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25. Februar 2017

Wettbewerb zum World Bookmark Day

von Sara Grob

Wir gratulieren allen Lesezeichen-Nutzern und –Sammlern herzlich zum ersten weltweiten Lesezeichen-Tag. Diesen Tag möchten wir mit einem kleinen Wettbewerb feiern und hoffen auf zahlreiche Teilnahme.

Wettbewerbsaufgabe

Reiche uns dein kreatives Erzeugnis (Foto, Gedicht, Zeichnung, Collage, Geschichte,…) zum Thema «Lesezeichen» ein. Der Umfang sollte nicht grösser als eine A4-Seite sein.

Wie funktioniert der Wettbewerb:

  1. Sende ein E-Mail an info@buchplanet.ch mit dem Betreff «WOBODA Wettbewerb», deinen Kontaktangaben und natürlich deinem kreativen Erzeugnis im Anhang. Das E-Mail muss spätestens am Sonntag, 5. März 2017, um 23:55 Uhr bei uns eintreffen.
  2. Die Wettbewerbseingänge erhalten in der Reihenfolge ihres Eintreffens bei uns eine Nummer.
  3. Mit numbergenerator.org werden wir den Sieger küren.
  4. Die Teilnehmenden werden per E-Mail über das Ergebnis des Wettbewerbs benachrichtigt.
  5. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin erhält von uns einen Gutschein für die nächste Bestellung bei buchplanet.ch im Wert von CHF 10.00 (Gutschein gilt auf den Warenwert, exklusiv Verpackungs- und Versandkosten, gültig ein Jahr, ohne Mindestbestellwert)

Teilnahmebedingungen

Durch die Annahme dieser Bedingungen und die Teilnahme am Wettbewerb bestätigen die Teilnehmer, dass das eingesandte Bildmaterial keine Rechte Dritter (insbesondere keine Immaterialgüter- und Persönlichkeitsrechte) verletzt. Sollte das Bildmaterial Rechte Dritter verletzen und buchplanet.ch (oder deren Vertreter) somit einen Schaden zufügen, so kann buchplanet.ch Regressansprüche geltend machen.

Alle Beiträge müssen buchplanet.ch per E-Mail gesendet werden. Unverlangt per Post geschickte Beiträge werden nicht zurückgeschickt. Über diesen Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt.

Der Gewinn kann nicht bar ausbezahlt werden.

Die Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, dass die Wettbewerbsbeitrge auf www.buchplanet.ch sowie auf der Facebookseite / Twitter und im Blog von buchplanet.ch veröffentlich werden dürfen.

Preise

Der Gewinner erhält um die 100 Lesezeichen, gesponsert von http://www.ifobookmarks.org/

Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen erhalten einen CHF 10.00-Gutschein für die nächste Bestellung bei buchplanet.ch (Gutschein gilt auf den Warenwert, exklusiv Verpackungs- und Versandkosten, gültig ein Jahr, ohne Mindestbestellwert)

24. Februar 2017

Lesezeichen von urwaldfreundlich.ch

von Sara Grob

Die Aktion «urwaldfreundlich.ch» fordert öffentliche Institutionen auf, ihre Beschaffung im Bereich Holz und Papier nachhaltig zu gestalten. Sie wurde 1997 vom Umweltaktivisten Bruno Manser gegründet und feiert 2017 ihr 20 Jahre-Jubiläum. Rund 600 Schweizer Gemeinden haben sich bis heute im Rahmen der Aktion als urwaldfreundliche Gemeinde deklariert. Sie verpflichten sich damit zu einem nachhaltigen Papier- und Holzkonsum, das heisst sie verzichten auf Holz und Holzprodukte aus Raubbau, stattdessen werden FSC-zertifiziertes Holz und/oder Hölzer aus der Schweiz beziehungsweise aus dem benachbarten Ausland und so oft als möglich Recyclingpapier verwendet.
Welche Gemeinden sich als urwaldfreundlich erklärt haben, erfahren Sie hier: http://www.ecopaper.ch/urwaldfreundlich-ch/gemeinden/

Urwaldfreundlich.ch wird vom Verein Ecopaper betreut. Auf der Webseite www.ecopaper.ch findet man viele Informationen zum Thema Papier und Umwelt, wie ein Papierlexikon oder eine Liste mit ökologischen Druckereien.

 

Urwaldfreundlich.ch hat vor kurzen ein Lesezeichen produzieren lassen und hat uns einige Exemplare zukommen lassen. Zu Ehren des World Bookmark Day, der am 25. Februar 2017 zum ersten Mal stattfindet, legen wir diese Buchzeichen kostenlos unseren Bestellungen bei. Wir wünschen Ihnen viel Freude damit.

