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Archiv vom Juli, 2012

31. Juli 2012

Nationalfeiertag der Schweiz

by Josef Beda

Geschätzte Damen und Herren – Liæbi Fraue ond Manne – Liebe Mit-Eidgenossinnen und Mit-Eidgenossen – oder wie auch immer die Begrüssungsworte lauten werden -, so wird es heute und morgen Abend im ganzen Land ertönen. Anlass dazu gibt der seit 1891 Schweiz weit eingeführte Bundesfeiertag. Der 1. August wurde damals aus Anlass des 600. Geburtstags der Schweizerischen Eidgenossenschaft – wohl aber auch im Zusammenhang mit der 700-Jahr-Feier der Stadt Bern – landesweit zum Nationalfeiertag erklärt. Doch zu einem offiziellen arbeitsfreien Bundesfeiertag wurde er erst durch die am 26. September 1993 mit 83,8% aller abgegebenen Stimmen und von allen 20 6/2 Stände angenommene Volksinitiative – die Bundesverfassung wurde durch den Artikel 116bis ergänzt:

«Der 1. August ist in der ganzen Eidgenossenschaft Bundesfeiertag. Er ist arbeitsrechtlich den Sonntagen gleichgestellt. Der Bundesfeiertag wird der Zahl der Feiertage nach Artikel 18 Absatz 2 des Arbeitsgesetzes vom 13. März 1964 nicht angerechnet.»

Die Inhalte der Reden werden zwar unterschiedlich – wie jedes Jahr – sein, sie mögen politisch gefärbt sein oder auch nicht. Allemal bedeuten sie, dass sich Menschen mit der Schweiz einmal in einer etwas anderen Weise beschäftigen. Meist appellieren die Rednerinnen und Redner an unsere Wurzeln zu denken, an unser Streben nach Freiheit, Unabhängigkeit, Sicherheit und Frieden. Und genau dies soll auch unser Volk und Politik oberstes Ziel sein. Wirtschaftliches Wachstum mag gut für unser Land sein – es allein vermag aber nicht, unsere fundamentalen Bedürfnisse zu gewähren. Nur gemeinsam – Volk, Politik und Wirtschaft – werden wir die vielen Aufgaben, die wir derzeit haben und noch auf uns zukommen werden, meistern. Lösungen im Konsens – im übergeordneten Sinn und Geist -, nicht als Kompromisse sondern als Synthese von These und Antithese müssen gefunden werden. Angst und Demut vor »Fremden Mächten«, Unentschlossenheit, Zögern und Halbheiten nützen nichts. Konsequentes Handeln im Sinne und nach den Grundsätzen unserer Verfassung ist gefragt.

Ich wünsche allen Kundinnen und Kunden des buchplanet.ch sowie allen Leserinnen und Lesern ein besinnliches, frohes und gutgelauntes Fest – unserer Eidgenossenschaft die Gnade und den Schutz unseres Herrn.

 

Bild-Quellen:
Bild A: www.tell.ch

 

 

30. Juli 2012

Aberglaube, Volksdeutungen, Bauernregeln – (Fortsetzung)

by Urs Steiner

Die Schlangenähnlichkeit macht auch den Aal zu einem zauberkräftigen Tier. Tragen Frauen einen Gürtel, aus Aalshaut bereitet, so werden sie leicht entbunden.

Die Kröte ist ein Hexentier, ist daher giftig, aber heilkräftig. Will man einen unliebsamen Nachbarn umbringen, so hängt man eine lebende Kröte in’s Kamin. So wie sie verdorrt, siecht auch der Betreffende hin. Trägt man Kröten bei sich, so schützt man sich gegen allerlei Uebel. Durchsticht man eine Kröte und bestreicht man damit seine Warzen am Finger, so vergehen die Warzen, wie die Kröte stirbt.

Haare darf man nicht fortwerfen, weil die Kröte sie in ihr Nest trägt und dann der Mensch, dem die Haare angehört haben, dahinsiecht. Ist das Vieh behext, so begräbt man unter die Schwelle des Stalles eine lebendige Kröte. Recht grausam muss in einem Falle die Kröte ihr Ansehen büssen. Man braucht sie als Mittel gegen Rheuma. Zuerst wird sie an einem Bein aufgehängt, bis sie tot ist – am rechten, wenn der Patient auf der rechten Seite die Schmerzen hat, am linken im anderen Falle. Ist die Kröte dann endlich tot, sind auch die Schmerzen vorbei, was bei der Langlebigkeit dieses Tieres bei nicht verhärteten Gliederschmerzen freilich zutreffen mag, aber ohne Kröte desgleichen zuträfe.

Auch der Frosch ist heilkräftig. Hat eine Hexe das Vieh aufgebläht (Völle), so reicht man dem „verderbten Vieh“ einen lebenden Frosch durch’s Maul in den Magen; er wird es heilen.

Hustet das Rindvieh, so gibt es Schnee. Uebermütiges Herumspringen desselben auf der Weide lässt auf Witterungswechsel schliessen. (Sarganserland 1916).

Wenn das Vieh unruhig auf der Weide umherrennt, gibt’s schlechtes Wetter. (Flawil, 1972)

Auch die Mäuse sind Hexentiere. Treten sie massenhaft auf, so zeigen sie einen nahen Todesfall an. Weisse Mäuse zeigen Glück an; tötet man sie aber, so schlägt es in Unglück um. Mäusefleisch isst der Bettnässer. Wirft man eine Maus einer tragenden Kuh auf den Rücken, so wird diese „verwerfen“.

