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Spätprogramm – Die Gefahr (2)

von Josef Beda

Wenn man ein Gebäude betrachtet, dann ist festzustellen, dass alle irgendwo einen Einlass, eine Türe, eine Pforte, ein Tor, ein Portal – einen Eingang, Ausgang oder Fluchtweg – besitzen und die allermeisten dieser Gebäude auch über ein Fenster verfügen. Fenster haben, wenn es sich nicht gerade um Blindfenster handelt, verschiedene Zwecke. Einerseits sollen durch diese Fassaden-Öffnungen natürliches Licht und womöglich frische Luft in das Innere der Gebäude einfallen. Sie dienen eben der Belüftung der Gebäude – stinkende Luft raus -, der Abschirmung von unerwünschten Einflüssen der Witterung und auch zum Hinein- und Hinaussehen.

 

Das obenstehende Bild »Morgenstunde«, gemalt von Moritz Ludwig von Schwind (* 21. Januar 1804 in Wien; † 8. Februar 1871 in Niederpöcking, Bayern) zeigt die Hauptfunktionen eines Fensters: Belichtung, Lüftung und Aussicht.

Es gibt ganz verschiedene Fenster-Formen: runde, barocke, gothische, ovale, rechteckige, grosse, kleine und solche, die sogar im »Goldenen Schnitt« konstruiert sind. Ebenfalls sind die gewählten Farben und das eingesetzte Material der Scheiben und der Rahmen sehr unterschiedlich. Die Fenster können schön oder weniger schön wirken.

Nachstehende Fotografie zeigt ein weniger schönes Fenster mit beschädigten Scheiben und einem Rahmen mit abbröckelnder Farbe. Es ist ein rechteckiges Standartfenster, welches durch eine vertikale und eine horizontale Strebe in vier kleinere – wenn gewollt und bei gut geleisteter Arbeit – gleichflächige Rechtecke geteilt ist.

 

 

Es existieren auch Fenster, die mit den allgemeinen Fenstern nur im übertragenen Sinn etwas zu tun haben. So kennt man beispielsweise das Johari-Fenster. Das Johari-Fenster wurde im Jahr 1955 von den amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham entwickelt. Es handelt sich um ein in vier Quadranten geteiltes Rechteck, mit dem vor allem der »Blinde Fleck« illustriert werden soll. Der »Blinde Fleck« ist jener Teil einer Persönlichkeit, die diese ohne Bewusstsein aussendet, vom Gegenüber hingegen wahrgenommen wird.

Ein anderes bekannte Beispiel für so ein im übertragenen Sinne existierenden Fensters ist jenes, welches für die Visualisierung des »Eisenhower-Prinzip« gebraucht. wird. Das »Eisenhower-Prinzip« ist eine oftmals angewendete Möglichkeit, anstehende Aufgaben in vier Kategorien einzuordnen – dabei ergeben sich auch unweigerlich Ansatzpunkte für die prioritäre Erledigung der Aufgaben.

 

Die vier Faktoren, welche an den Rändern notiert sind, erlauben es jede Aufgabe jeweils einer Kombinationsmöglichket bzw. einem Quadranten zuzuordnen. Diese vier Quadranten können wie folgt interpretiert werden: Quadrant I -› Die Aufgabe sofort selbst erledigen; Quadrant II -› Die Aufgabe terminieren und selbst erledigen; Qudrant III -› Die Aufgabe an kompetenten Mitarbeiter delegieren; Quadrant IV -› Die Aufgabe nicht bearbeiten.

Selbst zu erledigen sind nach dieser Methode ausschliesslich die als »wichtig« eingestuften Aufgaben, dabei zuerst jene, welche als »dringend« deklariert sind. Voraussetzungen für das Arbeiten nach dieser Methode sind natürlich, dass man Aufgaben hat, die man delegieren kann, Leute hat, an die man deligieren kann und selber die Fähigkeit hat, richtig zu delegieren.

 

 

Das Bild oben zeigt den Buchdeckel des ersten aus fünf Bänden bestehenden »Management-Lehrbuch der Universität St. Gallen (HSG)« mit dem Titel »Einführung in die Managementlehre«, herausgegeben von Rolf Dubs, Dieter Euler, Johannes Rüegg-Stürm und Christina E. Wyss. Das Werk ist im Onlineshop für Gebrauchte Bücher – buchplanet.ch – erhältlich. [Zum »Buch«]

Solche Vier-Quadranten-Modelle können zur Lösungsfindung weiterer Probleme, bzw. Aufgaben hilfreich und nützlich sein – zur markorientierten Platzierung von Produkten beispielsweise. Aber auch zur Auffindung und Visualisierung von Meinungen sind sie ganz passabel.