 

 

23. Februar 2017

Der 15-Minuten-König

von Gabriel Weber

Eine interessante Kuriosität im Magazin von buchplanet.ch ist The Guinness Book of Records aus dem Jahr 1966, in englischer Sprache.

Die bestbezahlten Schauspieler waren damals Elizabeth „Liz“ Taylor und Cary Grant. Als reichste Privatperson wird der amerikanische Erdöl-Magnat J. Paul Getty verzeichnet. Die spanische Herzogin von Alba war die „adligste“ Person der Welt mit nicht weniger als 44 Adelstiteln, während Kaiser Haile Selassie von Äthiopien den Rekord für die meisten Ordensspangen an einer Uniform hielt (kein Witz, das steht so in dem Buch drin!). Die höchste Hausnummer der Welt, zu finden im amerikanischen Bundesstaat Michigan, war 81950. Als trockenstes Fleckchen Erde wird ein Ort in der Atacama-Wüste in Chile angegeben, mit der Bemerkung „rain never recorded„. Papst Hadrian VI. (gestorben 1523) war der letzte Nicht-Italiener an der Spitze der katholischen Kirche. Manche Dinge hingegen haben sich seither nicht geändert, zum Beispiel der kleinste souveräne Staat der Welt (der Vatikan).

Als der französische König Charles X am 2. August 1830 abdankte, wurde sein ältester Sohn Louis Antoine, zumindest theoretisch, König Louis XIX – aber nur für etwa eine Viertelstunde, bis er seinerseits zugunsten seines Neffen Henri auf den Thron verzichtete. Dies dürfte, dem Guinness Book of Records zufolge, die kürzeste Regierungszeit eines Monarchen in der gesamten Weltgeschichte sein.

21. Februar 2017

Frau Chalupiec aus Lipno

von Gabriel Weber

Von Aufstieg und Fall eines Stars handelt das folgende „wahre Märchen“:

Es war einmal eine gewisse Apolonia Barbara Chalupiec aus Polen. Sie wächst in bescheidenen Verhältnissen auf und möchte eigentlich Tänzerin werden, muss diesen Traum aber schon früh aus gesundheitlichen Gründen begraben. So wird sie stattdessen eben Schauspielerin und erlebt kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in Deutschland ihren grossen Durchbruch als Madame Dubarry in dem gleichnamigen Film. Wenig später wagt sie den Sprung nach Hollywood und ist damit ganz oben angekommen. In den Zwanziger Jahren gehört Apolonia zu den grössten Stars der Filmwelt. Sie lebt das Leben einer glamourösen Diva, führt einen spektakulären Zickenkrieg gegen ihre grosse Rivalin Gloria Swanson, hat Liaisons mit Charlie Chaplin und mit Rudolph Valentino (ihr dramatischer Auftritt an Valentinos Begräbnis wird legendär), heiratet für eine kurze Zeit einen dubiosen Möchtegern-Prinzen aus Georgien. Doch der Tonfilm ruiniert langsam, aber sicher ihre Karriere. Ihr starker polnischer Akzent gefällt den Leuten nicht, ausserdem sind inzwischen ganz andere Frauentypen als sie gefragt. Apolonia kämpft verbissen gegen den unvermeidlichen Abstieg an, sie hofft auf ein grosses Comeback, wenn schon nicht in Hollywood, dann eben in Deutschland. Dort, im Dritten Reich, empfängt man sie mit offenen Armen (und sei es auch nur als Ersatz für die renitente Marlene Dietrich). Aber wenn herauskommen sollte, dass in Apolonias Adern Roma-Blut fliesst, dann…

Apolonia Chalupiec aus Lipno nannte sich als Schauspielerin Pola Negri. Jetzt bei buchplanet.ch: Pola von Daniela Dröscher. Es ist ein Roman über ein Leben, das der reinste Roman war.

20. Februar 2017

Einmal zum mitnehmen bitte!

von Julia S.