Der Maulwurf, eigentlich Mulmwurf, steht als ein wühlendes Tier mit den unterirdischen Schätzen in Verbindung. Unsere Bauern glauben, das Vermögen seiner Fortpflanzung sei ihm versagt. Lässt man den Maulwurf auf der Hand sterben, so vertreibt man damit den Handschweiss. Die Tätzchen, die man einem lebend gefangenen Maulwurf abschneidet und in einem leinenen Läppchen dem Kind um den Hals hängt, erleichtern diesem das Zahnen; sie sind überhaupt gut gegen das Zahnweh. Ein Geldbeutel, aus dem Felle des Maulwurfs bereitet, wird nie leer. Es bedeutet der Maulwurf bei der Haustüre, dass im Hause jemand stirbt.

Viele Mäuse im Hause bedeuten künftigen Mangel.

Gelbe Schnecken, roh gegessen, heilen die Auszehrung. Aus ihnen bereitet man auch einen Krafttrank für Schwache. Bestreicht man mit ihnen die Warzen und spiesst man sie dann an einen Dorn, so wird die Hand glatt. Auf entzündete Brüste legt man gequetschte Weinbergschnecken.

Die Spinnen gehören zu Freija. Sie sind heilige Tiere, besonders die Kreuzspinne. Sie bringen dem Hause Glück. Begegnet uns die schwarze Hausspinne, so bedeutet das am Morgen Glück, am Abend Unglück; hie und da hört man es auch umgekehrt. Unglück zieht sich auf den Hals, wer das Netz der Kreuzspinne mutwillig zerstört. Kriechen grosse Spinnen herum, so folgt bald Regen. Sitzt die Spinne mitten im Netze, so ist gutes Wetter zu erhoffen. (Sarganserland, 1916).

Die Heimchen stehen in Beziehung zu den Zwergen oder Hausgeistern. Man hält sie auch für die Seelen der ungeborenen Kinder. Töten darf man sie nicht.

Auch der Käfer ist ein Hexentier. Findet man ihn auf dem Rücken liegend, so muss man ihn aufrichten, sonst bekommt man Zahnweh. Der „Donnergugi“ (Rosskäfer) steht zu Donar in Beziehung.

Legt man Gegenstände in einen Ameisenhaufen, so werden sie zauberfähig. Wein, der (in einer Flasche verschlossen) ein Jahr darin liegt, macht riesenstark. Waschungen mit einem Absud von Ameisen macht das Vieh schön und stark. Ameisen entstehen im Honig aus Brosamen.

Wer Bienen und Ameisen aus Uebermut tötet, provoziert schlechtes Wetter.

Sogar die Läuse haben im Volksglauben einen Fürsprecher. Wer viele Läuse hat, hat auch viel Glück. Kinder mit Läusen gedeihen gut und bekommen leicht Zähne. Filzläuse schützen vor Brüchen. Zimmerleute sollen sich diese – so versichert man uns – in brüderlicher Treue und Liebe gegenseitig borgen.

Unter den Vögeln ist der Hahn das beliebteste Göttertier. Er gehört dem Wodan zu, wie auch Swantewit, welch letzterer als St. Vit von den Bettnässern viel angerufen wird. Der Hahnenschrei schreckt die Gespenster. Ein Stumpfhahn auf dem Hofe schützt gegen Ratten. Ein siebenjähriger schwarzer Hahn legt ein Ei, aus dem ein Drache ausschlüpft.

 

Fortsetzung folgt!

 

26. Juli 2012

Howcatchem ⊻ Whodunit

by Josef Beda

Das Zeichen ⊻ steht für das »Exklusiv-Oder«, also: «entweder so oder anders» – beides zusammen geht nicht. Schaut man sich einen Krimifilm an oder liest einen Krimi gibt es genau zwei Methoden, wie der Konsument – die Zuschauerin, der Zuschauer bzw. die Leserin, der Leser – in Spannung versetzt werden kann. In der Version »Howcatchem« – eine Wortkonstruktion von »How catch them« – weiss der Konsument von Beginn an, wer der Verbrecher ist und die Spannung liegt darin zu verfolgen, wie sich die den Fall aufklärenden Personen an die Auflösung des Kriminalfalls herantasten. Das umgekehrte Prinzip wird mit der Wortzusammensetzung »Whodunit« – gebildet aus »Who has done it« – beschrieben. Hier ist dem Konsumenten wie auch den Ermittlern der unbekannt, ob es überhaupt einen Täter gibt – es existiert beispielsweise nur ein Todesopfer dessen Identität erst geklärt werden muss, um das Tatmotiv eines allfälligen Mörders zu finden. 

 

Das Schaltsymbol für das »Exklusiv-Oder« in der Elektrotechnik sieht – sah wenigstens bis etwa 1980 – wie oben abgebildet aus. Im Gegensatz zum »Logischen Oder« darf nur einer der beiden Eingänge wahr sein um am Ausgang eine »1« zu erhalten.

