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Archiv vom Mai, 2012

31. Mai 2012

Hirnwurm-19

by Josef Beda

Der in Żelazowa Wola – einer Gemeinde, die damals zum Herzogtum Warschau gehörte – geborene Knabe wuchs zusammen mit seinen Eltern – ein Franzose und einer Polin -, einer älteren und zwei jüngeren Schwestern in Warschau auf. Er wurde von seiner Mutter und von seiner älteren Schwester an das Klavierspielen herangeführt und genoss in den Jahren 1816 bis 1822 eine Ausbildung beim tschechischen Pianisten und Violinisten Vojtěch Živný. Bereits im Alter von sieben Jahren komponierte der begabte Junge Klavierkompositionen und im Jahr 1818 – im Alter von acht Jahren – debütierte er an einer Wohltätigkeitsveranstaltung mit einem Klavierkonzert von Adalbert Gyrowetz (* 19. Februar 1763 in Budweis, Böhmen; † 18. März 1850 in Wien) – ab dann spielte der junge Musiker in den Salons des polnischen Hochadels.

 

In diesem Haus wurde der Junge geboren. Heute ist es ein Museum und ist die Hauptattraktion des kleinen von Warschau 50 Kilometer in westliche Richtung entfernten Dorfes mit dem Namen Żelazowa Wola.

Ab 1822 nahm der Pianist und Komponist bei Joseph Anton Franz Elsner Privatunterricht in Musiktheorie und Komposition, besuchte das »Königlich-Preussische Lyzeum zu Warschau« studierte danach am Konservatorium, besuchte nebenher Vorlesungen an der Universität und schloss sein Studium im Jahr 1829 mit der von Elsner geschriebenen Beurteilung: «Besondere Begabung, musikalisches Genie» ab.

 

Die obenstehende Abbildung zeigt das in Warschau stehende Denkmal des Musikgenies. Es wurde am 27. November 1926 feierlich enthüllt. Die Einzelteile wurden in Frankreich gefertigt und nach Polen gebracht, wo sie im Lazienki-Park an Ort und Stelle miteinander verbundenen wurden. Am 31. Mai 1940 sprengten die Deutschen das Denkmal und schnitten danach die einzelnen Bruchstücke in kleinere Teile, die anschliessend in den Westen gebracht wurden. Am 17. Oktober 1946 feierten die Polen den sich sehr schwer umzusetzenden Wiederaufbau des Denkmals.

Der Pianist aus Warschau hielt sich in den Jahren 1829 bis 1831 abwechselnd in seinem Wohnort, in Wien und Paris auf. Zum ersten Mal verliess er Ende 1830 für längere Zeit sein Heimatland Polen und reiste zuerst nach Wien und ein halbes Jahr später übersiedelte er nach Paris, wo er bereits bestens bekannt war. Der Komponist, von dem nur eine einzige Fotografie vorhanden sein soll, gilt als bedeutendste Persönlichkeit in der polnischen Musikgeschichte und war einer der populärsten und auch einflussreichsten Pianisten und Klavierkomponisten des 19. Jahrhunderts.

Unsere Frage lautet: «Wie heisst der Pianist und Komponist, der in Polen geboren wurde, den längsten Teil seines Berufslebens jedoch in Paris verbrachte?»

Wettbewerbsbestimmungen:

Am Wettbewerb «Hirnwurm-19» können unsere Blog-Leserinnen und -Leser teilnehmen, ausgeschlossen sind das Personal und die Mitarbeitenden der Stiftung Tosam.
Die Antworten können uns per e-mail: info@buchplanet.ch zugestellt werden. Bei mehreren richtig eingehenden Lösungen, wird der Preis – eine gesponserte Ausnahme – ein Gutschein im Wert von CHF 18.00 ausgelost.
Der Gewinner wird von uns per e-mail benachrichtigt und den Gutschein-Code erhalten. Dieser Code kann bei der nächsten Bestellung in das entsprechende Feld eingegeben werden.
Der Betrag von CHF 18.00 wird vom Rechnungsbetrag, zusammengesetzt aus den Preisen der bestellten Bücher und den Versandkosten in Abzug gebracht. Eine teilweise Einlösung des Gutscheins ist nicht möglich, beim Gebrauch verfällt ein allfälliger Restbetrag.
Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Die Teilnehmer dieses Wettbewerbs erklären sich mit den Bestimmungen einverstanden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen (OR 513).

Einsendeschluss: Freitag, 8. Juni 2012

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Wikipedia
Bild C: Wikipedia

 

 

29. Mai 2012

Hirnwurm-18 – Die Lösung

by Josef Beda

Aus der Beschreibung des »Töggeli-Turniers« und dem vom Wirt und seinem Freund festgelegten Spielmodus können wir folgendes festhalten:

Es gab zwei Gruppen, eine mit stärkeren Spielern und eine mit schwächeren Spielern, wobei jene mit den stärkeren Spielern die grössere der beiden war. In jeder Gruppe mussten sich mindestens zwei Teilnehmer angemeldet haben, ansonsten die Spiele so nicht hätten geplant werden können. Das Turnier bestand aus drei Anlässen, an denen in jeder Gruppe jeweils nach dem Motto »Jeder gegen Jeden« gespielt wurde. An jedem der drei Anlässe fanden 27 Spiele, deren Anzahl wir nun als s bezeichnen wollen, statt. Das heisst in beiden Gruppen zusammen waren jeweils 27 Begegnungen – Duelle – zu zählen. Bezeichnen wir weiter die Anzahl Teilnehmer der stärkeren Gruppe mit a, die Anzahl Spiele in dieser Gruppe mit sa, die Anzahl Teilnehmer der schwächeren Gruppe mit b und die Anzahl Spiele in dieser Gruppe mit sb, die Gesamtzahl der Teilnehmer mit t und halten zudem fest, dass alle Werte ganzzahlig und positiv sein müssen, dann können wir die Voraussetzungen wie folgt schreiben:

a, b, t, sa, sb ∈ ℕ

a > b

a ≥ 2

b ≥ 2

s = sa + sb = 27

t = a + b

Die Begegnugen (Jeder gegen Jeden) in den beiden Gruppe lassen sich berechnen nach:

sa = ½ [a (a – 1)]

sb = ½ [b (b – 1)]

Es folgt daraus:

½ [a (a – 1)] + ½ [b (b – 1)] = 27

 

Es gibt nun verschiedene Methoden die Teilnehmerzahlen zu bestimmen. Beschränken wir uns auf die beiden Methoden »Probieren« und »Funktion«.

