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Erste Hilfe aus Rumänien

von Josef Beda

Es war am Sonntag 24. Februar 2008 als die Republik und Kanton Genf als sechster Stand das Rauchverbot in Restaurants, Bars, Diskotheken und der Verwaltung mit einer überwältigender Mehrheit von über 81% der abgegebenen Stimmen angenommen hat. In Kraft gesetzt wurde das Verbot am 1. Juli gleichen Jahres. Seit 1. Mai 2010 ist ein im Bundesgesetz festgehaltener Schutz vor Passivrauchen in Kraft gesetzt – den einzelnen Kantonen jedoch ist es überlassen, strengere Gesetze zu erlassen.

 

Gut sieht es für die Raucher in Appenzell Innerrhoden – in der obenstehenden Karte die rot eingefärbten Gebiete – aus: Hier gilt die Bundeslösung und sie wird liberal umgesetzt. Die Standeskommission hielt fest, dass sie alle Versuche ablehne, die geltenden Normen auf dem Verordnungsweg zu verschärfen.

Die »Verbotswelle« – die ist im vollen Gang und wie es mit der »Verfolgung der Raucher« in 35 Jahren aussehen könnte, schildert der im Jahr 1960 in Italien geborene, nun in Basel lebende und arbeitende Autor Alfonso Pecorelli in seinem Buch mit dem Titel »Nicht-Rauchen ist tödlich«. Er schreibt: «Das Buch ist nicht als Pamphlet für das Rauchen zu verstehen. Aber vielleicht weist es, auf unterhaltsame Art, auf die Gefahren der ›Diktatur in der Demokratie‹ hin.»

 

Das in der Reihe »Westentaschenbuch« im WOA-Verlag erschienene erste Buch umfasst 125 Seiten. Es ist das vierte Werk, welches aus der Feder von Alfonso Pecorelli stammt. Weitere Titel dieses Autors sind: »Sünden der Macht«, »Nacht ohne Morgen«, »Das Mädchen und die magische Blume«, »Smile!« und »Kathleen«.

Gemäss Statistiken ist der Tabakkonsum in der Schweiz seit 2007 um 20% zurückgegangen. Das meint, dass im Jahr 2007 29% und im Jahr 2011 23% der Bevölkerung regelmässig zum Glimmstengel gegriffen haben. Der Anteil der Raucher dürfte aber weiter sinken, dies nicht etwa infolge der Verbote, sondern aufgrund der stets wachsenden Preise der Tabakwaren. Zahlte man vor zehn Jahren für ein »Päckli Zigi« noch etwa fünf Franken, ist man heute – noch – bereit dafür beinahe acht Franken auszugeben – also etwa 40 Rappen pro Zigarette. Von diesem Preis »wandern« dann immerhin rund 63% in die Bundeskassen. Vom Verkaufspreis werden nebst Mehrwertsteuer je 0,3% zur Finanzierung des Tabakpräventionsfonds und für die Unterstützung des inländischen Tabakanbaus (SOTA-Fonds) eingesetzt. Die Tabaksteuer in der Höhe von 55,2% des Verkaufspreises – im Jahr 2010 waren es zirka 2.25 Milliarden Franken – wird gemäss der Verankerung in der Bundesverfassung Art. 112 vollumfänglich zur Mitfinanzierung der AHV/IV eingesetzt und deckt damit etwa 5% deren Einnahmen.

 

Das oben abgebildete Schaubild zeigt, wie sich der Kaufpreis einer Schachtel Zigaretten für den Endverbraucher zusammensetzt. Der Anteil, welcher den AHV/IV zufliesst bildet mit 55,2% zwar den grössten Brocken, deckt jedoch nur etwa 1/20 der benötigten Einnahmen dieser Kassen.

Die einundzwanzigjährig-junge, hübsche Barmaid der »Magic Music Bar«, mit dem klingenden Namen Christina, stammt aus der Hauptstadt Rumäniens – aus Bukarest. Oftmals leidet sie an Kopfschmerzen und da sie Raucherin ist, aber wenig Geld für Medikamente hat, zeigte sie den Gästen »ihres Ladens« wie man in Rumänien glaubt die lästigen Kopfschmerzen zu lindern.

 

 

Unter der Annahme, dass Überdruck im Kopf die Ursache für das Kopfweh ist, muss eben dieser Überdruck abgebaut werden. Die Methode dafür: Zwei Zigaretten anzünden und in die beiden Ohren stecken – Filter voraus! Da die Zigaretten Luft zum Brennen benötigen, beziehen sie diese aus dem Kopf – der Überdruck verringert sich dadurch und die Schmerzen lassen nach. Wenn sie – die Zigaretten – schädlich für die Gesundheit sind, dann nützen sie wenigstens bei der »Ersten Hilfe aus Bukarest«!

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Buchdeckel
Bild C: JBS (buchplanet.ch)
Bild D: Wikipedia

 

 

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