Die mit 69 Folgen erfolgreiche amerikanische Krimiserie »Inspektor Columbo«, deren Titelfigur Peter Falk spielte, stellen die wahrscheinlich bekanntesten nach dem »Howcatchem-Prinzip« erzälten Kriminalgeschichten dar. In den meisten aller dieser Geschichten werden die Täter – meist Mörder – und deren Umfeld genau beschrieben. Die Mordmotive werden bekannt gegeben, und die Ausarbeitung ihrer intelligent ausgegklügelten komplizierten Mordpläne wie auch die wohldurchdachten Ablenkungstaktiken durch Legen von falschen Spuren und bestens vorbereiteten Alibis werden dem Zuschauer mitgeteilt. Der Reiz dieser Kriminalfilme liegt ganz darin zu beobachten, wie der zerstreut wirkende, jedoch äusserst gewiefte Inspektor Columbo die Verbrecher ihrer Taten überführt. Sie regen zum Mitdenken und zur Analyse der Verbrechen an.

 

Peter Falk, Schauspieler und Produzent – oben eine Fotografie, die während eines Interviews im Jahr 2007 gemacht wurde – wurde am 16. September 1927 in New York City geboren. Als kleines Kind mit drei Jahren musste ihm infolge eines Tumors das rechte Auge entfernt und durch ein Glasauge »ersetzt« werden. Bereits im Alter von 12 Jahren sammelte Peter Michael Falk – so sein vollständiger Name – seine ersten Bühnenerfahrungen. Ab 1968 spielte er zum ersten Mal die Rolle des Inspektor Columbo mit der er weltberühmt und gleichzeitig auch stets identifiziert wurde. In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 2011 verstarb Peter Falk im Alter von 83 Jahren.

Ebenso spannend sind natürlich die Kriminalfälle, welche Edgar Wallace (* 1. April 1875 in London; † 10. Februar 1932 in Hollywood), in der umgekehrten, in der »Whodunit-Version«, geschrieben hat. Seine Romane wurden in 44 Sprachen übersetzt und in Deutschland – beispielsweise – existieren 38 Verfilmungen. Der zu den erfolgreichsten Kriminalschriftstellern des englischsprachigen Raums zählende Richard Horatio Edgar Wallace, wie sein vollständiger Name war, verfasste auch zahlreiche Kurzgeschichten, Gedichte, Essays und Theaterstücke sowie Drehbücher.

 

Edgar Wallace war ein englischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Journalist und Dramatiker. Er wurde als unehelicher Sohn eines Schauspielerpaares geboren und gleich nach seiner Geburt von einem Londoner adoptiert, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und hatte keine abgeschlossene Schulbildung. Dennoch entwickelte er sich im Burenkrieg  in Südafrika zum Kriegsberichterstatter, später – in London – arbeitete Edgar Wallace als Journalist und Sonderberichterstatter. Sein erster Kriminalroman erschien 1905 im Eigenverlag. – In der Fleet Street in London befindet sich die oben abgebildete Edgar-Wallace-Gedenktafel.

Im »Online Shop für Gebrauchte Bücher« – buchplanet.ch – sind momentan neben den von unserem Team zusammengestellten Edgar-Wallace-Paketen, die je mindestens fünf im »Goldmann Verlag« erschienen Taschenbücher enthalten, weitere Kriminalromane von diesem Autor erhältlich. So auch die im Jahr 1983 in der »Bertelsmann Club GmbH« als Lizenzausgaben erschienen acht Bände, welche unter dem Stichsatz: »Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein.« herausgegeben wurden.

 

 

Ein Band kann bei uns für CHF 6.00 (zuzüglich Versandkosten) bezogen werden. Wenn alle acht Bände miteinander bestellt werden, gewähren wir einen Rabatt von CHF 8.00 – der durch Einfügen des Gutsschriften-Codes 6253 7113 9944 in das im Bestellformular dafür vorgesehene Feld aktiviert werden kann.

 

Bild-Quellen:
Bild A: JBS (buchplanet.ch)
Bild B: Wikipedia
Bild C: Wikipedia
Bild D: Buchdeckel

 

 

24. Juli 2012

Erste Hilfe aus Rumänien

by Josef Beda

Es war am Sonntag 24. Februar 2008 als die Republik und Kanton Genf als sechster Stand das Rauchverbot in Restaurants, Bars, Diskotheken und der Verwaltung mit einer überwältigender Mehrheit von über 81% der abgegebenen Stimmen angenommen hat. In Kraft gesetzt wurde das Verbot am 1. Juli gleichen Jahres. Seit 1. Mai 2010 ist ein im Bundesgesetz festgehaltener Schutz vor Passivrauchen in Kraft gesetzt – den einzelnen Kantonen jedoch ist es überlassen, strengere Gesetze zu erlassen.

 

Gut sieht es für die Raucher in Appenzell Innerrhoden – in der obenstehenden Karte die rot eingefärbten Gebiete – aus: Hier gilt die Bundeslösung und sie wird liberal umgesetzt. Die Standeskommission hielt fest, dass sie alle Versuche ablehne, die geltenden Normen auf dem Verordnungsweg zu verschärfen.

Die »Verbotswelle« – die ist im vollen Gang und wie es mit der »Verfolgung der Raucher« in 35 Jahren aussehen könnte, schildert der im Jahr 1960 in Italien geborene, nun in Basel lebende und arbeitende Autor Alfonso Pecorelli in seinem Buch mit dem Titel »Nicht-Rauchen ist tödlich«. Er schreibt: «Das Buch ist nicht als Pamphlet für das Rauchen zu verstehen. Aber vielleicht weist es, auf unterhaltsame Art, auf die Gefahren der ›Diktatur in der Demokratie‹ hin.»

