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Ein Stück Schweiz – Unsere Privatbahnen • Teil 3/5

von Josef Beda

Auf einer Strecke von knapp 9,5 Kilometern überwindet die Zahnradbahn beinahe 1400 Höhenmeter und erreicht in 52 Minuten nach Abfahrt ab der Kleinen Scheidegg die auf 3454 m ü. M. gebaute Tunnelstation »Jungfraujoch« – »Top of Europe«, wie das Logo der »Jungfraubahn« zeigt, die höchstgelegene Eisenbahnstation Europas.

 

Oben abgebildet ist das Logo der »Jungfraubahn«, eine der sieben unter dem Begriff »Jungfraubahnen« zusammengefassten Bahnen. Zu den »Jungfraubahnen« gehören auch die »Bemer Oberland Bahnen« die, »Wengernalpbahn«, die »Schynige Platte Bahn«, die »Mürrenbahn«, die »Harderbahn« und die »Firstbahn«. Nachstehend abgebildet ist das Logo der »Jungfraubahnen«.

 

 

Etwas mehr als 7 Kilometer der Jungfraubahn-Strecke liegen im Tunnel, der durch den Eiger und den Mönch gesprengt wurde. Im Tunnel befinden sich, nebst der Endstation, auch die beiden Stationen »Eigerwand«, die einen Blick mitten aus der Eigernordwand zum Männlichen sowie in Richtung Grindelwald über das ganze Berner Oberland erlaubt und »Eismeer«, die den Blick auf das an der Südflanke des Eigers liegende Eismeer sowie auf das Schreckhorn eröffnet.

Nachstehendes Foto zeigt das Panorama aus der Eigernordwand bei »km 4,3«, der auf 2864 Meter über Meer liegenden Tunnelstation »Eigerwand«.

 

 

Nach langer Vorgeschichte erhielt Adolf Guyer-Zeller am 21. Dezember 1894 die Konzession sein Projekt »Jungfraubahn« zu realisieren. Mit dem Bau der meterspurigen Eisenbahnlinie wurde am 27. Juli 1896 begonnen. Nach langer, zum Teil schwierigen und auch mit Tragik begleiteten Bauzeit, konnte die ganze Linie, welche zuvor abschnittsweise in Betrieb genommen wurde, sechzehn Jahre nach dem erfolgten Spatenstich am 1. August 1912 – 700 Jahre nach der Gründung der Eidgenossenschaft – feierlich dem Betrieb übergeben werden.

 

Das Porträt zeigt Adolf Guyer-Zeller – geboren am 1. Mai 1939 in Neuthal bei Bauma und gestorben am 3. April 1899 in Zürich -, Unternehmer, Eisenbahnpionier und Begründer der »Jungfraubahn«.

Der an den Baukosten von 16 Millionen Franken zur Hälfte beteiligte Initiant der »Jungfraubahn«, Adolf Guyer-Zeller durfte die Eröffnung der Strecke nicht mehr miterleben – er starb im Alter von 60 Jahren am 3. April 1899 an einer Lungenentzündung. Zum Gedenken an den Pionier ist in der Tunnelstation »Eismeer« eine Gedenktafel gesetzt.

Die »Jungfraubahn« – ihre Strecke, die Landschaft in der sie eingebettet ist und der »idyllisch anmutende Gigantismus«, die Ingenieurskunst – beeindruckt auch durch ihr Stromsystem. Als eine der noch wenigen Eisenbahnen wird sie mit Drehstrom gespeist, wobei eine der drei Phasen an Erde gelegt ist. Die zwei parallellaufenden Fahrdrähte der Oberleitung und die beiden nebeneinander sitzenden Stromabnehmerbügel zeugen von einer Entwicklung, die in die »Urzeit der Elektrischen Bahnen« reichen.

Im untenstehenden Bild verlässt die BDhe 4/8 214 bei »km 2,0« – Eigergletscher – den 7 Kilometer langen Tunnel. Gut zu erkennen sind auf dem Bild die zwei parallellaufenden Fahrdrähte der Oberleitung und die zwei nebeneinander montierten Stromabnehmerbügel auf dem Dach des Triebwagens.

 

 

Die modernen Triebwagen der »Jungfraubahn« sind mit jeweils vier Gleichstrommotoren ausgerüstet, die von einem gesteuerten Dreiphasen-Gleichrichter versorgt werden. Man kann sich die Frage erlauben, weshalb bei der »Jungfraubahn« diese Technik angewendet wird, denn bei anderen Schweizer-Bahnen, die »nur« über ein einphasiges Wechselstromnetz verfügen, werden von einem Umrichter gespeiste Drehstrom-Asynchronmotoren für den Antrieb der Triebwagen und auch in Lokomotiven eingesetzt.

 

Obenstehende Fotografie zeigt eine Doppelkomposition der BDhe 4/8 zwischen der Kleinen Scheidegg und der Dienststation Fallboden. Im Hitergrund ist die 84 Meter lange Galerie zu erkennen.

Die »Jungfraubahn« ist zu 100% im Besitz der »Jungfraubahn Holding AG«. Die Hauptaktionäre dieser Gesellschaft sind die »Berner Kantonalbank«, die »BKW-FMB Beteiligungen AG«, die »Gebäudeversicherung Bern« und die »Montalto Holding AG Zug«. Nebst der »Jungfraubahn« gehören der JBH zu 100% auch die »Wengeneralpbahn AG« und die »Firstbahn AG«. Sie ist ausserdem in weiteren Konzerngesellschaften, in assoziierten sowie sonstigen Gesellschaften beteiligt. 

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Wikipedia
Bild C: www.myswitzerland.com
Bild E: Wikipedia
Bild F:
Bild G:

 

 

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