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Letzter Aufruf!

von Josef Beda

«Geschätzte Damen, geschätzte Herren – Letzter Aufruf! – Morgen Donnerstag, 28. Februar 2002 wird ihr Bargeld in der alten Landeswährung von Handel und Banken letztmalig regulär angenommen. Ab 28. Februar um Mitternacht sind die zwölf Währungen des Euroraums kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr – der Euro wird dann im gesamten Euro-Währungsgebiet zum allein gültigen Zahlungsmittel.» So könnte es in den damaligen Staaten der »Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion« (EWWU) geheissen haben.

 

Willem Frederik Duisenberg wurde am 9. Juli 1935 in Heerenvee, Niederlande geboren und ist am 31. Juli 2005 in Faucon, Frankreich gestorben. »Wim« Duisenberg war ein niederländischer Politiker und Ökonom. Er war von 1998 bis 2003 der erste Präsident der in Frankfurt am Main domizilierten Europäischen Zentralbank (EZB). Willen F. Duisenberg erhielt für seine Arbeit und sein Wirken mehrere Auszeichnungen. Dabei sind das »Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich«, der »Orden vom Niederländischen Löwen«, der »Orden von Oranien-Nassau der Niederlande«, der »Verdienstorden der Bundesrepuplik Deutschland« und der »Französische Verdienstorden Ehrenlegion«.

Die Euro-Banknoten und -Münzen wurden am 1. Januar 2002, nachdem der Euro (EUR) bereits am 1. Januar 1999 als Buchgeld existierte, eingeführt. Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien trennten sich von ihren jeweiligen nationalen Währungen und führten den Euro ein. Man stellte damals fest, dass der Rücklauf der alten Banknoten den Erwartungen entsprach. Am 26. Februar 2002 waren bereits 85%  der nationalen Banknoten durch Euro-Banknoten ersetzt. Man ging davon aus, dass sich dieser Anteil künftig nur noch geringfügig erhöhen werde. Für den Umtausch der nationalen Banknoten und Münzen bei den nationalen Zentralbanken der Eurozone wurden in den einzelnen Ländern Fristen gesetzt.

Der nachfolgend abgebildete Plan zeigt, wie das Logo des Euro konstruktiv aufgebaut ist. Diese Zeichnung wurde am 18. Juli 2011 durch Alencontre publiziert.

 

 

Heute umfasst die Eurozone weitere fünf Länder, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Slowakei und Estland. Daneben existieren zehn EU-Mitgliedstaaten, die ihre eigene, nationale Währung bis heute behalten haben – der Eurozone nicht beigetreten sind. Es sind dies die Länder Bulgarien, Dänemark, Grossbritanien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechien und Ungarn. Als Nicht-EU-Mitgliedstaat führte auch Montenegro den Euro als Zahlungsmittel ein.

 

Die obesnstehende Karte zeigt eine Übersicht der EU und der EWWU: Blau -› EU-Mitgliedstaaten in der Eurozone; Violette -› Nicht-EU-Mietgliedstaaten mit Euro als Zahlungsmittel; Rot -› EU-Mitgliedstaaten, die zwar nicht in der Eurozone sind, für die aber im Rahmen des Europäischen Währungssystems ein Wechselkursabkommen, der sogenannte Wechselkursmechanismus II (WEK II) besteht; Orange -› EU-Mitgliedstaaten, die nicht in der Eurozone sind und auch kein WEK II besteht.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im September 2011 einen Mindestkurs für den Schweizer Franken (CHF), welcher auch die Währung des Fürstentums Lichtenstein, die amtliche Währung in der italienischen Enklave Campione d’Italia und de facto auch in der deutschen Enklave Büsingen das meist genutzte Zahlungsmittel ist, gegenüber dem Euro festgelegt. Dieser Mindestwert wurde bei 1.00 EUR = 1.20 CHF definiert.

 

Nach zunehmender Überbewertung des Schweizer Frankens, dem Zerfall des Euro – oder wie auch immer -, ab 2010 stets unter der Marke von 1.00 EUR = 1.50 CHF  liegendem und in einer für Exportwirtschaft dramatischer Weise fortan sinkendem Kurs, beschloss die SNB, unter dem damaligen Präsidium von Philipp Hildebrand, am 6. September 2011 einen Mindestkurs festzulegen.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild C: Wikipedia
Bild D: Wikipedia

 

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