 

Das in der Reihe »Westentaschenbuch« im WOA-Verlag erschienene erste Buch umfasst 125 Seiten. Es ist das vierte Werk, welches aus der Feder von Alfonso Pecorelli stammt. Weitere Titel dieses Autors sind: »Sünden der Macht«, »Nacht ohne Morgen«, »Das Mädchen und die magische Blume«, »Smile!« und »Kathleen«.

Gemäss Statistiken ist der Tabakkonsum in der Schweiz seit 2007 um 20% zurückgegangen. Das meint, dass im Jahr 2007 29% und im Jahr 2011 23% der Bevölkerung regelmässig zum Glimmstengel gegriffen haben. Der Anteil der Raucher dürfte aber weiter sinken, dies nicht etwa infolge der Verbote, sondern aufgrund der stets wachsenden Preise der Tabakwaren. Zahlte man vor zehn Jahren für ein »Päckli Zigi« noch etwa fünf Franken, ist man heute – noch – bereit dafür beinahe acht Franken auszugeben – also etwa 40 Rappen pro Zigarette. Von diesem Preis »wandern« dann immerhin rund 63% in die Bundeskassen. Vom Verkaufspreis werden nebst Mehrwertsteuer je 0,3% zur Finanzierung des Tabakpräventionsfonds und für die Unterstützung des inländischen Tabakanbaus (SOTA-Fonds) eingesetzt. Die Tabaksteuer in der Höhe von 55,2% des Verkaufspreises – im Jahr 2010 waren es zirka 2.25 Milliarden Franken – wird gemäss der Verankerung in der Bundesverfassung Art. 112 vollumfänglich zur Mitfinanzierung der AHV/IV eingesetzt und deckt damit etwa 5% deren Einnahmen.

 

Das oben abgebildete Schaubild zeigt, wie sich der Kaufpreis einer Schachtel Zigaretten für den Endverbraucher zusammensetzt. Der Anteil, welcher den AHV/IV zufliesst bildet mit 55,2% zwar den grössten Brocken, deckt jedoch nur etwa 1/20 der benötigten Einnahmen dieser Kassen.

Die einundzwanzigjährig-junge, hübsche Barmaid der »Magic Music Bar«, mit dem klingenden Namen Christina, stammt aus der Hauptstadt Rumäniens – aus Bukarest. Oftmals leidet sie an Kopfschmerzen und da sie Raucherin ist, aber wenig Geld für Medikamente hat, zeigte sie den Gästen »ihres Ladens« wie man in Rumänien glaubt die lästigen Kopfschmerzen zu lindern.

 

 

Unter der Annahme, dass Überdruck im Kopf die Ursache für das Kopfweh ist, muss eben dieser Überdruck abgebaut werden. Die Methode dafür: Zwei Zigaretten anzünden und in die beiden Ohren stecken – Filter voraus! Da die Zigaretten Luft zum Brennen benötigen, beziehen sie diese aus dem Kopf – der Überdruck verringert sich dadurch und die Schmerzen lassen nach. Wenn sie – die Zigaretten – schädlich für die Gesundheit sind, dann nützen sie wenigstens bei der »Ersten Hilfe aus Bukarest«!

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Buchdeckel
Bild C: JBS (buchplanet.ch)
Bild D: Wikipedia

 

 

23. Juli 2012

D’Schlatte Fraue und ihr Kochbuch

by Josef Beda

Als männlicher Mensch ist es mir nicht ganz klar, was in einer Frauen- und Müttergemeinschaft alles abläuft. Und so ist es immer ein kleines Aufleuchten, wenn diese Gemeinschaften an die Öffentlichkeit treten – aus ihrem sicher sehr wertvollen Wirken in irgendeiner Form berichten.
Die Frauen- und Müttergemeinschaft Schlatt veröffentlichte im von Frau Carol Forster geführten, von ihr im Jahr 1992 gegründeten und im Jahr 2010 zur Buchhandlung des Jahres ausgezeichneten, »Bücherladen Appenzell« ein ganz besonderes Kochbuch, welches den Titel »Pssst! Chochkheimniss vo de Schlatte Fraue« trägt.

 

 

Bevor 57 Frauen ihre  – alle handgeschrieben und teilweise auch illustrierten – Rezepte frei geben, ist auf der ersten Seite das Lied »Mii Schlatt« abgedruckt. Im wunderschönen Innerrhoder-Dialekt wird das »Schlatte-Doof«, dessen Lage und die Freundlichkeit der Menschen, wie auch die enge Bindung der Bewohner an dieses Dorf beschrieben. Im gleich anmutender Sprache leitet Frau Erna Köfer Koller, ehemalige Präsidentin der Frauen- und Müttergemeinschaft Schlatt, die Rezepte mit »Wa söli au hüt choche?« ein.

 

Schlatt (921 m ü.M.) liegt auf einem Plateau und bietet eine eindrückliche Aussicht in den Talkessel von Appenzell und über weite Teile des Alpsteins. Die Siedlung zählt zu den schützenswerten Ortsbildern mit nationaler Bedeutung. Der kleine Dorfkern wird definiert durch die markante, neubarocke Kirche, das Schulhaus und die Gastronomie. (Quelle: Website des Bezirks Schlatt-Haslen.)

 

Obenstehende Abbildung zeigt den Innenraum der katholischen Kirche Schlatt, deren Patron der Heillige Josef von Nazaret ist.