Für das »Probieren« erstellen wir eine Tabelle – wie nachstehend aufgebaut – und setzen für die Teilnehmerzahl a einfach einige »vernünftige« Werte ein, rechnen die Anzahl Spiele sa aus, schauen wie viele Spiele sb es dann noch sein müssten, um im Ganzen auf 27 Spiele zu kommen und suchen einen ganzzahligen positiven Wert für b, welcher für das jeweilige errechnete sb der Gleichung sb = ½ [b (b – 1)] genügt.

  

 

Wir stellen fest, dass die Analyse nur dann Erfolg hat, wenn entweder a = 4 (dann ist b = 7) oder a = 7 (dann ist b = 4) ist. Weil wir wissen, dass a grösser als  b ist, folgt sofort, dass a = 7 und b = 4 und somit t = 11 ist.

 

Bei der nächsten Methode versuchen wir eine Funktion der Form y = f(x) zu finden. Um eine solche Beziehung zu konstruieren müssen wir die bereits bekannte Gleichung etwas umstellen.

 ½ [a (a – 1)] + ½ [b (b – 1)] = 27

Mit der Zahl 2 multipliziert folgt:

a (a – 1) + b (b – 1) = 54

Wir legen fest, dass a = f(b) sein soll und setzen eine Quadratische Gleichung in a auf:

a² – a + b (b – 1) = 54

oder:

a² – a + b (b – 1) – 54 = 0

Die Normalform der Quadratischen Gleichung lautet:

x²  + px + q = 0

Wenn wir x = a setzen:

a² + pa + q = 0

In unserem Fall sind:

p = – 1

q = b (b – 1) – 54

Die Lösungsformel der Normalform einer Quadratischen Gleichung lautet:

x1,2  = – ½ p ± √ [(½ p)² – q]

Mit der Festlegung, dass x = a und durch Einsetzen unserer p und q folgt:

a1,2 = ½ ± √ [¼ – (b (b – 1) – 54)]

Und weil wir nur positive a suchen, erhalten wir:

 a = ½ + √ [¼ – (b (b – 1) – 54)]

Die Funktionsgleichung lautet demnach:

a = f(b) = ½ + √ [¼ – (b (b – 1) – 54)]

Das Ausrechnen überlassen wir dem Computer indem wir eine Excel-Tabelle mit zwei Spalten erstellen. In der ersten Spalte geben wir einige Werte für b, die in diesem Fall nur ganzzahlig und positiv und zudem grösser oder mindstens gleich 2 sein müssen, ein und in der zweiten Spalte die Excel-Formel:

0.5+WURZEL(0.25-({Wert der Spalte 1}*({Wert der Spalte 1}-1)-54))

Wir erhalten dann nachstehende Tabelle:

 

Wir erkennen, dass es nur zwei Lösungen in der Menge der natürlichen Zahlen gibt, nämlich für b = 4 (dann ist a = 7) und für b =7 (dann ist a = 4). Weil wir wissen, dass a > b ist, folgt: a = 7, b = 4 und rechnen, dass t = a + b = 11 ist.

 

«Heureka», das rief auch Archimedes von Syrakus, als er beim Baden auf die Lösung für die vom Herrscher Hieron II. gestellte Aufgabe, festzustellen, ob dessen Krone aus purem Gold sei oder nicht – ohne diese jedoch zu beschädigen – stiess.

Die richtige Antwort auf unsere am 10. Mai im Hirnwurm-18 gestellten Fragen lauten: Für das »Töggeli-Turnier« haben sich insgesamt 11 Teilnehmer angemeldet – wovon 7 in die stärkere Gruppe und 4 in die schwächere Gruppe.

Auf unseren »Hirnwurm-18« haben wir einige richtige und auch falsche Lösungen erhalten. Wie angekündigt, musste bei mehreren richtigen Einsendungen das Los entscheiden. Die Gewinnerin bzw. der Gewinner wird von uns per e-mail persönlich benachrichtigt und erhält den Gutscheincode für eine Gutschrift von CHF 50.00 (Sponsor-Betrag) auf die nächste Rechnung des »buchplanet.ch«. Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das Interesse und hoffen, dass viele Personen auch am »Hirnwurm-19«, der am nächsten Donnerstag, 31. Mai erscheinen wird, mitmachen werden.

 

Bild-Quellen:
Bild A: buchplanet.ch; JBS
Bild B: buchplanet.ch; JBS
Bild C: Wikipedia

 

 

28. Mai 2012

Hello Zurich

by Josef Beda

Die Naturgewalten sind überall auf dieser Erde anzutreffen, ob sie nun hausgemacht sind oder nicht, – sie stellen eine Gefahr für das menschliches Dasein und deren Existenz dar. In der Schweiz drohen Lawinen, Bergstürze, Hangrutschungen – anderes mehr – und auch Überschwemmungen den Lebensraum und dessen Bewohner zu zerstören. Lawinen- und Bach-Verbauungen, Betonwände, Gallerien und weitere Sicherheitsvorkehrungen sollen uns vor diesen Gefahren schützen.

Nachstehende Fotografie zeigt das sich in der Nähe von St. Antöninen befindende 2412 m hohe Chüenihorn. Der Berg gehört zu einer Gebirgsgruppe der Ostalpen, welche unter dem Namen Rätikon bekannt ist. Gut zu erkennen sind die Lawinenverbauungen.

 

 

Eine stetige Bedrohung kennen die Niederlande – sie werden von den Fluten der Nordsee, dessen Wasserspiegel zudem stetig steigt, gezwungen durch riesige Bauwerke ihr Land zu schützen. Die parlamentarische Monarchie im Nordwesten Europas und Teil des Königreichs der Niederlande liegt ungefähr zur Hälfte weniger als einen Meter über und rund ein Viertel sogar unterhalb des in Amsterdam gemessenen Meersespiegels (Normaler Amsterdamer Pegel). Etwa ein Fünftel der Fläche des Landes ist mit Wasser bedeckt. Um die flachen Gebiete vor den Fluten zu schützen haben die Niederländer Deiche in einer Gesamtlänge von über 3000 km erstellt. Durch den Bau der Deiche wurde dem Meer auch meist neues Festland abgewonnen.

Das Bild unten zeigt das Maeslantwehr, welches am 10. Mai 1997 von Königin Beatrix offiziell eingeweiht wurde. Das aus zwei gebogenen Stahltoren bestehende Wehr wird bei allfälligen Stürmen geschlossen und würde Rotterdamm vor den Fluten der Nordsee schützen. [Nach anklicken des Bildes wird ein Video gezeigt.]