Anmerkung des Verfassers: Die einzelnen Farben der Quadranten in den nachstehenden vier Abbildungen sind frei gewählt – eine allfällig politische, konfessionelle, religiöse oder andersweitige Kausalität ist weder beabsichtigt noch angedacht. JBS

 

 

Betrachten wir mal das obenstehede in vier Quadranten geteilte Quadrat und erinnern uns an den vor einigen Tagen in unserem Blog niedergeschriebenen Witz: Der Dicke sagt zum Dünnen: «Wenn man dich so ansieht, könnte man meinen, wir hätten eine Hungersnot.» Darauf sagt der Dünne zum Dicken: «Und wenn man dich ansieht, könnte man meinen, du wärst schuld daran.»

Jetzt haben wir zwei »Varianten«, nämlich der Dünne und der Dicke. Und wenn man dann weiterstrickt, kann man, dies geht schleichend auch aus dem Witz hervor, darauf kommen, dass der Dünne eher arm und der Dicke eher reich sein könnte. Tragen wir diese beiden Tendenzen in das viergeteilte Quadrat ein, erhalten wir:

 

 

Nun lebt der Arme (Dünne) und der Reiche (Dicke), und alle die da zwischen den beiden Extremen leben, in einem System – hier das System einer definierten Gesellschaft. Dann kann man sich doch die Frage erlauben: «Interessiert es Jemanden, wie es eben dieser Gesellschaft geht, finaziell, wirtschaftlich und wie auch immer?» Die Antwort kann dann »Ja« oder »Nein« sein, aber auch irgendwo dazwischen liegen. Zur Abbildung kann wiederum unsere Grafik helfen und wir erhalten folgendes Bild:

 

 

Das ist ein Bildnis einer Meinung oder einer Ansicht – muss nicht so sein! Jetzt kann man sich jedoch ausmalen, wie das so ablaufen könnte: Man stelle sich vor, dass die Leute im Quadrant »ARM / JA«, sich eben echt darum bemühen, dass es der Gesellschaft und damit auch ihnen gut geht und im Quadranten »REICH / NEIN« jene Personen anzutreffen sind, die sich eben zu den Reicheren bis Reichen zählen können, sich aber keinen Deutt um die Gesellschaft kümmern und nur an sich denken, sich Vermögen anäufnen und sich gegenseitig horrende Einkommen zuschaufeln – dies eventuell zu Lasten und auf Kosten der Gesellschaft – und damit der unteren Bevölkerungsschicht Schaden zufügen. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer grösser – geht immer weiter auf -, die Unzufriedenheit bei den »Unteren« wächst, die Macht der »Oberen« steigt, die Spannung eskalliert!

 

 

In der heutigen Realität besteht doch genau diese Gefahr. Sie steht weder vor der eigenen Haustür nocht schleicht sie sich an, wie ein Verbrecher, der es genau auf »Dich« und genau auf »Deine« Habe abgesehen hat – sie ist einfach nur da. Und dann! Wie kann man auf die Idee kommen, eine Milizarmee durch eine Berufsarmee ersetzen zu wollen? Hä? Schauen wir mal, was in den »fernen Ländern« so passiert: «Die eigene Armee schlägt die eigenen Leute tot – unfassbar aber, es ist so!» Sollte es zu einer Auseinandersetzung kommen, dann, wenn keine politischen und keine sozialen Lösungen mehr gefunden werden können und Konsens ein Fremdwort wird, das gegenseitige Vertrauen zerstört ist – für welche Seite wird wohl ein Berufsheer arbeiten? – Wahrscheinlich für jene, die mehr Geld, Einfluss und Macht hat! Hoffen und beten wir, bauen wir gemeinsam weiter an einer friedlichen, konstruktiven und gerechten, verantwortungsvollen Gesellschaft, damit eine sich ausbreitende, brodelnde Gefahr nicht mit einem »Spätprogramm« gebannt werden muss.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Wikipedia
Bild C: Wikipedia
Bild D Buchdeckel
Bild E:
Bild F: JBS
Bild G: JBS
Bild H: JBS
Bild I: JBS

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