 

Das schön-gestalltete Kochbuch beinhaltet viele Anleitungen für das Zubereiten von Suppen, Saucen und Apéros, Fischgerichten, Fleischlosen Gerichten – beispielsweise »Tomaten-Lasagne« -, Fleischgerichten – als Beispiele seien »Schweins-Steaks à la Teneriffa«, »Currygehacktes mit Erbsen«, »Lauch-Schnitzel-Auflauf« und »Bananen-Schinkengratin« erwähnt -, Süssspeisen und Desserts, Spezielles – als Beispiel erwähne ich gerne den »Leimensteiger Hagenbuttenlikör« – und ganz zum Schluss steht das »Zehn vor Zwölf-Rezept«.

 

 

Ein äusserst gelungenes Werk, welches auch in einer gewissen Form einen Einblick in das Leben – in das Denken – der Bevölkerung vom Stand Appenzell Innerhoden gibt und sehr verführerische, leicht nachvollziebare Anleitungen für gluschtiges Essen beinhaltet.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel
Bild B: Wikipedia
Bild C: Wikipedia
Bild C: Buchseite

 

 

19. Juli 2012

Brückenland Schweiz

by Josef Beda

»Brückenland Schweiz« lautet der Titel eines im Jahr 1978 im Orell Füssli Verlag erschienen Buches. Der Autor Irmfried Siedentop führt den interessierten Leser methodisch in das Thema »Brücken« ein. So zeigt er beispielsweise, dass die sehr unterschiedlich gestalteten Brückenanlagen auf einen Nenner gebracht einfach einzuteilen sind: nach Bauart, Baustoffen, Verkehrsart und nach dem zu transportierenden Material.

 

Die obenstehende Fotografie aus dem Buch »Brückenland Schweiz« zeigt die Pipelinebrücke in Tamins im Kanton Graubünden – eine der eher »wenig attraktiven« jedoch trotzdem notwendigen Brückenbauten, die den Rhein überqueren.

In seinem Buch geht der Autor auf die Geschichte – den Werdegang -, die Bedeutung der Brücken und auf die verschiedenen Brückentypen ein. Aufgrund der von ihm klar erklärten topografischen Einteilung der Schweiz in drei Landschaften, kann er den Nutzen – die Aufgaben – der Brücken ebenso klar erläutern. In einem Kapitel stellt Irmfried Siedentop die brückenreichen Eisenbahnlinien der Schweiz vor und im nächsten Kapitel wählt er Brücken aus, die er etwas genauer unter die Lupe nimmt. Ein besonderes Kapitel ist die durch Forschungsarbeiten gewonnene Zusammenstellung aller – über hundert – gedeckten Holzbrücken unseres Landes. Das Buch enthält nebst vielen Informationen auch Tabellen und Skizzen, die den Text gut zu visualisieren vermögen. Eindrückliche Fotografien geben einen Eindruck in die Vielfalt der Ingenieur- und Baukunst, die sich in den Brücken reflektieren.

 

 

 

Weil das Buch eben bereits im Jahr 1978 veröffentlicht wurde, ist es natürlicherweise in Hinsicht der neueren Brückenbauten nicht aktuell – aber es kann als eine Grundlage für das Verständnis des Brückenbaus eingestuft werden. Ohne erforderliche Kenntnisse der Statik, der Mathematik des Tiefbauwesens oder einer anderen Disziplin werden in diesem Buch die Augen geöffnet – geöffnet, um auf Durchfahrten durch unsere Landschaft die Brückenbauwerke aus einem anderen Hintergrund zu betrachten – zu bewundern.

 

Das Bild oben zeigt die derzeit längste Brücke der Schweiz. Sie ist Teil der A5 und gehört zur Umfahrung von Yverdon-les-Bains. Das Viaduc d’Yverdon überquert mit einer Länge von 3155 Metern die Orbeebene – vier Gewässer, mehrere Strassen und die Eisenbahnlinie Lausanne-Yverdon.

Mit der Dissertation ETH Nr. 14736 erlangte Dipl. Bauingenieur ETH Daia Leonid Zwicky (* 6. Juli 1971) im Jahr 2002 den Titel »Doktor der technischen Wissenschaften«. In seiner 228 Seiten umfassenden Arbeit widmet er sich unter dem Titel »Zur Tragfähigkeit stark vorgespannter Betonbalken« einem Bereich des Brückenbaus. Die »Kost« ist nich einfach, nein sie verlangt ausgewiesene bautechnische, mathematische und physikalische Kenntnisse. In der handgeschriebenen Widmung meint der Autor: «Ihr braucht es nicht zu verstehen, sondern Euch nur mit mir zu freuen!☺Liebe Grüsse Daia»

 

 

Beide Bücher »Brückenland Schweiz« von Irmfried Siedenton und die Dissertation »Zur Tragfähigkeit stark vorgespannter Betonbalken« von Daia Leonid Zwicky sind in unserem »Online-Shop für Gebrauchte Bücher« – buchplanet.ch – erhältlich.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Erwähnt
Bild B: Buchdeckel
Bild C: www.mageba.ch
Bild E: Buchdeckel

 

 

18. Juli 2012

«Freude herrscht!»

by Josef Beda

Der Ausspruch »Freude herrscht!« stammt – das wissen wir natürlich  – von Alt-Bundesrat Dr. h. c. Adolf Ogi. Der am 18. Juli 1942 in Kandersteg geborene, mit seinen Eltern und seinem Bruder Rudolf ebenda aufgewachsene Adolf Ogi kann heute seinen 70. Geburtstag feiern.