 

 

Vor 80 Jahren, am 28. Mai 1932 um 13.02 Uhr wurde er fertig – der 32 km lange Abschlussdeich. Über den 90 Meter breiten Deich mit einer Scheitelhöhe von durchschnittlich sieben Metern führt die vierspurige Autobahn »Rijksweg 7« und ein Fuss- und Veloweg. Etwa in der Mitte des Bauwerkes, in dem mit vier Menschen bewohnten Breezanddijk, lädt ein Monument mit Tankstelle und Aussichtsturm zu einer Pause ein. Hat sich jemand mit seinem Motorfahrzeug verfahren, kann an dieser Stelle gewendet werden. Das wird wohl eine Ausnahme sein, denn die Fahrt von Den Oever über den Deich ist nicht nur aus technischen Aspekten faszinierend, sondern es ist ein Traum über den schmalen Streifen, der die Nordsee vom entstandenen IJsselmeer trennt, die Sicht – wie von einem Schiff aus – nach links und rechts auf die weiten Gewässer zu geniessen.

Zirka in der Mitte des Abschlussdeiches befindet sich eine Raststätte. Gut zu erkennen ist die vierspurige Autobahn, die über den Deich führt. Das Foto zeigt von Süd nach Nordost: links befindet sich die Nordsee und rechts der Binnensee mit dem Namen IJsselmeer – ein Süsswassersee, der vor allem vom gleichnamigen Fluss gespiesen wird. Um das Überwasser in die Nordsee abfliessen zu lassen, befinden sich entlang des Deichs zwei zwölf Meter breite Ablassschleusen.

 

 

Mit dem Bau des Afsluitdijk, wie der Deich in niederländischer Sprache heisst, wurde, nachdem die ersten Ideen für dessen Erstellung bereits im 17. Jahrhundert vorhanden waren, im Jahr 1927 begonnen. Tausende von arbeitslosen Menschen fanden beim Bau dieses Werkes eine vernünftige und sinnvolle Beschäftigung. Durch den Bau des Abschlussdeiches konnte nicht nur den Fluten aus der Nordsee entgegengesetzt werden, es wurde durch Einpolderung auch Land gewonnen und der einstige Zuiderzee – Teil des Wattenmeers der Nordsse – konnte zu einem Süsswassersee umfunktioniert werden.

 

 

 

Um die Angriffsmöglichkeit fremder Staaten auf ihr eigenses Land zu verhindern – oder immerhin zu erschweren – sind im Deich zwei Festungen – an den Orten der Abflussschleuesen – eingebaut. Im »Zweiten Weltkrieg« konnten sie ihren Nutzen zeigen, als die »Deutsche Wehrmacht«, trotz ihrer Übermacht, bis zur Kapitulation an diesen Stellen keinen Zugang in die Niederlande schaffen konnte. – Und wenn dann die Fahrt weitergeht, sich der Deich dem Ende nähert, ist man vielleicht überrascht eine kleine Ortschaft, die als Teil der Gemeinde Súdwest-Fryslân den Namen »Zurich« trägt, anzutreffen.

 

Obenstehende Abbildung zeigt das Wappen von Zurich, dem kleinen Ortsteil der Gemeinde Súdwest-Fryslàn in der niederländischen Provinz Friesland. [Durch klicken auf das Wappen, können Bilder des malerischen Dörfchens angesehen werden.]

Zurich, das schmucke Dorf, welches direkt am Deich liegt, hat gerademal etwa 200 Einwohner. Die kleine Dorfkirche, das einzige Restaurant und die Bank sind umgeben von malerischen, niedrigen Einfamilienhäusern. Doch das idyllische Zurich verfügt – etwas ausserhalb des ruhigen Dorfkerns – auch über einen grossen Campingplatz und – direkt am IJselmeer liegende – einladende Wassersportanlagen.

 

Bild-Quellen:
Bild A: www.hikr.org
Bild B: www.deltawerken.com
Bild C: Wikipedia
BIld D: Wikipedia (Montage: buchplanet.ch; JBS)
Bild E: Wikipedia

24. Mai 2012

Aberglauben, Volksdeutungen, Bauernregeln – (Fortsetzung)

by Urs Steiner

Unter den zauberischen Personen stellen wir die Hexen obenan. Der Hexenglaube ist alt und nimmt seinen Ursprung wieder im Heidentum. Nicht, dass bei den Germanen ein so unglückliches Hirngespinst nachweisbar wäre, aber die alten heidnischen Priesterinnen haben ohne Zweifel Veranlassung zu dem christlichen Hexenglauben gegeben. Diesen Priesterinnen war nämlich an den Opferfesten ein nicht unwichtiger Teil der Opferhandlungen zugeschieden. Das Christentum aber setzte mit einemmale die Frauen in ihren priesterlichen Eigenschaften ab. Es darf daher mit Sicherheit angenommen werden, dass diese Frauen noch Jahrhunderte lang am heidnischen Kultus wenigstens heimlich festgehalten haben und dass ihre nächtlichen Zusammenkünfte Veranlassung zu dem Glauben an die Hexenfeste  und Hexentänze gegeben haben. Die Tänze, der Genuss des Pferdefleisches, das Trinken aus Pferdehufen, das Aufrichten von Pferdeköpfen, was alles den Hexen nachgeredet wird, weisen deutlich auf die heidnischen Opferbräuche hin. Die Hexern gehören zu Donar und zu Wodan zugleich, darum reiten sie auf Besen und tanzen gern unter Eichen. Sie machen Sturm, Hagel und Mäuse.

Die traurigen Hexenverfolgungen begannen aber erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und endeten, nachdem mindestens 30‘000 Personen ihnen zum Opfer gefallen waren, nach 3 Jahrhunderten. Der Hexenglaube ist aber damit keineswegs abgetan worden. Derselbe sitzt in den Bergtälern im Gegenteil noch ganz fest; jedes Dorf hat heute noch seine Hexen unter den eigenen Bewohnern und diese reiten heute noch auf Besen, Bänken, Bohnenstangen, Kochlöffeln, Deichseln, Heu- und Ofengabeln an ihre Feste, melken ihren Nachbarn das Vieh, „verderben“ ihnen Alles, was lebt, in Haus und Stall.

Auch die Zigeuner sind, wie die Hexen, mit dem Teufel im Bunde. Sie können auf dem Heustock Feuer machen, ohne das Heu zu gefährden. Wenn man ihnen aber entgegenkommt, d.h. wenn man ihr Begehren erfüllt, so fügen sie uns kein Leid zu, während die Hexe das Böse tun muss, wenn nicht an den Fremden, so an den eigenen Leuten. Der Zigeuner übt seine Kunst nur zum eigenen Unterhalt. Freilich, gibt man ihm ein Stück Fleisch aus dem Kamin, so bekommt er die ganze Sau; gibt man ihm ein Stück Geld, so zaubert er uns Alles aus der Tasche; zeigen wir ihm unsere Pfannen und Kessel, so bläst er in den besten Boden ein Loch und flickt ihn dann um ein Stück Geld so, dass von einem Flick wieder nichts zu sehen ist.

