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D’Schlatte Fraue und ihr Kochbuch

von Josef Beda

Als männlicher Mensch ist es mir nicht ganz klar, was in einer Frauen- und Müttergemeinschaft alles abläuft. Und so ist es immer ein kleines Aufleuchten, wenn diese Gemeinschaften an die Öffentlichkeit treten – aus ihrem sicher sehr wertvollen Wirken in irgendeiner Form berichten.
Die Frauen- und Müttergemeinschaft Schlatt veröffentlichte im von Frau Carol Forster geführten, von ihr im Jahr 1992 gegründeten und im Jahr 2010 zur Buchhandlung des Jahres ausgezeichneten, »Bücherladen Appenzell« ein ganz besonderes Kochbuch, welches den Titel »Pssst! Chochkheimniss vo de Schlatte Fraue« trägt.

 

 

Bevor 57 Frauen ihre  – alle handgeschrieben und teilweise auch illustrierten – Rezepte frei geben, ist auf der ersten Seite das Lied »Mii Schlatt« abgedruckt. Im wunderschönen Innerrhoder-Dialekt wird das »Schlatte-Doof«, dessen Lage und die Freundlichkeit der Menschen, wie auch die enge Bindung der Bewohner an dieses Dorf beschrieben. Im gleich anmutender Sprache leitet Frau Erna Köfer Koller, ehemalige Präsidentin der Frauen- und Müttergemeinschaft Schlatt, die Rezepte mit »Wa söli au hüt choche?« ein.

 

Schlatt (921 m ü.M.) liegt auf einem Plateau und bietet eine eindrückliche Aussicht in den Talkessel von Appenzell und über weite Teile des Alpsteins. Die Siedlung zählt zu den schützenswerten Ortsbildern mit nationaler Bedeutung. Der kleine Dorfkern wird definiert durch die markante, neubarocke Kirche, das Schulhaus und die Gastronomie. (Quelle: Website des Bezirks Schlatt-Haslen.)

 

Obenstehende Abbildung zeigt den Innenraum der katholischen Kirche Schlatt, deren Patron der Heillige Josef von Nazaret ist.

 

Das schön-gestalltete Kochbuch beinhaltet viele Anleitungen für das Zubereiten von Suppen, Saucen und Apéros, Fischgerichten, Fleischlosen Gerichten – beispielsweise »Tomaten-Lasagne« -, Fleischgerichten – als Beispiele seien »Schweins-Steaks à la Teneriffa«, »Currygehacktes mit Erbsen«, »Lauch-Schnitzel-Auflauf« und »Bananen-Schinkengratin« erwähnt -, Süssspeisen und Desserts, Spezielles – als Beispiel erwähne ich gerne den »Leimensteiger Hagenbuttenlikör« – und ganz zum Schluss steht das »Zehn vor Zwölf-Rezept«.

 

 

Ein äusserst gelungenes Werk, welches auch in einer gewissen Form einen Einblick in das Leben – in das Denken – der Bevölkerung vom Stand Appenzell Innerhoden gibt und sehr verführerische, leicht nachvollziebare Anleitungen für gluschtiges Essen beinhaltet.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel
Bild B: Wikipedia
Bild C: Wikipedia
Bild C: Buchseite

 

 

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