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Hirnwurm-17 – Die Lösung

von Josef Beda

Nebst dem Patent für sein erfundenes Instrument, welches den Namen, zusammengesetzt aus seinem Nachnamen und eigentlich unrichtigerweise aus der Bezeichnung eines Repräsentanten der Luftklinger trägt, hat Laurens Hammond in seinem Leben 109 weitere Patente erlangt. Laurens Hammond wurde am 11. Januar 1895 geboren und ist am 3. Juli 1973 gestorben. Eine seiner Erfindung war die Hammond-Orgel, die eben keine Orgel, sondern ein elektromechanisches Instrument ist. In seiner Kindheit und frühen Jugend – 1898 bis 1909 – lebte er mit seiner Familie in der Schweiz, in Deutschland und in Frankreich. Nach seiner Rücksiedlung in die USA studierte Hammond an der Cornell University in Ithaca (US-Bundesstaat New York) und arbeitete nach seinem Abschluss für die »Gray Motor Company« in Detroit. Sein erstes Patent brachte ihm eine Menge Geld ein, was ihm ermöglichte sich selbstständig zu machen und privat weiter zu forschen, zu entwickeln und zu erfinden.

Die nachstehende Fotografie zeigt eine Hammond-Orgel des Typs C3 MKZ. Der Aufbau der Bedienungselemente gleicht dem eines Spieltisches einer Orgel. Klar zu erkennen sind die beiden Manuale und das Pedal sowie die Zugriegel. 

 

Der zweite Teil des Namens des von ihm erfundenen Instrumentes – Orgel – ist damit zu erklären, dass der Aufbau und die Anordnung der Bedienungsteile zur Steuerung der Tonerzeugung dem Spieltisch einer Orgel, wie sie in Kirchen, Konzertsälen und in kleineren Ausführungen auch in Privathäusern anzutreffen sind, sehr ähnlich kommt. Jede Hammond-Orgel ist mit zwei Manualen und einem Pedal sowie Zugriegeln und oftmals mit Presets und weiteren Zusatzeinheiten ausgerüstet. Die Hammond-Orgel war ursprünglich für den Ersatz der sehr viel teureren Orgeln gedacht – doch diese vermochte sie nicht zu verdrängen.
Das elektromechanische Instrument wurde schnell in der Unterhaltungsmusik eingesetzt und breitete sich in verschiedenen Musikrichtungen wie Rock, Blues, Soul und Funk vor allem aber im Jazz aus. Der unverwechselbare Klang der Hammond-Orgel wird seit den 1960er Jahren in Verbindung mit dem Leslie-Lautsprechersystem unterstützt.

Das elementare Merkmal eines Leslie-Lautsprechersystems ist, dass die einzelnen Lautsprecher rotieren. Bedingt durch den Doppler-Effekt wird ein gleicher Ton tiefer, wenn sich der Lautsprecher durch die Drehung vom Zuhörer entfernt und höher, wenn sich der Lautsprecher dem Zuhörer nähert. [Also das ist so, wie wenn ein Auto an einem vorbeifährt: Wenn es sich dem ruhenden Beobachter nähert ist der Ton hoch, im Moment des Gleichstandes ist der Original-Ton zu hören und wenn sich das Auto vom Beobachtungspunkt entfernt, wird der Ton tiefer.] Nachstehende Abbildung zeigt eine Leslie-Box, in der nicht nur Lautsprecher, sondern auch Motoren eingebaut sind.

 

 

Die Tonerzeugung der Hammond-Orgel basiert auf dem Prinzip, dass durch die Veränderung des magnetischen Flusses in einer Spule mit Magnetkern eine Wechselspannung induziert wird. Im System der Hammond-Orgel werden diese Veränderungen durch die von einem Elektromotor über Wellen angetriebenen mit unterschiedlichen Einbuchtungen an den Rändern versehenen Scheiben – Tonräder -, die vor den einzelnen Spulen drehen, vorgenommen. Diese, im Bereich von einigen Millivolt liegenden, beinahe sinusförmigen Signale werden geglättet und durch die einzelnen Bedienungsorgane geleitet. Am Ende der durch den Spieler bestimmten Verarbeitungskette werden die Signale verstärkt und einem Lautsprecher zugefügt.

Zum untenstehenden Bild: In einer Hammond-Orgel sind auf verschiedenen Wellen, die ihrerseits unterschiedlich übersetzt sind, Tonräder montiert. Die einzelnen Tonräder bilden mit einer Spule, die in der Mitte einen Magnetkern aufweist, eine Einheit. Infolge der verschiedenen Drehzahlen und der unterschiedlichen Zähnezahl der Tonräder wird der Magnetfluss in jeder Einheit individuell verändert. Durch die Veränderung des magnetischen Flusses wird eine kleine, beinahe sinusförmige Spannung erzeugt. Dieses Signal wird durch die vom Spieler gewählten Wege zu einem Verstärker geleitet, der das jeweilige Signal verstärkt an einen Lautsprecher weitergibt.

 

 

Zwar wird die Hammond-Orgel auch heute noch in verschiedenen Bands eingesetzt, doch ihre grösste Popularität hatte sie in den 1960er und 1970er Jahren. Die britische Rockband »Procol Harum« verdankt ihren Durchbruch im Jahr 1967 und ihre Bekanntheit im Wesentlichen dem an Johann Sebastian Bach orientierten Hammond-Orgel-Spiel im Song »A Whiter Shade of Pale«, welches damals von Matthew Fisher – einem der Mitgründer der Band – gespielt wurde.

  

 

Obenstehende Abbildung zeigt die Rock-Band »Procol Harum« in ihrer heutigen Zusammensetzung. Die Gruppe wurde im Jahr 1967 mit ihrem Lied »A Whiter Shade of Pale«, welches damals Matthew Fisher – einer der Mitbegründer der Band – auf der Hammond-Orgel begleitete, erfolgreich und bekannt. [Um den Song zu hören, einfach auf das Bild klicken. Gut zu erkennen – in Ton und Bild – ist das Spiel auf der Hammond-Orgel.]

Die richtige Antwort auf unsere am 26. April im Hirnwurm-17 gestellte Frage lautet: Das Musikinstrument, dessen Namen sich aus dem Namen des Erfinders und – genau genommen unrichtigerweise – aus einem Vertreter der Luftklinger zusammensetzt heisst Hammond-Orgel.

Auf unseren »Hirnwurm-17« haben wir einige richtige und keine falsche Lösungen erhalten. Wie angekündigt, musste bei mehreren richtigen Einsendungen das Los entscheiden. Die Gewinnerin bzw. der Gewinner wird von uns per e-mail persönlich benachrichtigt und erhält den Gutscheincode für eine Gutschrift von CHF 18.00 auf die nächste Rechnung des »buchplanet.ch«. Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das Interesse und hoffen, dass viele Personen auch am »Hirnwurm-18«, der am nächsten Donnerstag, 10. Mai erscheinen wird, mitmachen werden.

 

Bild-Quellen:
Bild A:
Bild B:
Bild C: Wikipedia
Bild D: Wikipedia

 

 

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