Die Schatzgräberei gehört zum spekulativen Aberglauben. Die Schatzgräber sind Betrüger, die den Einfältigen um sein Geld bringen und an den Hokuspokus, den sie treiben, selbst nicht glauben.

Hierher gehört auch das Wahrsagen; nur handelt es sich um kleinere Beträge. „Mein Gott! Man muss doch mit etwas sein Brot verdienen“, sagt die Alte, die wir über ihren Betrug zur Rede stellen. Das Wahrsagen aus der Hand und aus dem Kaffeesatz sieht ziemlich unschuldig aus und stellt in der Regel günstige Tage in Aussicht. Schlimmer ist es schon mit dem Kartenschlagen, das noch viel verbreiteter ist, als man erwarten sollte. Da stellt sich zwischen uns und den Herzbub oder die Herzdame nicht selten ein Schaufelträger, der in einem unserer nächsten Anverwandten erkannt wird und es können die schönsten Verhältnisse gestört werden. Ueberhaupt ist der Hang, die Zukunft vorauszuwissen, ein krankhafter und lähmt die Lebenskräfte mehr, als er sie zu stärken vermöchte. Traurig aber ist die Verirrung des menschlichen Geistes, die die Seelen der Abgestorbenen vor sich zu rufen vorgibt, wie es beim Tischrücken geschehen ist, das vor wenigen Jahrzehnten wie eine Epidemie über die christlichen Völker der zivilisierten Welt hereingebrochen ist. Die Epidemie ist glücklicherweise vorbei, aber einzelne Kranke liegen noch hier und dort; sie wären auch in der Schweiz nicht in einem Tage zu zählen.

Den Zauber einer dieser Personen, namentlich der Hexen, weiss der Kapuziner zu lösen und der Priester, doch nur der katholische. Mit ihren geweihten Palmen, Broten, Oelen, Salzen, Kreuzen und Amuletten entkräften sie den Spuk.

Zu den zauberhaften Personen gehört auch die Pfarrersköchin seltsamerweise, doch so viel bekannt ist nur mit einer Notiz. Will man nämlich ein Pferd hinkend machen, so schlägt man in seine Hufspur einen Nagel von einem behagelten Baum oder von einem neuen Galgen oder das Messer einer Pfarrersköchin.

Fortsetzung folgt!

 

 

22. Mai 2012

Der »Gotthard«

by Josef Beda

Einen Berg, der den Namen »Gotthard« trägt ist auf keiner Karte zu finden – es gibt ihn nicht. Und trotzdem weiss »Jede und Jeder« wo er ist und was damit bezeichnet wird. Viele Gedanken werden geweckt, wenn das Wort »Gotthard« fällt. »Gotthard«, Berg der Mitte, Barrikade zwischen Nord und Süd, Brücke zwischen den Kantonen Graubünden, Tessin, Wallis und Uri, Festung, Zuflucht, Réduit – der Innbegriff des Schweizerischen Widerstandes im Zweiten Weltkrieg, Handel, Not, Reichtum, Wasser- und Wetterscheide, Tragik und Triumph der Technik.

 

 

Heute vor 130 Jahren begannen die Feierlichkeiten zur Einweihung des damals längsten Eisenbahntunnels der Welt – dem »Gotthard-Scheiteltunnel« der Gotthardbahn. An der viertägigen Feier nahmen über 600 Gäste aus ganz Europa teil. Nicht teilgenommen hat die seiner Zeit wohl mächtigste und einflussreichste Persönlichkeit der Schweiz – Johann Heinrich Alfred Escher vom Glas. Alfred Escher war Politiker, Wirtschaftsführer und ein Eisenbahnpionier – gründete das »Eidgenössische Polytechnikum«, die »Schweizerische Kreditanstalt«, die »Schweizerische Lebensversicherungs- und Rentenanstalt«, die »Schweizerische Nordostbahn« und die »Gotthardbahn«. Seine Nichtteilnahme war wahrscheinlich damit begründet, dass er nicht nur Freunde, sondern auch Gegener hatte und ihm die aufgetretenen finanziellen Schwierigkeiten bei der »Schweizerischen Nordostbahn« wie auch beim Gotthardprojekt angelastet wurden.

 

 

Der reich geschmückte Festzug erreicht am 22. Mai 1882 nach der Tunneldurchfahrt und dem »Abstieg« aus Richtung Airolo den ebenfalls geschmückten Bahnhof Bellinzona.

Nicht teilnehmen konnte auch der Unternehmer, Louis Favre. Seine Firma erhielt den Zuschlag für die Untertunnelung des Gotthardmassivs und siegte damit über sechs Mitbewerber. Sein Angebot war das günstigste und Favre versprach eine kürzere als die geplante Bauzeit. Doch das Versprechen konnte er nicht einhalten. Noch vor seinem Tod am 19. Juli 1879 zeichnete sich ab, dass mit massiven Kostenüberschreitungen und längeren Bauzeiten zu rechnen waren. Trotz, gemäss Geschichtsschreibung, eigentlich unhaltbaren Arbeitsbedingungen und mangelhafter Unterkünfte wurde Louis Favre von seinen Arbeitern am Tag des Durchschlages, der am 29. Februar 1980 erfolgte, ehrenvoll gewürdigt. Die Planung und Durchführung der Arbeiten gelten für damalige Verhältnisse als technisches Meisterwerk und sind grösstenteils auf den Ingenieur Louis Favre zurückzuführen.

 

Louis Favre (* 28. Januar 1826; † 19. Juli 1879) schuf den Aufstieg vom Handwerker zum Unternehmer, Ingenieur und Tunnelbauer. Mit viel Risiko – mit finanziellen und zeitlichen Versprechungen – hat er die Ausschreibung für den Erbau des »Gotthard- Scheiteltunnels« gewonnen. Er musste nicht nur Streitigkeiten mit der Gotthardbahngesellschaft bewältigen, Auseinandersetzungen mit den Arbeitern austragen, er zahlte auch mit seinem Leben und seine Familie verarmte nach erheblichen Nachzahlungen, die seine Firma infolge Kosten- und Bauzeitüberschreitungen zu begleichen hatte. 