Eines Tages musste ich in Zürich warten und suchte die näheren Strassen nach Interessantem ab und fand eine Zoohandlung mit einer Menge von Lebewesen. Mit den Worten ‚ich vermisse Tiere, weil ich selber keine mehr habe‘ lies die Verkäuferin mich durch die engen Gänge, gestapelt mit Aquarien und Nagerfutter unbeobachtet ziehen. In einer hinteren Ladennische entdeckte ich kleine übereinander gestapelter Terrarien. Darin krabbelte es wild in den kleinen Boxen! Riesenheuschrecken wahrscheinlich, Kakerlaken oder Schaben, Würmchen und Raupen zappelten auf leeren abgetrennten Eierpappkartonstücken, in und auf Wattebäuschchen und Sägemehl. Getier zum Teil, das ich noch nie gesehen hatte. In Gedanken versunken stand ich davor, grübelte nach über die manchmal hohe Anzahl der Tierchen in den noch kleineren Plastikboxen. Grinsend murmelte ich halblaut: „…einmal zum mitnehmen bitte!“ Kaum fertig gegrinst, sauste die Detailhandelsfachfrau um die Ecke und stand flux neben mir. In meinem Gesichtsausdruck erkannte sie offenbar meine Unwissenheit über die Wand von Echsenfressalien und erklärte mir ausführlich, dass das eigentlich die Futterabteilung sei. Erkennend und auch fragend über die geschuppten Exemplare die diese Ungeziefer gerne auf ihrer Speisekarte hatten, sprachen wir zwei genüsslich bis meine Warte-Zeit abgelaufen war.

In den Heften FALTENGECKOS von Wolfgang Grossmann, DIE GRÜNE WASSERAGAME von Heiko Werning und DER KRONENGECKO_1 von Stefanie Bach, bei uns im www.buchplanet.ch, können Sie selbst erforschen ob die Falten der geschuppten Amphibien, an den Füssen oder sonstwo ebenfalls soviel Weisheit ausstrahlen wie sie es in manch einem menschlichen Gesicht tun!?

16. Februar 2017

Dichter in Nöten

von Gabriel Weber

In ihrem Roman Das Märchen eines Dichters – Erfolgreich gescheitert beweist Stefanie Zade, dass es nicht immer so läuft, wie es in den Märchenbüchern steht.

Theodor, seines Zeichens weltfremder Klosterschüler und mittelloser Dichter, zieht durchs Land und versucht, mit seiner Poesie Erfolg zu haben. Doch der Erfolg lässt leider ziemlich lange auf sich warten. Da hört Theodor eines Tages von einer Prinzessin, die gefangen gehalten wird – von einem mysteriösen Ungeheuer, das offenbar auf den Namen „Siegbert“ hört. Das wäre doch eine Möglichkeit, Ruhm und Ehre zu ernten! Das Problem ist nur: Theodor ist kein Held, sondern eben ein Dichter; Er kämpft nicht mit dem Schwert, sondern mit der Feder; Und seine bevorzugte Art der Fortbewegung im Falle der Gefahr ist der eilige Rückzug… Aber was soll’s, der Poet macht sich auf die Socken, auf in den finsteren Wald, um die Prinzessin zu befreien. Unterwegs begegnet er Waldfeen, die ganz anders sind, als er sie sich vorgestellt hat, einem Raubritter mit Stimmungsschwankungen und geheimnisvoller Vergangenheit, einer riesigen Katze mit Flügeln (Jawohl, Sie lesen richtig!), einem Faun namens Weidenzweig, einem blinden Einhorn, einem Irrlicht, einem Wesen mit fünf Köpfen und anderen interessanten Zeitgenossen – natürlich (wir befinden uns ja schliesslich in einem Märchen) auch einer gewissen jungen Dame, für die Theodor sich lebhaft interessiert…

Ja ja, für einen Laien wie Theodor ist es gar nicht so einfach, ein Held zu sein. Aber stark und mutig ein Held sein, das kann ja jeder. Schwach und feige ein Held sein hingegen, das ist die wahre Kunst!

14. Februar 2017

Der grosse Unbekannte

von Gabriel Weber

Am 14. Dezember 1833 wurde im Hofgarten in Ansbach ein junger Mann niedergestochen und erlag drei Tage später seinen Verletzungen – trotz seiner Jugend einer der berühmtesten Männer Europas: Kaspar Hauser.

