den Beginn der Raumfahrt, zu setzen. Für der westliche Welt war dies der »Zweite Schock«, der mit dem Begriff »Sputnik-Schock« benannt wurde. Bis zu diesen zwei Ereignissen waren es immer die USA, die der Sowjetunion eine Nasenlange voraus waren, doch ab diesem Datum begann nun auch der Wettlauf in der Raumfahrt, der Wettlauf im Weltraum. Sputnik 1, so lautete die Bezeichnung für den ersten Satelliten, wurde mit einer Trägerrakete R-7 in das All geschossen. Der Tatsache, dass die UdSSR in der Lage waren mit ihren Raketen den Weltraum zu erreichen folgte, dass die östliche Supermacht jeden Punkt der Erde hätte erreichen – beschiessen – können.

 

Sputnik 1 war 92 Tage im Orbit. Seine Umlauzeit um die Erde betrug etwa 96 Minuten. Die Flughöhe lag zuerst zwischen 215 km und 940 km, sank jedoch kontinuierlich bis er am 4. Januar 1958 in der Atmosphäre verglühte.

Und bevor es die USA schafften einen Satelliten in den Weltraum zu bringen, taten es die UdSSR am 3. November 1957 erneut. Sputnik 2 umkreiste die Erde in 162 Tagen 2250 mal. Im Gegensatz zu Sputnik 1, der kugelförmig gebaut war und lediglich 84 kg wog, wies Sputnik 2 eine kegelförmige Form auf und wog 508 kg. Mit Sputnik 2 wurde auch das erste Lebewesen in den All gebracht – die Hündin Laika. Es war geplant, dass Leika zehn Tage überleben, ausreichende Daten ihrer Körperfunktion liefern und danach mit portioniertem Giftfutter schnell und sanft getötet werden sollte. Doch Laika starb vermutlich etwa sieben nach dem Start an Stress – verursacht aus einer Mischung von Lärm, Vibrationen und starker Beschleunigung – sowie zu grosser Hitze.

Die obenstehende Abbildung zeigt das Kosmonautenmuseum in Moskau. Auf dem Dach des Flachbaues, welcher die Ausstellung der sowjetischen Raumfahrt, ihre Technik und Kultur beherbergt, steht das 107 Meter hohe Denkmal zu Ehren der »Eroberer des Weltraums« – auch die Hündin Leika hat hier ihren Platz erhalten.

Laika hat in ihrer kurzen Mission jedoch bewiesen, dass Lebewesen unter Schwerelosigkeit überleben können – bis dahin war dies nicht bekannt. Sie leistete somit einen wichtigen unerlässlichen Beitrag zur späteren bemannten Raumfahrt, die ohne ihr Opfer so nicht möglich geworden wäre.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Wikipedia
Bild C: Wikipedia
Bild D: Wikipedia

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