Auch 199 Arbeiter konnten die Einweihung des »Gotthard-Tunnels« nicht miterleben – sie fanden während den Bauarbeiten auf unterschiedlichste Weise den Tod. Zu Ehren und im Gedenken an die verünglückten Arbeiter schuf der Tessiner Künstler Vincenzo Vela zum Anlass der 50-Jahr Feier der Tunnel-Fertigstellung ein Denkmal mit der Inschrift: «Vittime del lavoro». Das Denkmal, welches der Künstler auf eigenen Antrieb und unentgeltlich geschaffen hat, steht in der Nähe des Bahnhofs in Airolo.

 

 

Im Buch »Unser Gotthard« von Karl Lüönd und Karl Iten wird nicht allein der Bau des »Gotthard-Scheiteltunnels« geschildert, sondern es wird die Geschichte »Gotthard« erzählt, der Bau der Autobahn behandelt und aus der Sicht von 1980 in die Zukunft geschaut.

 

 

Das Buch wird mit einem Vorwort von Dr. Hans Hürlimann – Bundesrat und Vorsteher des »Eidgenössischen Departement des Innern« vom 5. Dezember 1973 bis 31. Dezember 1982 – eingeleitet. Als Anhang werden unter dem Kapitel »Die schönsten Wanderungen und Ausflüge im Gotthardgebiet« Hinweise auf Sehenswürdigkeiten und Informationen zu den Ortschaften gegeben sowie auf Feste und Gebräuche aufmerksam gemacht.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Fotografie aus dem Buch »Unser Gotthard«
Bild C: Wikipedia
Bild D: Wikipedia
Bild E: Umschlag des Buches »Unser Gotthard«

 

 

21. Mai 2012

Schweizer Luftfahrt – »Streifzüge« • Teil 5/5

by Josef Beda

Nicht ganz einfach zu überschauen und nachzuvollziehen ist nicht allein der »Untergang« unserer nationalen Fluggesellschaft – der »Swissair« -, sondern auch Ihre Entstehungsgeschichte.

In den Jahren 1919 und 1931 wurde in der Schweiz der zivile Luftverkehr »richtig Erwachsen«. Am 15. Mai 1919 gründeten die Militärkollegen Oblt. Walter Mittelholzer und Oblt. Alfred Comte die Kollektivgesellschaft »Comte, Mittelholzer & Co. Aero Luftbildverlagsanstalt und Passagierflüge«. Diese Unternehmung hatte sich, nebst Luftbilder zu erstellen, zur Aufgabe gemacht, den Flugverkehr zwischen Zürich und St. Moritz abzuwickeln. Ihren Heimflugplatz hatte sie in Schwamedingen-Mattenhof installiert, denn der am 22. Oktober 1910 eingeweihte Flugplatz Dübendorf war vorerst, bis Ende 1921, vorwiegend dem Flugwesen der Armee vorbehalten. Am 20. September gleichen Jahres wurde von den drei Piloten Ernst Frick, Friedrich Rihner und Henry Pillichody die Luftverkehrsgesellschaft »Frick & Co.«, welche ihren Flugbetrieb in Anlehnung an die Idee von Oskar Bider am Wasserflughafen Zürichhorn aufnahm, gegründet. Oskar Bider, der zusammen mit Fritz Rihner im Juli 1919 die »Schweizerische Gesellschaft für Lufttourismus« gründete, war überzeugt, dass die Schweiz mit ihren zahlreichen Seen für den Einsatz von Wasserflugzeugen prädestiniert sei.

 

 

 

Die »Ad Astra Aero« war eine am 15. Dezember 1919 als Aktiengesellschaft im Handelsregister eingetragenen Firma, die ihre Tätigkeit nach der Fusion der »Frick & Co.« mit der »Comte, Mittelholzer & Co. Aero Luftbildverlagsanstalt und Passagierflüge« am 24. Februar 1920 aufnahm. Die »Ad Astra Aero AG«, die nun über Wasserflugzeuge und mit Radfahrwerken ausgerüstete Flugzeuge verfügte, übernahm am 21. April 1920 auch die am 25. Juni 1919 gegründete »Avion Tourisme SA«, die ihren Sitz in Genf hatte. Die neue Firma nannte sich »Ad Astra-Aero, Avion Tourisme SA«. Sie hatte ihren Sitz in Zürich und eine Zweigstelle in Genf. Die Unternehmung fuhr in den ersten Betriebsjahren erhebliche Verluste ein und konnte, dank der profitablen Strecke Genf-Zürich-München, erstmals im Jahr 1923 eine ausgeglichene Rechnung präsentieren. Zunehmend gewann der landgestützte Flugverkehr an Bedeutung und die Wasserflughäfen, die mittlerweile im ganzen Land anzutreffen waren, wurden kontinuierlich heruntergefahren.

In Basel gründete 1925 Balz Zimmermann die »Basler Luftverkehrs AG« kurz »Balair«. Diese Unternehmung entwickelte sich rasch und bereits 1929 unterhielt sie ab dem damals grössten Flugplatz der Schweiz – Basel-Sternenfeld – neun Fluglinien. Auf Druck des »Eidgenössischen Luftamtes«, welches am 9. März 1920 geschaffen wurde, fusionierte die Unternehmung mit der zürcherischen »Ad Astra-Aero« zur in Zürich domizilierten nationalen Fluggesellschaft der Schweiz, zur »Swissair«, deren offizielle Bezeichnung »Swissair – Schweizerische Luftverkehr-Aktiengesellschaft« lautete.

Die »Swissair« gehörte bereits seit Beginn zu den Pionier-Gesellschaften der europäischen wie auch der internationalen Zivil-Aviatik: Sie kaufte als erste Fluggesellschaft Europas amerikanische Flugzeuge – zwei vierplätzige »Lockheed L-9 Orion« und zwei zehnplätzige »Clark GA-43«, die damals schnellsten Verkehrsflugzeug der Welt, sie flog die erste transalpine Linie – Zürich-Mailand, sie setzte am 1. Mai 1934 als erste europäische Fluggesellschaft Stewardessen ein und sie legte seit ihrer Gründung grossen Wert auf die Ausbildung der Piloten im Blindflug.

 

Die Fotografie zeigt eine der beiden von der Swissair beschafften zehnplätzigen Maschine des Typs Clark GA-43. Sie hatte eine maximale Fluggeschwindigkeit von 240 km/h – die »Lockheed Orion 9-B« brachte es auf eine Fluggeschwindigkeit von 290 km/h und war damals das schnellste Zivilflugzeug der Welt.