 

 

Nach seiner obligatorischen Schulzeit besuchte Adolf Ogi die Ecole supérieure de commerce in La Neuville, die er nach drei Jahren mit dem Handelsdiplom abschloss. Nachher zog es Ogi nach England, wo er zuerst in London die »Swiss Mercantile School« besuchte und danach in einer Textilfirma in Liverpool ein Praktikum absolvierte. Wieder in die Schweiz zurückgekehrt übernahm der zwanzigjährige Adolf Ogi im Jahr 1962 für zwei Jahre die Leitung des Verkehrsbüros Meiringen, wechselte dann zum Schweizer Skiverband wo er, bevor er 1975 zum Direktor dieses Verbandes gewählt wurde, vorerst als Assistent von Elsa Roth arbeitete. Per 1981 trat Ogi von seiner Funktion im Schweizer Skiverband zurück und wechselte zu Intersport AG in der er den Posten als Generaldirektor übernahm.

 

 

Adolf Ogi trat 1978 der Schweizerischen Volkspartei, zu deren Parteipräsident er im Jahr 1984 gewählt wurde, bei. Bereits ein Jahr nach seinem Parteibeitritt wurde Adolf Ogi mit einem sehr guten Ergebnis in den Nationalrat gewählt. Bei den Bundesratswahlen im Jahr 1987 kandidierte Adolf Ogi und wurde von der Vereinigten Bundesversammlung im zweiten Wahlgang mit 132 Stimmen zum Bundesrat als Nachfolger des kürzlich verstorbenen Leon Schlumpf gewählt.

 

Buchtip: • Adolf Ogi – Aus Sicht der Bundeshausfotografen • Zu seinem Rücktritt als Bundesrat haben die Bundeshausfotografen ihre Archive durchstöbert und eine ganz persönliche Bildauswahl getroffen: Über 100 Mal Ogi, witzige, ernsthafte und einzigartige Dokumente einer aussergewöhnliehen Karriere. Einleitend schildert Kurt Siegenthaler, langjähriger Bundeshausredaktor des Schweizer Fernsehens, einige seiner Begegnungen mit Adolf Ogi.

Buchtip: • Ogi – Macht und Ohnmacht • Helmut Hubacher beschreibt in diesem Buch, wie erfolgreich Adolf Ogi als Verkehrsminister war, das Transitabkommen mit der Europäischen Union aushandelte, die neuen Gotthard- und Lötschbergtunnel aufgleiste, bei der Alpeninitiative abstürzte und in das Militärdepartement wechseln musste. Als Verteidigungsminister hat sich Ogi vom Alleingang verabschiedet und »Sicherheit durch Kooperation« zur neuen Doktrin erklärt. Damit handelte er sich die Feindschaft der eigenen Partei ein.

Am 18. Oktober 2000 gab Adolf Ogi seinen Rücktritt als Bundesrat per Ende Jahr bekannt und wurde vom UNO-Generalsekretär zum Sonderberater für »Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden« ernannt. Nach dem Ausscheiden von Kofi Annan als UNO-Generalsekretär trat Ogi per Ende 2007 von diesen ihm übertragenen Amt zurück.

 

 

Sehr geehrter Herr Ogi, zu Ihrem heutigen Geburtstag gratuliere ich Ihnen und wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft zur Bewältigung der Aufgaben in Stiftungs- und Verwaltungsräten. Josef B. Senn

 

Bild-Quellen:
Bild A: Unbekannt
Bild B: Wikipedia
Bild C: Buchdeckel
Bild D: Buchdeckel
Bild E: Unbekannt

 

 

17. Juli 2012

Lebensklug und Kreativ

by Josef Beda

Dem Autoren-Ehepaar Prof. Dr. med. Norbert Herschkowitz – Kinderarzt, Hirnforscher – und Elinore Chapman Herschkowitz – Pädagogin, Dozentin – ist es daran gelegen auf eine für Laien ansprechende und gut verständliche Weise neue Forschungsergebnisse der Gerontologie und Neurowissenschaften zu präsentieren. In ihrem Buch mit dem Titel »Lebensklug und Kreativ – Was unser Gehirn leistet, wenn wir älter werden« zeigen sie, dass Alt zu werden keine Katastrophe, sondern ein Teil des normalen Lebens ist und wie alle anderen Lebensphasen Verluste, Gewinne und Chancen beinhaltet. Zu diesem Thema schrieb François VI. de La Rochefoucauld (* 15. September 1613 in Paris; † 17. März 1680 ebenda) , der erste und bedeutendste französische Moralist: «In jedes Lebensalter treten wir als Neulinge ein und ermangeln darin der Erfahrung.»

 

Norbert Herschowitz (* 29. Juli 1929 in Basel) studierte von 1948 bis 1951 an der ETH Zürich Physik und von 1951 bis 1957 an der Universität Zürich Medizin. Der Kinderarzt und Neurowissenschaftler forschte in Europa und in den USA.