Auf dem Unschlittplatz in Nürnberg ist es, wo am Pfingstmontag, dem 26. Mai 1828, ein junger Bursche auftaucht, der offensichtlich kaum gehen und sprechen (aber, wie sich wenig später herausstellt, seinen Namen schreiben) kann. Er hat einen Brief bei sich, der an einen in Nürnberg ansässigen Offizier adressiert ist. In diesem anonymen Schreiben wird behauptet, der Junge sei ein Findelkind und stets in einem Haus aufgewachsen, ohne je nach draussen zu kommen. Der Adressat bedankt sich für den ungebetenen Besuch und übergibt Kaspar der Polizei. Diese wiederum gibt ihn in die Obhut von Professor Georg Friedrich Daumer. Neugierig beglotzt die Welt diesen Fremdling, der auf dem geistigen Entwicklungsstand eines kleinen Kindes stehengeblieben zu sein scheint. Offenbar hat er wirklich seine ganze Kindheit in einem dunklen Loch verbracht, gut versorgt und gepflegt, jedoch ohne Kontakt zur Aussenwelt. Am 17. Oktober 1829 wird auf Kaspar ein Mordanschlag verübt, der die Öffentlichkeit aufhorchen lässt: Wer könnte ein Interesse daran haben, diesen Niemand aus dem Weg zu räumen? Da muss etwas dahinterstecken! Noch mysteriöser wird die Sache durch Lord Stanhope, einen reichen Engländer, der Kaspar mit Geld überschüttet und sogar die Vormundschaft übernimmt. Der Jurist und Staatsbeamte Anselm von Feuerbach lässt Europas Fürstenhöfe erbeben durch die Vermutung, Kaspar sei in Wirklichkeit der legitime Sohn des Grossherzogs von Baden – aus dem Verkehr gezogen, um einem Anderen die Thronfolge zu ermöglichen…

Noch auf seinem Grabstein wird Kaspar Hauser als aenigma sui temporis bezeichnet, als Rätsel seiner Zeit. Ulrike Leonhardt vertritt in ihrem Buch Prinz von Baden, genannt Kaspar Hauser die Ansicht, Kaspar sei tatsächlich der badische Thronfolger gewesen. Ebenfalls bei buchplanet.ch: Beispiel eines Verbrechens am Seelenleben eines Menschen von Anselm von Feuerbach.

13. Februar 2017

Alter have fun!

von Julia S.

Mit SPÄTE FREIHEITEN – GESCHICHTEN VOM ALTERN bei uns im www.buchplanet.ch erhältlich, widmete sich die Ausstellung der „neuen Generation“ zwischen 60 und 80 Jahren, einer Gruppe, die in den vergangenen Jahrzehnten so stark zugenommen hat, wie keine andere. Sie ist aktiv, kommunikativ, mobil und materiell gut abgesichert (dennoch: 15% beziehen Ergänzungsleistungen). Soziokulturelle aber auch volkswirtschaftliche Fragen nach der Lebensgestaltung im Alter stoßen in Anbetracht dieses zivilisatorisch bislang nie dagewesenen Phänomens in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf großes Interesse. Immer stärker wird in der Gesellschaft diejenige Lebensphase in den Mittelpunkt rücken und zu einer Herausforderung werden, in der das Sein auf der Werteskala höher steht als das Werden und Haben. Fängt die schönste Zeit im Leben nach 50 an? Dieser Frage und mehr interessanten Aspekten über die „Jungen Alten“, „Neuen Generation“ oder wie in den USA auch genannten „Woopies“, „Mid Ager“ oder „Best Ager“ gehen Sie liebe Leser am besten selbst nach.

Noch in meiner Kindheit, war ein 80 jähriger Rentner wirklich alt. Man starb viel früher, bewegte sich über 70 langsam und stand träge vom Sofa auf. Und heute empfinde ich die ab 65 jährigen bis 89 jährigen super bewegungsfreudig, mehrheitlich lebensfroh, körperlich wenig eingeschränkt und selten Anwesend. Ja das kennen Sie bestimmt als unter 45 jährige, wenn wir auf eine „Hast du ein bisschen Zeit?“-Frage, diese Antworten bekommen: „…och wir haben spontan einen Ausflug gemacht, deshalb waren wir nicht da!“ oder „…weißt du ich habe keine Zeit für…weil wir schon bei…zu Besuch sind.“ oder „…ich würde ja gerne mal Zuhause ausmisten, aber ich finde kaum Zeit!“ Dann denke ich manchmal spontan: Vielleicht liegt es daran, dass du keine Zeit finden willst, weil du an jedem Tag der Woche einem anderen Hobby nachgehst, neuerdings ab 70. – alles tipptopp, wenn’s Spaß macht, dann einfach mal die Aussagen anpassen! Zum Beispiel ganz ehrlich zugeben: „…ausmisten, Küche putzen, ein Buch an der Sonne lesen, den aufgenommenen Film von letzter Woche nachholen? UNWICHTIG!“ Genau. Toll. Diese weise (weiße oder graue) Person hat eigentlich begriffen; sich mit Menschen zu treffen, Ausflüge mit dem Partner zu unternehmen und in Bewegung zu bleiben solange man sich noch gesund fühlt ist WICHTIGER als alles andere auf der Welt. Aber wenn er es begriffen hat (sage ich) warum muss er oder sie sich entschuldigen mit Ausreden, warum sie keine Zeit dafür finden? Vielleicht wollen wir nicht bewusst aus unseren üblichen Gesellschaftsrastern austreten? Ich wünsche Ihnen Erkenntnis, um sich bewusst den WICHTIGEN Dingen in ihrem Leben zu widmen und dabei auch noch Spaß zu haben!