Am 29. August 1939 musste die »Swissair« ihren Betrieb infolge des Zweiten Weltkrieges, der die Sperrung der Lufträume von Deutschland und Frankreich mit sich zog, einstellen. Knapp sechs Jahre später jedoch, nach der Kapitulation Deutschlands am 8./9. Mai 1945, konnte sie ihren Flugbetrieb am 30. Juni 1945 wieder aufnehmen. Die Unternehmung stockte ihr Aktienkapital auf – die »Schweizerische Eidgenossenschaft«, verschiedene Kantone und Gemeinden, sowie die »Schweizerischen Bundesbahnen« wie auch die »Schweizerischen PTT-Betriebe« beteiligten sich mit rund 30% am Aktienkapital der »Swissair«.

 

Bis zur Eröffnung des neu erstellten »Interkontinental-Flughafen Zürich-Kloten« im Jahr 1948 war der Flugplatz Dübendorf der Heimatflughafen der »Swissair«. Der heutige Flughafen Zürich wird von der börsenkotierten »Flughafen Zürich AG« betrieben. Er gehört zu den besten Flughäfen der Welt, wurde  2009 zum besten Flughafen Europas gewählt und erhielt in der Kategorie »Führender Flughafen Europas« schon sieben Mal den »World Travel Award«.

Ab den 1960er Jahren profitierte die »Swissair«, wie auch viele andere Fluggesellschaften, vom zunehmend wachsenden Luftverkehr. Die »Swissair« kam aber im Besonderen durch ihren ausgezeichneten Ruf als Qualitätsairline, dank der Möglichkeit, aufgrund der Neutralität unseres Landes auch Staaten in Afrika und im Nahen Osten anzufliegen und der zentralen Lage in Europa in den Genuss hohe Gewinne zu erzielen. Doch die Liberalisierung des Luftverkehrs, welcher einen aggressiven Preiskampf unter den Gesellschaften auslöste, der weltweit schwachen Konjunktur ab 1990 und die Nichtintegration der Schweiz in den Europäischen Wirtschaftsraum führte endlich gesehen zur Gründung der »SAirGroup« in der die »Swissair« eine von vielen Tochtergesellschaften bildete.

 

 

Obenstehende Abbildung zeigt die verschiedenen Tochtergesellschaften, die in der aus der »Swissair« im Jahr 1997 geschaffenen »SAirGroup« zusammengefasst waren.

Welche Umstände und in welchem Mass sie stimmen und gewertet werden – seien es – unter Berücksichtigung, dass nach den Terroranschlägen auf die beiden Türme des »World Trade Centers« in New York City vom 11. September 2001 ein gewaltiger Rückgang des Luftverkehrs zu verzeichnen war – allfällige Fehlleistungen oder Unvermögen, bürokratische Sturheit, unüberlegtes, nichfertiggedachtes Handeln oder was auch immer -, am 1. April 2002 – es hört sich wie ein schlechter Aprilscherz an – fand auf dem »Interkontinentalen Flughafen Zürich« die letzte Landung einer Maschine der »Swissair« statt. Ein einundsiebzig Jahre dauerndes Kapitel der »Schweizer Luftfahrt« wurde mit der Landung SR145 aus Sao Paulo beendet. 

Im Buch »Sturmflug« schildert André Dosé seinen Kampf um die SWISS. In seinem kurzen Schlusswort schreibt er auch:  «… Denn die Schweizer Öffentlichkeit braucht auch SWISS. Sie braucht sie, weil wir ein Land sind, das seinen Wohlstand  zu mehr als der Hälfte seinen geschäftlichen Beziehungen zum Ausland verdankt. Die Schweiz ist deshalb auf eine gute Verbindung zum Rest der Welt angewiesen, und nur eine eigene nationale Airline garantiert diesen Anschluss. Wer anderes behauptet, der irrt sich. Aber die Schweiz braucht SWISS auch, weil ihr Erfolg ein Zeichen setzen wird. Der Erfolg von SWISS wird zeigen, dass wir uns unter widrigsten Umständen behaupten können. Meine Erfahrungen als CEO von SWISS haben mir leider gezeigt, dass dieser Glaube in unserem Land nicht mehr weit verbreitet ist. Resignation und Gleichgültigkeit haben sich breit gemacht. Sie äussern sich in Neid, Skepsis, Zynismus und Angst.»

 

 

Die Fluggesellschaft SWISS – seit November 2011 mit neuem Logo – mit Sitz in Basel und Drehkreuz auf dem »Interkontinentale Flughafen Zürich« ist heute zu 100% eine Tochtergesellschaft der »Deutschen Lufthansa AG«.

 

 

 

Ihr Heimatflughafen ist ebenfalls der »Interkontinentale Flughafen Zürich« und die 68 Flugzeuge der SWISS – alles Maschinen des Herstellers »Airbus« – tragen weiterhin unser – auf die Seitenleitwerke lackierte – Schweizer Hoheitszeichen in alle Welt.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Wikipedia
Bild C:
Bild E:
Bild F: www.swissair.aero
Bild G: Buchdeckel
Bild H: www.luftfahrt.net

 

 

17. Mai 2012

Neuigkeiten für Buchfreunde

by Sara Grob

Heute geht es um Neuigkeiten, Veranstaltungen und Informationen aus der Welt der Bücher.

Solothurner Literaturtage
Dieses Wochenende finden die Solothurner Literaturtage statt. Einige Programmpunkte: Lesung für Kinder von Franz Hohler, Lesung von Martin R. Dean, Mundart-Lesung von Angelia Maria Schwaller.

Carlos Fuentes (R.I.P)
Am Dienstag, 15. Mai 2012, ist der mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes im Alter von 83 Jahren gestorben. 1987 erhielt Fuentes den „Cervantes-Preis“, das ist die wichtigste Auszeichnung in der spanischen Literatur.
Dieses Buch von Carlos Fuentes ist einmal in unserem Onlineshop für Secondhandbücher erhältlich. Es ist einmal hier bestellbar (der Schnellere ist der Geschwindere).

Mehr Kunst bei buchplanet.ch
Dank einer kunstinteressierten Mitarbeiterin geht es mit unserer Rubrik „Kunst“ endlich aufwärts. Einige Beispiele aus dieser Rubrik (die Bücher sind je einmal erhältlich, die Bilder sind direkt mit dem Onlineshop verlinkt!)
          

Random House bei youtube
Die Verlagsgruppe Random House unterhält einen spannenden Youtubekanal. Zum Beispiel diesen Buchtrailer findet man dort:

Auch andere Verlagsgruppen sind natürlich bei Youtube vertreten.