Andreas Dukan schreibt in seiner Rezension: «Alter und Leistungsfähigkeit sind kein Widerspruch, und Kreativität ist keineswegs nur jüngeren Menschen vorbehalten. Ältere Menschen haben einen reichen Erfahrungsschatz und haben Fähigkeiten entwickelt, die ihnen vielfältige Möglichkeiten bieten, Probleme zu lösen und das Leben positiv zu gestalten. Der Spruch »Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr«, ist falsch. Das Buch enhält Beispiele von Fähigkeiten, die erst im Alter zur vollen Entfaltung kommen und praktische Tips für den Alltag. Aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung geben Grund zur Hoffnung. Es ist zum Beispiel tröstlich, dass das gesunde Gehirn lediglich 10% seiner Nervenzellen im Verlauf des Lebens verliert. Das Buch eignet sich bestens für Menschen ab der Lebensmitte, gibt aber auch jüngeren Menschen wertvolle Anregungen für Weiterbildung und Lebensgestaltung.»

 

 

Auszug aus dem Vorwort der Autoren: Dieses Buch richtet sich an Menschen, die das Potential ihrer reifen Jahre ausschöpfen wollen und die – mit den Worten des Philosophen Karl Barth gesprochen – danach streben, ihre »Kraft zum  Menschsein« voll zur Entfaltung zu bringen. Es ist unsere Absicht, Vorurteile abzubauen und Anregungen zu bieten, wie Menschen im Alter von 50 aufwärts auf ihre Stärken aufbauen können, um die besten Voraussetzungen zu schaffen für ein erfülltes und mögliehst selbstbestimmtes Alter. Ältere Menschen sollen ihre langjährigen Erfahrungen nutzen und ihre kreativen Impulse einsetzen können.»

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchumschlag
Bild B: Buchumschlag

16. Juli 2012

»Manhatten-Projekt« versus »Fliegen & Erotik«

by Josef Beda

Schon einige Wochen bevor der Erste Weltkrieg am 1. September ausbrach, warnten die aus Europa in die USA eingewanderten Wissenschaftler Eugene Wigner, Leó Szilárd und Albert Einstein den damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt davor, dass Deutschland  in der Lage wäre eine Atombombe zu entwickeln und  zu bauen. Sie regten ihn aufgrund dessen zu Forschungen für die Entwicklung einer eignen Atombombe an. Im Herbst 1940 begannen die beiden Physiker Enrico Fermi und  Leó Szilárd unter der Leitung von Robert Oppenheimer mit der Entwicklung eines Kernreaktors.

 

Enrico Fermi war einer der bedeutendsten Kernphysiker des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 29. September 1901 in Rom geboren und starb am 28. November 1954 an den Folgen von Magenkrebs. Als Berater von Robert Oppenheimer spielte er bei Entwicklung und Bau der ersten Atombomben eine wichtige Rolle.

Die Erfolge der Arbeit stiessen bei der US-Regierung auf grosses Interesse und die Forschung wurde infolge intensiviert – daraus resultierte im Jahr 1942 das »Manhatten-Projekt«, welches alle unter der Führung von General Leslie R. Groves ausgeführten Tätigkeiten der USA,  die zur Entwicklung und Bau einer Atombombe führten, einschloss. Am 16. Juli 1945 – 21 Tage vor dem ersten Abwurf einer Kernwaffe über Hiroshima und 25 Tage vor dem zweiten Atomangriff auf Nagasaki – wurde die erste Atombombe bei Alamogordo oberirdisch gezündet.

 

Die obenstehende Fotografie zeigt die Explosion der ersten Atombombe, die am 16. Juli 1945 in der Wüste des US-Staates New Mexico gezündet wurde.

Kurz vor halb Sechs Uhr morgens wurde unter dem Decknamen »Trinity-Test« die auf einem 30 Meter hohen Turm montierte Bombe gezündet. Sie besass eine Sprengkraft von 21 kT TNT-Äquivalent. »The Gadget«, so lautete der Codename der Bombe, setzte damit gegenüber der in Hiroshima abgeworfenen Bombe »Little Boy« – 12,5  kT TNT-Äquivalent – eine weit höhere und die gleiche, wie die über Nagasaki abgeworfenen Bombe »Fat Man« – 21 kT TNT-Äquivalent – Energie frei.

 

Die am  9. August 1945 von den USA über Nagasaki abgeworfene Atombombe mit dem Decknamen »Fat Man« besass eine Länge von 3,6 m und eine Sprengkraft von 21 kT TNT-Äquivalent.

Zwei ganz andere »Projekte« startete die am 25. Oktober 1919 in Wargenau bei Cranz geborene Tochter eines Landwirtes und dessen Frau – einer Ärztin. Als jüngstes von drei Kindern wuchs Beate zusammen mit der Familie auf dem elterlichen Gut auf. Beate startete am 7. August 1937 ihre Karriere als Pilotin. Unter vielen anderen Anstellungen wurde die verwitwete Mutter des einjährigen Sohns, Ulrich ab Oktober 1944 im Rang eines Hauptmanns im »Überwachungsgeschwader 1« eingesetzt und steuerte einen Strahljäger des Typs »Messerschmitt Me 262«.

 

Obiges Bild zeigt einen Nachbau des Kampfflugzeuges »Messerschmitt Me 262«. Nach langjähriger Piloten-Ausbildung wurde Beate vom »Kdo Überwachungsgeschwader 1« im Jahr 1944 auf einen solchen Strahljäger eingewiesen.