9. Februar 2017

Madame schüttet ihr Herz aus

von Gabriel Weber

Elisabeth Charlotte von der Pfalz (1652-1722), genannt Liselotte, war eine deutsche Prinzessin, die 1671 den Herzog Philippe von Orléans, Bruder des französischen Königs Ludwigs XIV., heiratete – gezwungenermassen natürlich, aus politischen und familiären Gründen. Von ihrem Ehemann ignoriert (obwohl sie drei Kinder hatten) und nach anfänglicher enger Freundschaft bei ihrem Schwager, dem Sonnenkönig, in Ungnade gefallen, war Liselotte einsam und unglücklich. Sie schrieb daher oft und gern Briefe an ihre Verwandten in Deutschland (besonders ihre Tante Sophie, Kurfürstin von Hannover) und äusserte sich darin recht unverblümt über das Leben und die Leute am Hof von Versailles.

Monsieur ist mehr auf die Buben erpicht, als nie, nimbt laqueyen aus den antichambren„, so kommentiert Elisabeth Charlotte in einem Brief vom 16. März 1698 die homosexuellen Eskapaden ihres Gatten. Über die Marquise de Maintenon (siehe Blog vom 1. September 2015) schreibt Liselotte am 10. Dezember 1689: „…ich glaube nicht, dass ein böserer teufel in der welt kann gefunden werden als sie ist mit aller ihrer devotion und heucheley… Alles unheil kompt von dieser zot.“ Ihre eigene Schwiegertochter, so schreibt die Herzogin am 10. Oktober 1693, gleiche „einem ärschen wie 2 tropfen wasser„. Am 1. Oktober 1687 beklagt Liselotte sich darüber, „…dass der hof jetzt so langweilig wird, dass man schier nicht mehr dabey dauern kann, denn der König bildt sich ein, er seye gottesfürchtig, wenn er macht, dass man nur brav langeweile hat und gequälert ist„. Dass menschliche Bedürfnisse auch bei Hoheiten eine Rolle spielen, beweist ihr Schreiben vom 6. Juli 1710 anschaulich: „Der König ist allezeit gar scrupulos gewesen, winde gehen zu lassen, aber mons. le dauphin und ich haben oft in die wette geschossen, wer am meisten winde lassen könnte, und uns gar wohl darbey gefunden.

Madame, wie die Duchesse d’Orléans bei Hofe allgemein genannt wurde, schrieb ziemlich eigenwillig – und ohne Furcht vor Kraftausdrücken! Jetzt bei buchplanet.ch: Briefe der Liselotte von der Pfalz, herausgegeben von Helmuth Kiesel.

7. Februar 2017

Superhelden haben es schwer

von Gabriel Weber

Vor allem dann, wenn sie eigentlich gerne die Welt retten würden, aber vorläufig in einer ruhigen Wohnstrasse Wache schieben.

Der maskierte Rächer, mit bürgerlichem Namen Liam McKenzie, ist zwar erst zwölf Jahre alt. Aber er ist ein Superheld und kämpft für das Gute – auch wenn sich sein Revier vorläufig auf die Franklin Street beschränkt, in der er wohnt (eigentlich würde er viel lieber die Welt retten, aber irgendwo muss man ja mal anfangen). Regelmässig geht er, begleitet von seinem Hund, dem Powerbeagle Richie, nachts auf Patrouille und sorgt dafür, dass in seiner Nachbarschaft alles in Ordnung ist. Besonders ein Haus macht ihm Sorgen – beziehungsweise die Frau, die das besagte Haus bewohnt. Da stimmt etwas nicht. Der maskierte Rächer ist sich sicher, dass da ein Held vonnöten ist! Doch dann macht er aus lauter Übereifer einen grossen Fehler. Und Liam sieht sich plötzlich mit einem Problem konfrontiert, das keine exotischen Superkräfte, sondern schlichte menschliche Charaktereigenschaften erfordert.

Was das Faszinierende an Liam und das Amulett von Craig Silvey ist (neben dem nostalgischen Einband, der das Buch älter wirken lässt, als es ist): Man weiss nie so ganz genau, was sich jetzt eigentlich in der Realität und was sich in Liams Fantasie abspielt…