Kreative Minibücher
Pepe erstellt Minibücher, die wahre Kunstwerke sind. Es ist sehr inspirierend die verschiedenen Minibücher zu bestaunen. Hier findet ihr die Webseite.

Copyright: www.pepe-minibuch.de

Ich wünsche euch viel Spass beim Entdecken der Links.

15. Mai 2012

Schweizer Luftfahrt – »Streifzüge« • Teil 4/5

by Josef Beda

Wie wir es in unserem Land gewohnt sind, gibt es für bestimmte Aufgabenstellungen eher selten »Gesamtschweizerische Lösungen«, da jeder Kanton in seinem Staats-Gebiet im Rahmen der in der Bundesverfassung und im Bundesgesetz festgelegten Bestimmungen autonom und souverän handeln kann. So ist die »Schweizerische Rettungsflugwacht« in 25 Kantonen zuständig für die Rettung aus der Luft – im Kanton Wallis ist dies eine der Aufgaben der »Air Zermatt«.

 

Die »Air Zermatt AG«, dessen Logo im Bild links zu sehen ist, gehört zum Kanton Wallis wie die vielen Viertausender – beispielsweise der Mischabel, das Weisshorn, die Dufourspitze, der Dom und natürlich der Hausberg von Zermatt, das Matterhorn.

Die Gesellschaft »Air Zermatt AG« wurde im Jahr 1968 gegründet und beschäftigt derzeit 53 Mitarbeiter – 10 Piloten, 13 Flughelfer, 12 lizensierte Mechaniker, 6 Rettungssanitäter und 12 Personen in der Einsatzleitung, Administration und Kundendienst. Nebst Rettungsflügen führt das Unternehmen mit neun auf den beiden Stützpunkten in Zermatt und Raron stationierten Helikoptern auch Transport-, Rund-, Touristik- und Taxiflüge durch, leistet einen sehr bedeutenden Beitrag zur Rettung von den in den Walliser-Bergen und -Alpen verünglückten Personen und Tieren und gelangt beispielsweise auch bei der Bekämpfung von Waldbränden in den Einsatz.

 

Die Bilder zeigen den Waldbrand in Visp: Oben das sich ausbreitende Flammenmeer, aufgenommen am 10. Juni 2011 um 10.30 Uhr und unten die durch das Feuer verursachten Verwüstungen nach erfolgter Brandlöschung, aufgenommen am 11. Juni 2011 um 09.08 Uhr.

Das Schweizer Fernsehen drehte in zwei Doku-Serien unter dem Titel »Die Bergretter – unterwegs mit der Air Zermatt« eine ganze Reihe von authentischen Filmen über die Unternehmung und über ihre spektakulären Einsätze, über jene Menschen, die alles geben, ihrer Aufgabenstellung gerecht zu werden und auch über deren Privatleben. Die Geschichte der »Air Zermatt AG« kann im vom Gründer der Helikopterunternehmung Beat H. Perren verfassten Bericht nachgelesen werden. Beat H. Perren ist zudem seit dem 17. Juli 1998 Präsident des Verwaltungsrates der »Air Zermatt AG«.

Die »Air Zermatt« hat auch das Heliskiing in ihrem Angebot. Bei dieser Art des Skifahrens oder Snowboardens lassen sich die Sportler mit einem Helikopter auf einen Berg fliegen und fahren von dort im noch unbefahrenen Tiefschnee ins Tal. Die Talfahrten werden dabei stets durch einen Bergführer, der in dieser Mission »Heliguide« heisst, begleitet und überwacht.

 

Die »Air Zermatt« ist nicht allein im Wallis oder in der Schweiz ein Begriff, sondern ist durch ihre Einsätze im Ausland, durch die Unterstützung im Aufbau einer Rettungsstation am Himalaya und durch das von ihr angebotene Heliskiing weltweit bekannt und berühmt.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia (Montage Buchplanet; JBS)
Bild B: vs_ski_vt (Montage Buchplanet; JBS)
Bild C: www.zermatt.ch

 

14. Mai 2012

Schweizer Luftfahrt – »Streifzüge« • Teil 3/5

by Josef Beda

Die Feier zum 50-jährigen Bestehen der »Schweizer Luftwaffe« und die »Expo64« in Lausanne waren wohl die beiden ausschlaggebenden Motoren die bereits im Jahr 1959 angedachte Idee, ein mit Berufspiloten besetztes Vorführteam der Luftwaffe, ins Leben zu rufen. Die Idee wurde zuerst vom Überwachungsgeschwader mit einer aus vier »Hawker Hunter« des Typs Mk.58 bestehenden Doppelpatrouille umgesetzt.

 

Ab 1958 wurden 100 von »Hawker Aircraft Ltd. England« gebaute Hunter-Flugzeugen an die Schweiz ausgeliefert. Weitere bei »Hawker Aircraft Ltd. England« werkrevidierte und in der Schweiz endmontierte 60 »Hunter« wurden in zwei Serien à 30 Stück in den Jahren 1973 bis 1976 der Truppe abgeliefert.

Mit den vier Flugzeugen wurden im Jahr 1964 anlässlich der Feierlichkeiten in der ganzen Schweiz Formationsflüge, welche von hunderttausenden Zuschauern mit Begeisterung verfolgt werden konnten, demonstriert. Das EMD (Eidgenössisches Militärdepartement) unter der Leitung von Bundesrat Paul Chaudet beschloss aufgrund dieser Publikumswirksamkeit die »Patrouille Suisse« zum offiziellen »Nationalen Kunstflugteam« zu ernennen.

Paul Chaudet (* 17. November 1904; † 7. August 1977) war gelernter Landwirt und arbeitete vor seiner politischen Laufbahn in den Rebbergen seiner Eltern. Am 16. Dezember 1954 wurde der Waadtländische FDP-Politiker in den Bundesrat gewählt und übernahm das »Eidgenössische Militärdepartement«. In den Jahren 1959 und 1962 war er Bundespräsident. In der Folge der Mirage-Affäre kündigte er am 28. November 1966 seinen Rücktritt per Ende Jahr an.

 

 

Im Buch »Die Schweiz und ihre Skandale«, welches 1995 im »Limmat Verlag Zürich« erschienen ist, wird in einem der Kapitel auf 16 Seiten der »Mirageskandal« vom Autor Christian Kolbe unter dem Titel »Ein «Wunderbastard» für die Obersten« behandelt. Es kann bei uns, »Online-Shop für Gebrauchte Bücher« – buchplanet.ch -, für einen Betrag von CHF 6.00 erworben werden.