Doch Beate ist allen viel besser als Unternehmerin bekannt. Sie erkannte das Problem der Frauen, die ihren Bedürfnissen nach Sexualität nachkommen wollten, gleichzeitig jedoch – aus aktuell existierenden Zukunftsängsten – keine Kinder wünschten und brachte die »Schrift X«, in der die Verhütungsmethode nach »Knaus Ogino« erklärt wurde, heraus. Mit dem durch den erfolgreichen Verkauf dieser Broschüre erzielten Erfolg gründete Beate ein Versandgeschäft, von dem auch Kondome und Bücher zum Thema »Ehehygiene« bestellt werden konnten. – Beate Uhse wurde zur Ratgeberin für Sexualität und Erotik.

 

 

Den ersten Sexshop der Welt eröffnete Beate Uhse-Köstlin – so der vollständige Name der agilen Frau – in Flensburg. Anfangs gegen Empörung, Bedenken und Polizeiverfolgung kämpfen zu müssen, expandierte ihre Unternehmung und ging im Jahr 1999 als »Beate Uhse AG« zur Börse. Dank ihres Erfolgs konnte sich Beate einen Wunsch erfüllen –  die Unternehmerin erwarb ihr eigenes Flugzeug. Die im Mai 1972 in zweiter Ehe geschiedenen Beate Uhse-Köstlin machte im stolzen Alter von 75 Jahren den Tauchschein. Die aktive und erfolgreiche Frau starb mit 81 Jahren – am 16. Juli 2001 – an den Folgen einer schweren Lungenentzündung in St. Gallen.

 

 

Das Leben von Beate Uhse-Köstlin – der mit dem »Deutschen Bundesverdienstkreuz« ausgezeichneten Pilotin und Unternehmerin -, ihr Sein und Wirken wurde in mehreren Büchern festgehalten und unter dem Titel »Beate Uhse – Das Recht auf Liebe« auch verfilmt. 

Mitte 2007 verschwand mit der Demontage des Beate Uhse-Ladenschildes in Winterthur der letzte der in Zusammenarbeit mit dem Beate Uhse-Konzern in Lizenz geführten Beate Uhse-Erotikläden der Schweiz. Beate Uhse-Köstlin ist es jedoch zu verdanken, dass sie die Bedarfsabdeckung an »Erotik-Hilfsmitteln« aus dunklen Schmuddelecken an die Öffentlichkeit brachte und zu einem salonfähigen Geschäft gemacht hat.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Wikipedia
Bild C: Wikipedia
Bild D: Wikipedia
Bild E: Homepage der »Beate Uhse AG«
Bild F: unbekannt

 

 

12. Juli 2012

Reelle Schweizer Geschichte

by Josef Beda

Die Geschichte eines Landes zu schreiben ist wohl kein enfaches Vorhaben. In welchem Jahr beginnt sie, was sind die Kernpunkte, was ist wahr an all den Überlieferungen und sehr viel mehr Fragen müssen beantwortrt werden. Oft wird versucht die geschichtliche Vergangenheit mit Mythen zu zieren, um damit Sinn und Identität zum Geschehenen zu generieren. Diese Geschichtsmythen sind Teile des Fundaments einer entstandenen Nation. Wir kennen diesen »Kernmythos«, wie er vom deutschen Philosophen Elias Alfred Canetti bezeichnet wird, auch in der Geschichte der Schweiz – beispielsweise die Geschichte mit und um Willhelm Tell.

 

Ernst Cassier wurde am 28. Juli 1874 in Preslau geboren. Er lehrte und forschte nach seinem Studium in Berlin und ab 1919 als Professor der Philosophie an der Universität Hamburg. Als Jude wurde ihm im Jahr 1933 der Lehrstuhl entzogen. Cassier verliess Deutschland, ging nach Grossbritanien, wenig später nach Schweden. Im Jahr 1941 zog er in die USA wo er als Professor an den beiden New Yorker Universitäten Yale und Columbia lehrte.

Der Schweizer Historiker Prof. Dr. Werner Meyer widmet sich in seinem Buch »Die Schweiz in der Geschichte – Band 1  · 700 bis 1700« im kurzen – einseitigen Text – ersten Kapitel mit dem Titel »Der schwierige Umgang mit der Geschichte« der Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart in nachvollziehbarer Weise. Werner Meyer bekämpfte unter anderem auch in diesem Buch öffentlich die Geschichtsmythen, vielmehr stützt er seine Kenntnisse auf historische und archäologische Forschungen ab.

Im zweiten Band mit dem Titel »Die Schweiz in der Geschichte – Band  · 1700 bis heute« beschäftig sich Prof. Dr. Georg Kreis mit der Entwicklung der Eidgenossenschaft bis ins Jahr 1998 – mit der modernen Schweiz und ihrer Situarion im geeinigten Europa. Georg Kreis, ebenfalls ein Schweizer Historiker, gilt als profunder Kenner der neueren Schweizer Geschichte. Er war Mitarbeiter der Bergier »Kommission« und leitete unter anderem bis vor einem Jahr das Europainstitut der Universität Basel.

Die beiden Bände Die »Schweiz in der Geschichte« sind original vom Silva-Verlag, zusammengezogen im Buch mit dem Titel »Abenteuer Schweizer Geschichte – Wechselvolle Zeiten von 700 bis 1998« als Lizenzausgabe vom Verlag »Das Beste aus Reader’s Digest AG« herausgegeben worden.

 

 

Das 550 Seiten umfassende gebundene Buch enthält zahlreiche Karten, Zeichnungen, Abbildugen alter Gemälde sowie Fotografien aus alter und neuer Zeit.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Buchdeckel