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Schweizer Luftfahrt – »Streifzüge« • Teil 3/5

von Josef Beda

Die Feier zum 50-jährigen Bestehen der »Schweizer Luftwaffe« und die »Expo64« in Lausanne waren wohl die beiden ausschlaggebenden Motoren die bereits im Jahr 1959 angedachte Idee, ein mit Berufspiloten besetztes Vorführteam der Luftwaffe, ins Leben zu rufen. Die Idee wurde zuerst vom Überwachungsgeschwader mit einer aus vier »Hawker Hunter« des Typs Mk.58 bestehenden Doppelpatrouille umgesetzt.

 

Ab 1958 wurden 100 von »Hawker Aircraft Ltd. England« gebaute Hunter-Flugzeugen an die Schweiz ausgeliefert. Weitere bei »Hawker Aircraft Ltd. England« werkrevidierte und in der Schweiz endmontierte 60 »Hunter« wurden in zwei Serien à 30 Stück in den Jahren 1973 bis 1976 der Truppe abgeliefert.

Mit den vier Flugzeugen wurden im Jahr 1964 anlässlich der Feierlichkeiten in der ganzen Schweiz Formationsflüge, welche von hunderttausenden Zuschauern mit Begeisterung verfolgt werden konnten, demonstriert. Das EMD (Eidgenössisches Militärdepartement) unter der Leitung von Bundesrat Paul Chaudet beschloss aufgrund dieser Publikumswirksamkeit die »Patrouille Suisse« zum offiziellen »Nationalen Kunstflugteam« zu ernennen.

Paul Chaudet (* 17. November 1904; † 7. August 1977) war gelernter Landwirt und arbeitete vor seiner politischen Laufbahn in den Rebbergen seiner Eltern. Am 16. Dezember 1954 wurde der Waadtländische FDP-Politiker in den Bundesrat gewählt und übernahm das »Eidgenössische Militärdepartement«. In den Jahren 1959 und 1962 war er Bundespräsident. In der Folge der Mirage-Affäre kündigte er am 28. November 1966 seinen Rücktritt per Ende Jahr an.

 

 

Im Buch »Die Schweiz und ihre Skandale«, welches 1995 im »Limmat Verlag Zürich« erschienen ist, wird in einem der Kapitel auf 16 Seiten der »Mirageskandal« vom Autor Christian Kolbe unter dem Titel »Ein «Wunderbastard» für die Obersten« behandelt. Es kann bei uns, »Online-Shop für Gebrauchte Bücher« – buchplanet.ch -, für einen Betrag von CHF 6.00 erworben werden.

 

 

Das Programm der »Patrouille Suisse« wurde stetig verfeinert und konnte durch die Erweiterung der Staffel auf fünf Maschinen noch attraktiver gestaltet werden. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der »Patrouille de France« wurde die »Patrouille Suisse« nach Salon-de-Provence eingeladen. Was infolge der strikten Handhabung der Schweizerischen Neutralität bis anhin unmöglich war, wurde mit dieser Einladung überholt: Die »Patrouille Suisse« konnte ihr Können erstmals – mit sechs Flugzeugen – im Ausland unter Beweis stellen. Zahlreiche weitere Vorführungen in Frankreich, Italien, Deutschland und anderen Ländern folgten. Noch im Jahr 1991, anlässlich des siebenhundertsten Geburtstag der »Schweizerischen Eidgenossenschaft« bestand die Staffel aus sechs, nunmehr mit neuem Farbanstrich versehenen, »Hunter«.

 

 

Drei Jahre später wurden alle Hunter-Kampfflugzeuge ausser Dienst gesetzt – die Flugzeuge der »Patrouille Suisse« wurden durch »Northrop F-5E Tiger II« ersetzt. Sieben der in den Jahren 1976 bis 1984 beschafften 110 »Tiger«, deren Endmontage im »Eidgenössischen Flugzeugwerk Emmen« stattfand, bekamen eine vollständig – in den Farben der Schweizerflagge – rot-weisse Lackierung.

 

Das obenstehende Bild zeigt die »Patrouille Suisse« mit der Figur »Delta« oder »Toblerone« – je nachdem ob der Flug waagrecht oder senkrecht verläuft. Die verschiedenen Formationen und Figuren, zahlreiche interessante Informationen zu unserem »Nationalen Kunstflugteam« wie auch die Daten der Übungsflüge und Vorführungen erhält man unter der offiziellen Homepage der »Schweizer Luftwaffe«.

Nach etwa dreissig Jahren Einsatz werden auch die letzten »Tiger« im Jahr 2015 ausgemustert sein. Dies bedeutet, dass jetzt neue Kampfflugzeuge beschafft werden müssen, denn die Aufgaben der »Schweizer Luftwaffe« Wahrung der Lufthoheit, Lufttransportdienst, Nachrichtenbeschaffung sowie Leistung von Subsidiäreinsätzen sind nicht diskutierbar – und die »Patrouille Suisse« soll auch in Zukunft ihre eindrücklichen Demonstrationen fliegen können.

 

 

Zu hoffen ist, dass die herrschenden Meinungsverschiedenheiten, die ständige Kritik und Informationslecks bezüglich einer allfälligen Beschaffung von Kampfflugzeugen des Typs »Saab Gripen« nicht dazu führen, dass die »Schweizer Luftwaffe« künftig über keine Kampfjets mehr verfügt.

 

Bild-Quellen:
Bild A: bredow-web.de
Bild B: Wikipedia
Bild C: Buchdeckel
Bild D: luftfahrt.ch
Bild E: swisspicture24.ch
Bild F: Wikipedia

 

 

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