 

 

Das Programm der »Patrouille Suisse« wurde stetig verfeinert und konnte durch die Erweiterung der Staffel auf fünf Maschinen noch attraktiver gestaltet werden. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der »Patrouille de France« wurde die »Patrouille Suisse« nach Salon-de-Provence eingeladen. Was infolge der strikten Handhabung der Schweizerischen Neutralität bis anhin unmöglich war, wurde mit dieser Einladung überholt: Die »Patrouille Suisse« konnte ihr Können erstmals – mit sechs Flugzeugen – im Ausland unter Beweis stellen. Zahlreiche weitere Vorführungen in Frankreich, Italien, Deutschland und anderen Ländern folgten. Noch im Jahr 1991, anlässlich des siebenhundertsten Geburtstag der »Schweizerischen Eidgenossenschaft« bestand die Staffel aus sechs, nunmehr mit neuem Farbanstrich versehenen, »Hunter«.

 

 

Drei Jahre später wurden alle Hunter-Kampfflugzeuge ausser Dienst gesetzt – die Flugzeuge der »Patrouille Suisse« wurden durch »Northrop F-5E Tiger II« ersetzt. Sieben der in den Jahren 1976 bis 1984 beschafften 110 »Tiger«, deren Endmontage im »Eidgenössischen Flugzeugwerk Emmen« stattfand, bekamen eine vollständig – in den Farben der Schweizerflagge – rot-weisse Lackierung.

 

Das obenstehende Bild zeigt die »Patrouille Suisse« mit der Figur »Delta« oder »Toblerone« – je nachdem ob der Flug waagrecht oder senkrecht verläuft. Die verschiedenen Formationen und Figuren, zahlreiche interessante Informationen zu unserem »Nationalen Kunstflugteam« wie auch die Daten der Übungsflüge und Vorführungen erhält man unter der offiziellen Homepage der »Schweizer Luftwaffe«.

Nach etwa dreissig Jahren Einsatz werden auch die letzten »Tiger« im Jahr 2015 ausgemustert sein. Dies bedeutet, dass jetzt neue Kampfflugzeuge beschafft werden müssen, denn die Aufgaben der »Schweizer Luftwaffe« Wahrung der Lufthoheit, Lufttransportdienst, Nachrichtenbeschaffung sowie Leistung von Subsidiäreinsätzen sind nicht diskutierbar – und die »Patrouille Suisse« soll auch in Zukunft ihre eindrücklichen Demonstrationen fliegen können.

 

 

Zu hoffen ist, dass die herrschenden Meinungsverschiedenheiten, die ständige Kritik und Informationslecks bezüglich einer allfälligen Beschaffung von Kampfflugzeugen des Typs »Saab Gripen« nicht dazu führen, dass die »Schweizer Luftwaffe« künftig über keine Kampfjets mehr verfügt.

 

Bild-Quellen:
Bild A: bredow-web.de
Bild B: Wikipedia
Bild C: Buchdeckel
Bild D: luftfahrt.ch
Bild E: swisspicture24.ch
Bild F: Wikipedia

 

 

10. Mai 2012

Hirnwurm-18

by Josef Beda

In einem kleinen Restaurant organisierte der Wirt zusammen mit einem Freund ein kleines »Töggeli-Turnier«. Um nicht sehr schwache gegen sehr starke Spieler gegeneinander antreten zu lassen, konnten sich die Personen in eine der zwei unterschiedlichen Gruppen anmelden. Erfreulicherweise stellte sich heraus, dass in der »stärkeren Gruppe« mehr Spieler mitmachen werden. Die Spiele der beiden Gruppen sollten jedoch gleichzeitig stattfinden – dazu mietete das Organisations-Team einen zweiten Tischfussball-Kasten, denn einer stand schon seit längerer Zeit im Lokal.

 

 

Obenstehendes Bild zeigt einen »Töggeli-Kasten« der gehoberen Klasse – einen Original Garlando Deluxe – wie sie zum Beispiel bei Markus Keel – bärenherz – in Degersheim gemietet werden können.

Den Spielmodus legten der Wirt und sein Freund so fest, dass jeder Spieler in seiner Gruppe jeweils auf der Basis »Jeder gegen Jeden« spielen konnte und zwar nicht nur in einer, sondern in jeweils drei Begegnungen. Die Spiele sollten am Freitagabend, am Samstagabend und am Sonntagnachmittag stattfinden. Sie erstellten aufgrund dieser Wahl für beide Gruppen einen Ablauf-Plan und zählten, um ein Zeitraster zu erhalten, die Spiele in jeder Gruppe und ermittelten, dass an jedem der drei Anlässe insgesamt 27 Spiele stattfinden werden.

 

An drei aufeinanderfolgenden Anlässen spielen die Teilnehmer des »Töggeli-Turniers« in der jeweiligen Gruppe nach dem Motto »Jeder gegen Jeden« in drei »Duellen«.

Ein Gast, der den beiden bei den Vorbereitungen über die Schultern geguckt hat, also den Spielmodus kannte und sich – allerdings nur – die Gesamtzahl der Spiele merken konnte, fragte: «Wie viele Teilnehmer haben sich angemeldet?» Der Wirt antwortete: «Mit deinem Wissen und Können kannst du dies selber herausfinden und dir durch die richtige Antwort ein Freibier verdienen.» Natürlich fand der Gast heraus wieviele Spieler sich angemeldet haben.

Unsere Fragen lauten: «Wie viele Spieler haben sich insgesamt angemeldet und aus wie vielen Spielern bestand die »stärkere Gruppe«?»

Wettbewerbsbestimmungen:

Am Wettbewerb «Hirnwurm-18» können unsere Blog-Leserinnen und -Leser teilnehmen, ausgeschlossen sind das Personal und die Mitarbeitenden der Stiftung Tosam.
Die Antworten können uns per e-mail: info@buchplanet.ch zugestellt werden. Bei mehreren richtig eingehenden Lösungen, wird der Preis – eine gesponserte Ausnahme – ein Gutschein im Wert von CHF 50.00 ausgelost.
Der Gewinner wird von uns per e-mail benachrichtigt und den Gutschein-Code erhalten. Dieser Code kann bei der nächsten Bestellung in das entsprechende Feld eingegeben werden.
Der Betrag von CHF 50.00 wird vom Rechnungsbetrag, zusammengesetzt aus den Preisen der bestellten Bücher und den Versandkosten in Abzug gebracht. Eine teilweise Einlösung des Gutscheins ist nicht möglich, beim Gebrauch verfällt ein allfälliger Restbetrag.
Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Die Teilnehmer dieses Wettbewerbs erklären sich mit den Bestimmungen einverstanden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen (OR 513).

Einsendeschluss: Freitag, 25. Mai 2012