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Ein Stück Schweiz – Unsere Privatbahnen • Teil 4/5

von Josef Beda

Wie es bereits ihr Name sagt verbindet die »Montreux-Berner Oberland-Bahn« das Wallis mit dem Kanton Bern. Die meterspurige Eisenbahn führt von Montreux, der etwa 25’000 Einwohner zählenden und durch das Jazz Festival bekannte Stadt am Genfersee über Les Avants, Montbovon, Chateaux d’Oex, Saanen – das erste Dorf dieser Strecke, welches im Kanton Bern liegt -, Saanenmöser – mit 1269 Meter über Meer die höchstgelegenen Station dieser Strecke -, Zweisimmen, Gstaad nach Lenk im Simmental. Der von der Bahn überwundene Gebirgszug gehört zur Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Rhône.

Das obenstehende Bild zeigt das Logo der »Montreux-Berner Oberalp-Bahn«. Es motiviert zu erkennen, dass ein grosser Streckenabschnitt der Bahn ein Bestanteil der »GoldenPassLine« bildet.

Das nachstehende Foto zeigt die auf 390 m ü. M. liegende Stadt Montreux bei Nacht. Der im Schutz von 2000 Meter hohen Berggipfel liegende Fremdenverkehrsort am Genfersee ist unter anderem weltweit bekannt durch das »Montreux Jazz Festival«.

 

 

Die Strecke wurde in verschiedenen Abschnitten gebaut. Als erster konnte m 12. Dezember konnte der Abschnitt von Montreux nach Les Avants in Betrieb genommen werden. Weitere Bauetappen folgten, bis am 6. Juli 1905 die Eisenbahn zwuschen Montreux und Zweisimmen fertig gestellt war. Die Zweiglinie von Zweisimmen nach Lenk wurde erst am 8. Juni 1912 dem Betrieb übergeben werden. Diese Linie folgt mit geringer Steigung im Wesentlichen dem Flusslauf, – direkte Zugsverbindungen zwischen Montreux und Lenk sind allerdings nur durch eine Spitzkehre im Bahnhof Zweisimmen möglich.

 

Im Bahnhof Zweisimmen endet die normalspurige Eisenbahnlinie ab Spiez der »Bern Lötschberg Simplon Bahn« und ab hier geht es in Richtung Montreux sowie Lenk mit der »Montreux Berner Oberland-Bahn« weiter.

Die Streckenlänge der »Montreux-Berner Oberalp-Bahn« beträgt rund 75 km und weist eine maximale Steigung von 73‰ auf. Die Lokomotiven und Triebwagen werden durch ein als Oberleitung geführtes Gleichstromnetz mit einer Spannung von 900 Volt gespeist. Bei »km 7,2«, in Chambey befindet sich ein Keilbahnhof, von dem aus die etwa drei Kilometer lange Strecke Blonay-Chamby beginnt. Bei dieser kurzen, meterspurigen und ebenfalls elektrifizierten Strecke handelt es sich um eine Museumsbahn, auf der verschiedenes, für den offiziell-öffentlichen Verkehr ausgemustertes Rollmaterial verkehrt. An den Wochenenden in den Monaten Mai bis Oktober findet regelmässig – fahrplanmässig – der historische Fahrbetrieb statt: Das Herz eines jeden Eisenbahners und Eisenbahnliebhabers schlägt höher, denn hier sind Dampflokomotiven, alte Triebwagen und Lokomotiven, Trams und Wagons aus vergangenen Tagen anzutreffen.

 

Offizielle Mitteilung der Genossenschaft »Museumsbahn Blonay-Chamby«: «Die 44. Saison der Museumsbahn Blonay – Chamby wird am Samstag 28. April 2012 eröffnet. Unsere Züge verkehren jeden Samstag und Sonntag bis 28. Oktober 2012 sowie am Freitag Nachmittag im Juli und August. Wir freuen uns auf Ihren nächsten Besuch!» (Quelle:Homepage der Genosenschaft)

Die Zusammenarbeit zwischen den Bahngesellschaften erlaubt so mancherlei Gutes für Pendler, Reisende und Touristen. So besteht auch zwischen der »Montreux-Berner Oberland-Bahn«, der »Bern Lötschberg Simplon Bahn« und der »Zentralbahn« eine Kooperation, die es ermöglicht die bekannte Golden Pass Line anzubieten. Diese gemeinsam vermarktete Zugsverbindung führt auf der Meterspurstrecke von Montreux nach Zweisimmen, auf den Normalspurstrecken von Zweisimmen bis Interlaken Ost und von dort wieder auf der meterspurigen Strecke der »Brünigbahn« – Teil der »Zentralbahn« – nach Luzern.

 

Das obenstehende Bild zeigt eine Zugskomposition »GoldenPass« der »Montreux-Berner Oberalp-Bahn« in der Nähe von Gstaad, dem Ort, wo alle Häuser im Chalet-Stil gebaut sind.

Die unterschiedlichen Spurweiten erlauben derzeit keine durchgängige Zugsverbindung: In Zweisimmen und in Interlaken Ost ist Umsteigen angesagt. Verschiedene Projekte, um eine durchgehende Linie zu schaffen, wurden aus Kostengründen verworfen. An einer neuen technischen Lösung, die machbar und auch finanzierbar sein soll, wird gearbeitet.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Wikipedia
Bild C: Wikipedia
Bild E:
Bild F:

 

 

 

 

 

 

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